Sparkurs macht sich bezahlt – Geringere Ausgaben in 2010 entlasten Weilheims Haushaltssäckel

Christoph Scharfs maßvolles Haushalten hat sich gelohnt. Als Weilheims Kämmerer den Stadträten die Jahresrechnung 2010 präsentierte, kommentierte er das vorgelegte Zahlenwerk mit den Worten: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“

Trotz negativer Eckdaten in der Planung, wie Kreditaufnahme und Griff in die Rücklagen, weist das vergangenene Haushaltsjahr ein „akzeptables Ergebnis“ auf. „Das lag nicht an sprudelnden Steuerquellen, sondern an den geringeren Ausgaben gegenüber der Planung“, merkte Scharf an. Dank massiver Einsparungen bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt reichten die Einnahmen zum Ausgleich, erklärte Scharf. An den Vermögenshaushalt konnte sogar noch ein Überschuss in Höhe von 461 000 Euro zugeführt werden, das ist mehr als gesetzlich vorgeschrieben. 2010 wurde, wie der Stadtkämmerer berichtete, deutlich weniger Geld ausgegeben als ursprünglich angenommen: Scharf führte als Beispiel die Kreis- und Gewerbesteuerumlage an. Das Defizit in den Kindertagesstätten sei geringer ausgefallen und beim Unterhalt öffentlicher Gebäude und Flächen kam die Stadt ebenfalls günstiger weg. Aufgrund der historisch niedrigen Kapitalmarktzinsen entschied der Stadtrat im September letzten Jahres, die 2,5 Mio. Euro Kreditermächtigung in Anspruch zu nehmen. Zum Ausgleich des Gesamthaushalts mussten noch knapp 1,1 Mio. Euro aus den Rücklagen entnommen werden, die deshalb auf 8,3 Mio. Euro sanken. Zum Jahresende 2010 belief sich Weilheims Schuldenstand auf 8,7 Mio. Euro (abzüglich Tilgungen), damit entfallen auf jeden Einwohner der Stadt 403 Euro. Weilheims Steuerkraft sank von 983 Euro je Einwohner (2009) auf 924 (2010), liegt aber dennoch über den Landesdurchschnitt. Deshalb gab es 2010 für die Kreisstadt keine Schlüsselzuweisungen. Das vorsichtige Agieren des Kämmers stieß bei den Stadträten auf Zustimmung. Da sich für 2011 keine gravierenden Veränderungen abzeichnen, müsse an dem Sparkurs eisern festgehalten werden, erkannten die Fraktionssprecher. Dies sei vor allem im Hinblick auf „massive Investitionen“, die anstehen, wie der Busbahnhof und Maßnahmen zum Hochwasserschutz, nötig, forderte Jochen Knittel (BfW). Karl-Heinz Grehl (Grüne) sieht in der Modernisierung der Straßenbeleuchtung noch ein „gigantisches Einsparpotenzial“.

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