Sparkasse Oberland verzeichnet für 2017 steigende Umsätze bei geringeren Ertragsspannen

Gute Zahlen im Fusionsjahr

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Noch zu fünft im Vorstandsteam: Vorne v. li. Thomas Orbig, Josef Koch; hinten v.li.: Michael Lautenbacher, Markus Lanz und Alexander Schmitz.

Weilheim/Landkreis – Ein Jahr nach der Fusion kamen am vergangenen Freitag in Weilheim erstmals die Zahlen der Sparkasse Oberland auf den Tisch. Und es gab noch eine Besonderheit: Der Vorstandsvorsitzende Josef Koch präsentierte im Kreise seiner Vorstandskollegen letztmals die Geschäftsentwicklung der Sparkasse.

Am 30. April wird Koch den Vorsitz an seinen Nachfolger Thomas Orbig übergeben. Die Vereinigung der Sparkassen Weilheim und Schongau – Koch: „das größte Projekt in der jüngeren Geschichte der Sparkasse“ – verlangte von der Führungsmannschaft und allen Mitarbeitern einiges ab. Größte Herausforderung war das Zusammenführen der technischen Daten beider Geldinstitute im September 2017, so Koch. Die Kosten für die Fusion konnten mit 1,2 Mio. Euro deutlich unter dem angesetzten Budget gehalten werden. Koch konstatierte der Sparkasse Oberland ein „kräftiges Wachstum“ in einem schwierigen Umfeld mit Zinsen, die weiterhin auf niedrigstem Niveau verharren.

Mit einem Anheben der Zinsen rechnet Vorstandsmitglied Michael Lautenbacher „frühestens in zwei bis drei Jahren“. Sparen ohne Zinsertrag sei für die Kunden aber nicht attraktiv, als Auswege aus der Realzinsfalle blieben ihnen ein Immobilienkauf sowie Anlagen in Wertpapiere. Der Wertpapierumsatz lag in 2017 bei 213 Mio. Euro (+25 Prozent gegenüber Vorjahr). Von niedrigen Kreditzinsen profitierten investierfreudige Unternehmer sowie Eigenheimfinanzierer. Auf den rückgängigen Zinsertrag, ihr Kerngeschäft, reagierte die Sparkasse mit Wachstum in fast allen Bereichen, dem Ausbau ihres Provisionsgeschäftes (Versicherungen, Wertpapiere) und Erlösen aus der Vermietung eigener Immobilien. Synergieeffekte durch die Fusion ermöglichten ein kostengünstigeres Arbeiten, erklärte Lautenbacher.

Als „wichtiges stabilisierendes Element“ beschrieb Vorstand Al exander Schmitz das Kreditgeschäft in Zeiten, in denen für überschüssige Anlagen bei der EZB ein Verwahrentgelt von 0,4 Prozent bezahlt werden muss. 2017 verzeichnete die Sparkasse zwar mehr Kundeneinlagen als Ausleihungen, „aber wir sind dabei, die Lücke zu verkleinern“, führte Schmitz aus.

Die 1,87 Mrd. Euro bilanzwirksamen Kredite (+7,1 % gegenüber Vorjahr) gliederten sich wie folgt: 853 Mio. Euro an Privatpersonen, 947 Mio. Euro für Unternehmensfinanzierungen, der Rest für öffentliche Haushalte. Von einem neuen Höchstwert im Kreditneugeschäft berichtete Vorstand Markus Lanz. Pro Arbeitstag reichte die Sparkasse rund zwei Mio. Euro Kredite aus. Der Schwerpunkt des Zuwachses lag bei den Geschäftskunden, was wiederum dem regionalen Wirtschaftskreislauf zugute komme: „Wir pumpen das Geld in die heimische Wirtschaft, weil die Nachfrage da ist.“

60 Prozent aller Immobilienfinanzierungen werden im Geschäftsgebiet mit der Sparkasse Oberland getätigt. Bei langfristigen Verträgen „schaut man sich den Finanzierungspartner genau an“, verwies Lanz auf die kompetente Beratung. Bei der Immobilienvermittlung setzt die Sparkasse auf zertifizierte Qualitätsmakler. Mit Bausparverträgen würden sich die Kunden niedrige Bauzinsen für die Zukunft sichern.

Auf stabilem Niveau hielt sich laut Vorstand Thomas Orbig der Bereich Versicherungen. Zum Jahresende hin war die Altersvorsorge ein wichtiges Standbein. Mit Blick auf das Betriebsrentenstärkungsgesetz rechnet Orbig mit einem Anstieg der betrieblichen Vorsorge. Die Absicherung des Eigenheimes gegen Wasser, Sturm, Hagel, Blitzschlag wird wegen gesetzlicher Änderungen immer wichtiger, ist Orbigs Worten zu entnehmen.

Im Ausblick auf 2018 erwartet das Vorstandsteam für die Sparkasse „eine Konsolidierungsphase nach dem sehr anstrengenden Fusionsjahr“.

Von Maria Hofstetter

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