Sozialer Frieden

Mehr Toleranz und Respekt im Umgang miteinander mahnte Dr. Ulf Knabe an, als er in der Weihnachtssitzung als Stadtratsältester das Wort ergriff.

Knabe bekam von Bürgermeister Markus Loth nachträglich zu seinem 70. Geburtstag einen 50 Euro-Scheck überreicht, den er sich statt Geschenken für „Ärzte ohne Grenzen“ gewünscht hatte. Der BfW-Stadtrat thematisierte in seiner Ansprache die Auswirkungen des Wirtschaftskrise auf die heimischen Betriebe und verwies auf den Einzelhandel, dem Statistiken Umsatzrückgänge bis zu 2,5 Prozent bescheinigen. Das, so Knabe, erkläre die Einbußen der Geschäfte in Weilheims Innenstadt eher als die probeweise Sperrung des Kirchplatzes. Bei den Diskussionen darüber, wieviel Verkehrsreduktion Weilheims Innenstadt vertrage, habe er in der Öffentlichkeit oft die nötige Toleranz vermisst. So könne es nicht hingenommen werden, dass ein Mitbürger, der ehrenamtlich in der Agenda arbeite, wegen seiner Meinung beschimpft und in Diskussionen lautstark geschmäht werde. Wer anderer Ansicht sei, könne selbst an der Agendaarbeit teilnehmen und Vorschläge einbringen. Knabe erinnerte an die emotionale Debatte um die Schaffung eines Ausländerbeirates, den der Stadtrat mehrheitlich abgelehnt hatte, und bedauerte: Hier wäre „Respekt vor den Mitgliedern des Runden Tisches angebracht gewesen, die viel Mühe darauf verwendet haben, Mitbürger mit Migrationshintergrund für diesen Beirat zu gewinnen“. Knabe schloss die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ein, „die unsere Beschlüsse umsetzen müssen“. An die Kirchengemeinden lautete Knabes Appell, wieder gemeinsame Andachten von Christen und Muslimen zu Silvester auf dem Marienplatz zu initiieren: „Können wir da nicht aktiv werden?“ hakte er nach, schließlich sei Integration keine Einbahnstraße. Sorgen bereitet dem Weilheimer Stadtratsnestor die zunehmende Armut in der Stadt. Die „Tafel“ hat aktuell 260 Berechtigungskarten für Not Leidende ausgegeben. „Davon sind 100 für Kinder, die an und unter der Armutsgrenze leben“, dazu käme eine nicht bekannte Dunkelziffer, sagte Knabe sichtlich bewegt. Für die Haushaltsüberlegungen im Frühjahr liege ihm am Herzen, dass die städtische Obdachlosenunterkunft in Töllern 3 „ein Stück weit saniert“ wird, weil die Menschen dort „sehr einfach untergebracht“ sind.

Auch interessant

Meistgelesen

Oberstadtlerfest in Bildern
Oberstadtlerfest in Bildern
Großer Bahnhof für ein "Riesenbaby"
Großer Bahnhof für ein "Riesenbaby"
Fast schon ein "Pflichttermin"
Fast schon ein "Pflichttermin"
31-Jähriger niedergestochen: Täter auf der Flucht
31-Jähriger niedergestochen: Täter auf der Flucht

Kommentare