Gewerkschaften machen bei 14. Sozialaktion auf Marienplatz auf Wohnungsnot aufmerksam

"A trocken`s Platzl für alle" bitte

+
Vertreter von DGB, IG Metall, ver.di, KAB, Katholische Betriebsseelsorge und CAJ bei der diesjährigen Sozialaktion.

Weilheim – Wer vor Kurzem in Weilheims guter Stube unterwegs war, der hat sich vielleicht über das Bett, den Schrank und den Hocker gewundert, welche allesamt auf dem Marienplatz aufgestellt waren. Mancher musste bei dem Plakat „A trocken`s Platzl für alle“ vielleicht zunächst schmunzeln, doch zum Lachen ist die aktuelle Wohnsituation in Bayern nicht.

Um auf genau dieses Problem aufmerksam zu machen, veranstalteten DGB, IG Metall, ver.di, KAB, Katholische Betriebsseelsorge und CAJ ihre 14. Sozialaktion auf dem Marienplatz in Weilheim. „Wohnungen, vor allem bezahlbare, sind in Bayern Mangelware“, so Natascha Almer, DGB-Region München Regionssekretärin. Einer der Hauptgründe für die Wohnungsnot sei der permanente Rückgang von Wohnungen mit Sozialbindung. Die bis 2025 rund 10 000 geplanten Sozialwohnungen reichen laut Almer bei weitem nicht aus, um die Situation zu entschärfen. „Wir bräuchten mindestens 50 000“, so Almer. Die Regionssekretärin sieht vor allem genossenschaftliches und sozialeres Wohnen als guten Lösungsansatz. Wenn mehrere Parteien eines Hauses den Garten gemeinsam nutzen würden, könne man zudem Flächen schonen. „Hier ist die Politik gefragt“, erklärte Almer.

Andreas Kohl, Betriebsseelsorger in Weilheim, forderte dazu auf, mehr Anreize für diejenigen zu schaffen, die kostengünstig Wohnraum schaffen. Diese sollten zum Beispiel steuerlich bevorzugt werden oder das Genehmigungsverfahren sollte ihnen erleichtert werden. Kohl denkt auch an einen modularen Wohnungsbau, wodurch möglichst unkompliziert aus einer Dreizimmer- eine Zweizimmerwohnung gemacht werden könnte.

„Analog zum Recht auf einen Kindergartenplatz soll es auch ein Recht auf eine altersgerechte Wohnung für Senioren ab 75 Jahren geben“, forderte Petra Reiter, KAB Referentin Weilheim. Es werde zwar immer jemanden geben, der die hohen Mietpreise bezahlen könne, viele würden dabei jedoch auf der Strecke bleiben.

Um den vorbeilaufenden Passanten das Thema noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, verteilten die Organisatoren Weihnachtskarten und ein wirklich trockenes Platzl.

Von Maria Lindner

Auch interessant

Meistgelesen

Fein gespeist und flott getanzt
Fein gespeist und flott getanzt
Alles für den großen Tag
Alles für den großen Tag
Aller Ehren wert
Aller Ehren wert
Lawinenschutzwald hat sich bewährt
Lawinenschutzwald hat sich bewährt

Kommentare