Sozialer Wohnraum ist knapp – 110 Bewerber auf der Warteliste

Der Bedarf an Sozialwohnungen ist groß. Zurzeit liegen der Stadt 110 Anträge vor. „Das Angebot ist begrenzt. Vor allem Alleinerziehende, größere Familien und Bürger mit Migrationshintergrund tun sich bei der Wohnungssuche schwer“, stellt Sozialamtsleiter Klaus Grünbauer fest.

Deshalb plant die Stadt zusammen mit der Wohnbau GmbH Weilheim neuen Wohnraum zu schaffen. „In den nächsten Jahren“, stellte Bürgermeister Markus Loth in der jüngsten Stadtratssitzung in Aussicht, soll an der Wessobrunner Straße 11 ein Neubau errichtet werden. Wie Stadtbaumeister Wolfgang Frank auf Nachfrage erklärte, wird der bestehende Wohnblock auf dem städtischen Grundstück, der sich in baulich schlechtem Zustand befindet, heuer abgerissen. Mit den noch darin wohnhaften Mietern „steht die Stadt in Verhandlungen“, erklärte Frank. Bei der Vergabe von Sozialwohnungen hat die Stadt ein Vorschlagsrecht. Welcher Interessent den Zuschlag bekommt, entscheidet als Eigentümer die Wohnbau GmbH. Antragsteller müssen einen Wohnberechtigungsschein vorweisen, der vom Landratsamt ausgestellt wird. Konflikte im Alltag Kinder, die spätabends noch lärmen. Schlampereien bei der Müllentsorgung. Eine Hausordnung, die nicht eingehalten wird: Wohnbau-Geschäftsführer Josef Diepold berichtete dem Stadtrat von Problemen beim Zusammenleben der Menschen in den Wohnanlagen der GmbH. Diese seien oft in den verschiedenen Nationalitäten und im unterschiedlichen Alter der Mieter begründet. Die Stadt Weilheim ist mit 14,5 Prozent am Stammkapital der Wohnbau GmbH beteiligt und wird jährlich über deren Geschäftsentwicklung auf dem Laufenden gehalten. 1949 als „Zweckverband für sozialen Wohnungsbau im Landkreis Weilheim“ gegründet, wurde das Unternehmen 1965 nach dem Ausscheiden vieler Gemeinden in die „Gemeinnützige Wohnbau GmbH Weilheim i.OB“ umgewandelt. 1990, nach dem Wegfall der Gemeinnützigkeit, fand erneut eine Umfirmierung in „Wohnbau GmbH Weilheim i.OB. - Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau“ statt. In der Steinlestraße in Weilheim wurden 1950 die ersten Wohnungen übergeben. Heute bewirtschaftet die GmbH 1580 Wohnungen, 674 in Weilheim. Diepold berichtete von 120 Mieterwechseln im Jahr, davon finden 20 bis 25 in Weilheim statt. Die durchschnittliche Netto-Wohnungsmiete liegt bei 4,17 Euro/m2. Immer wieder kommt es vor, dass finanzschwache Bewohner die Miete schuldig bleiben und die Wohnung geräumt werden muss. CSU-Fraktionssprecher Klaus Gast appellierte in der Sitzung an Geschäftsführer Diepold, bei Neubauten genügend Wohnungen für Familien mit mehreren Kindern einzuplanen. Dieser versicherte, dass „bedarfs- gerecht“ nach den Vorgaben der Stadt gebaut werde. Von Sozialreferent Dr. Ulf Knabe gab es Lob für die „Wohlfühlatmosphäre“, welche die Mieter hier beim Neubezug einer Wohnung vorfinden würden. Ob auf die Stadt in den nächsten Jahren im Zuge energetischer Gebäudesanierungen Kosten zukommen werden, wollte Jochen Knittel (BfW) wissen. Diepold verneinte dies mit den Worten: „Die GmbH ist sehr gesund.“ Drei Millionen Euro werden jährlich in den Gebäudeerhalt investiert und diese Größenordnung soll beibehalten werden. Laut Diepold ist die Wohnbau GmbH Weilheim finanziell gut aufgestellt, verfügt sie doch über Eigenmittel von über 20 Millionen Euro, das sind über 47 Prozent der Bilanzsumme. Trotz schwieriger Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt – Diepold sprach die zunehmenden Zahlungsprobleme der Mieter an – sei die Ertragslage der GmbH „insgesamt zufriedenstellend“.

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