Sozialaktion auf Weilheimer Marienplatz

Raus aus der Armutsfalle

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Wollen mit ihrer Sozialaktion „Raus aus der Armutsfalle“ wachrütteln und informieren: Die Vertreter von ver.di, KAB, CAJ, DGB und IG Metall.

Weilheim – Wer vergangene Woche auf dem Marienplatz unterwegs war, dem ist neben den eisigen Temperaturen wahrscheinlich auch ein netzartiges Konstrukt aufgefallen. Um dieses herum hingen Schilder mit verschiedenen Schlagwörtern, wie „Minijobs“ oder„Leiharbeit“. In der Mitte hielt eine Puppe das Schild mit der Aufschrift „Armutsfalle“.

olisch dargestellt“, erklärte Daniela Fischer von der IG Metall. Die Puppe in der Mitte stellte eine Beschäftigte dar, die in die „Armutsfalle“ geraten ist. Um sie herum standen Schilder, auf denen die Gründe für Altersarmut gelistet waren. „Die Umleitschilder zeigen den Weg aus der Falle raus“, so Fischer.

Es ist mittlerweile die 13. Sozialaktion, welche von DGB, IG Metall, ver.di, KAB und der Katholischen Betriebsseelsorge im Herzen der Kreisstadt initiiert wurde. Laut Natascha Almer, Sekretärin der DGB-Region München, sollte die Aktion gerade in der „vorweihnachtlichen Hektik“ zum Innehalten einladen, informieren und Ende 2017 die Frage stellen: „Wie gerät man nicht in die Armutsfalle?“

Eine Antwort darauf hatte Daniela Fischer:„Jeder redet über Altersarmut, aber niemand macht sich Gedanken darüber, was dazu führt.“ Einer der Ursachen sei das fehlende Rückkehrrecht von Teilzeit zur Vollzeit. Besonders Frauen laufen der Gefahr, in diese Falle zu tappen, da ihnen oftmals die Rückkehr in einen Vollzeitberuf verwehrt bleibe. Hier fehle die gesetzliche Regelung. „Wir wollen eine deutliche Anhebung des Mindestlohns, gerechte Löhne und eine Sozialversicherung in den Beschäftigungsjobs“, forderte Fischer.

Laut Almer liege das Rentenniveau momentan bei knapp 48 Prozent. „Das darf auf keinen Fall sinken“, so Almer. „Armut entsteht auf dem Arbeitsmarkt durch Löhne, die nicht zum Leben reichen“, erklärte Andreas Kohl, Betriebsseelsorger KAB Ammer-Lech.

Die vielen Mitwirkenden der Aktion verteilten zudem verschiedene Informationsflyer an Passanten sowie eine Weihnachtskarte, auf der Schilder mit der Aufschrift „Leiharbeit“ „Minijob“ und „befristet“ auf eine Mausefalle zeigen.

Von Maria Lindner

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