Starkes Eigenkapital sichern

Sparkasse Oberland und Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen fusionieren

Pressesprecher Robert Christian Mayer (links) und Vorsitzender Thomas Orbig Sparkasse Oberland
+
Pressesprecher Robert Christian Mayer (links) und Vorsitzender Thomas Orbig blicken positiv auf die bevorstehende Fusionierung ihrer Sparkasse Oberland mit dem Pendant aus Garmisch-Partenkirchen.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
    schließen

Landkreis/GAP – Die Sparkasse Oberland und die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen wollen fusionieren. Nachdem das Vorhaben vor ein paar Jahren scheiterte, scheint es nun zu klappen.

„Es macht Sinn. Die Zeiten werden nicht einfacher“, sagt Thomas Orbig, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberland, mit Blick auf die anhaltende Niedrigzinsphase und die zunehmende Regulatorik. „Auf Dauer ist das für eine kleine Sparkasse nicht tragbar.“ Die Sparkasse Garmisch-Partenkirchen, die als eine der wenigen in Bayern noch eigenständig ist, habe deshalb die Notwendigkeit einer Fusion erkannt, führt Orbig weiter aus.

Dass die Garmischer sich beim Thema Fusionierung an die Sparkasse Oberland gewendet haben, ist keine Überraschung. Als „natürliche Partner“ beschreibt Orbig die beiden Sparkassen. Denn schließlich sei man bereits im nördlichen Landkreis von Garmisch-Partenkirchen tätig. Zudem stand eine Fusionierung ja schon einmal kurz bevor.

Im Oktober 2015 wurde bekannt, dass sich die Kreditinstitute Vereinigte Sparkassen Weilheim, die Kreissparkasse Schongau und das Garmisch-Partenkirchner Pendant zusammenschließen wollen. Doch der Verwaltungsrat der letztgenannten legte sein Veto ein. Damit war eine Fusion vom Tisch. Zumindest für die Garmisch-Partenkirchner. Für die Vereinigten Sparkassen Weilheim und die Kreissparkasse Schongau war es die „Initialzündung“ für den Zusammenschluss zur Sparkasse Oberland, wie es Orbig beschreibt.

Zu den Gründen, warum die Fusionierung damals nicht zustande kam, sagt Orbig, dass die Zeit noch nicht reif gewesen sei. Doch jetzt soll es doch zum Zusammenschluss kommen. Die Voraussetzungen dafür könnten gar nicht besser sein. Robert Christian Mayer, Pressesprecher der Sparkasse Oberland, betont, dass die Erfahrungen, die bei der „Bilderbuch-Fusion mit Schongau“ gesammelt wurden, ein großer Gewinn seien. Man wisse jetzt, worauf es ankomme; was man vielleicht auch anders machen sollte. Vorsitzender Orbig stimmt dem zu, die Erfahrung erleichtere den Prozess deutlich.

Bisher können die beiden Kreditinstitute auf weitreichende Unterstützung bauen. Die Verwaltungsräte beider Sparkassen seien sich einig, dass die Fusionierung das Richtige ist, wie Orbig erklärt. Die abschließende Entscheidung treffen Ende Juli der Kreistag in Garmisch-Partenkirchen und der Zweckverband Oberland. Sorge, dass die Fusionierung kurz vor dem Ziel wieder platzen könnte, besteht nicht bei Orbig. Der Kreistag habe sich schon vorab damit beschäftigt. Viel Kritik scheint es dabei nicht gegeben zu haben. Und zu guter Letzt stehen auch die Mitarbeitenden der beiden Häuser hinter der Fusionierung. Wie Orbig versichert, hätten sie die Nachrichten „gut aufgefasst“. Zumal eine häufige Reaktion gewesen sei: „Damit haben wir schon gerechnet.“ Wenn die beiden Sparkassen Ende Juli den Vertrag zur Fusionierung unterschreiben, dann betrifft das über 700 Mitarbeitende. Rund 500 davon sind bei der Sparkasse Oberland tätig.

Den Vorsitz übernimmt weiterhin Orbig. Der Vorstand wird zunächst aus fünf Personen bestehen, drei aus dem Oberland, zwei von Garmischer Seite. Wobei, so Orbig, der Vorstand irgendwann auf drei Personen „abgeschmolzen“ werde. So sei man auch schon bei der Fusionierung mit Schongau vorgegangen. Beide Seiten bringen nicht nur einen guten Mitarbeiterstamm in die Partnerschaft ein. Auch was das jeweilige Eigenkapital angeht, stehen die Kreditinstitute gut da. Bei der Sparkasse Oberland blickte man zum Jahreswechsel auf eine Bilanzsumme von gut drei Milliarden Euro. Die Garmischer auf etwa 1,3 Milliarden Euro. Pressesprecher Mayer ist sich im Hinblick auf den Erfolg der Fusionierung zudem sicher: „In nicht allzu vielen Jahren werden wir die Fünf-Milliarden-Marke reißen.“

Schon die Fusionierung mit den Schongauern hatte positive Auswirkungen. In den vergangenen vier Jahren verzeichnete die Sparkasse Oberland bei den Zahlen von Kreditausgaben an Kunden und Einlagen ein Wachstum von 40 Prozent. Die Kunden der beiden Sparkassen profitieren ebenfalls – durch die Fusion stehen unter anderem mehr Spezialisten und Mittel zur Verfügung, um in die Digitalisierung zu investieren.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Superzelle wütet: Mann kommt in Eglfing ums Leben
Weilheim
Superzelle wütet: Mann kommt in Eglfing ums Leben
Superzelle wütet: Mann kommt in Eglfing ums Leben
Markt Murnau erwägt autofreien Sonntag
Weilheim
Markt Murnau erwägt autofreien Sonntag
Markt Murnau erwägt autofreien Sonntag
„Lass Zeit am Lech“- Wunderschöne Ferienwohnungen im Lechtal am Fuße der Jöchelspitzbahn, ideal für Sommer und Winter.
Weilheim
„Lass Zeit am Lech“- Wunderschöne Ferienwohnungen im Lechtal am Fuße der Jöchelspitzbahn, ideal für Sommer und Winter.
„Lass Zeit am Lech“- Wunderschöne Ferienwohnungen im Lechtal am Fuße der Jöchelspitzbahn, ideal für Sommer und Winter.
Amt übergeben
Weilheim
Amt übergeben
Amt übergeben

Kommentare