"Ein toller Tag für Bernried"

Spatenstich mit Staatsministerin Ilse Aigner läutet barrierefreien Bahnsteigausbau ein

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Fröhliche Gesichter beim Spatenstich. (v.l.) Robert Schiebel, Josef Steigenberger, Ilse Aigner und Andreas Rudolf.

Bernried – Am Bernrieder Bahnhof verkehren werktags im Durchschnitt rund 1 000 Fahrgäste. Ab dem 11. August können alle Pendler und Reisenden bequem ein- und aussteigen. Bis dahin soll der Bahnsteig nach jahrelangem Hin und Her endlich barrierefrei ausgebaut worden sein.

Zum offiziellen Spatenstich hatte sich hoher Besuch in Bernried angekündigt. Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner gab sich die Ehre und verkündete stolz, dass derzeit an bayerischen Bahnhöfen schon 75 Prozent der Fahrgäste mit behindertengerecht ausgebauten Stationen erreicht werden können. In den nächsten Jahren, so die CSU-Politikerin, wolle man den Wert auf über 80 Prozent schrauben. So weit, so gut. Verlaufen die jeweiligen Planungsprozesse jedoch ähnlich schleppend wie für den Bernrieder Bahnsteig, dürfte noch viele Jahre ins Land ziehen, bis das Etappenziel erreicht ist. Bereits 2014 hatte das Eisenbahnbundesamt ein Planfeststellungsverfahren gestartet. Selbiges wurde nötig, weil sich die Bahn mit dem Eigentümer des Bahnhofsgebäudes nicht auf ein Umbaukonzept einigen konnte. Das Problem: Im Erdgeschoss des ehemaligen Stationshauses ist eine gläserne Schokoladenmanufaktur eingerichtet. Durch die Bahnsteigerhöhung, so befürchtete der Eigentümer, würde eine „Grabensituation“ vor der Glasfassade entstehen. Obwohl der Bernrieder Gemeinderat und Vize-Rathauschef Robert Schiebel immer wieder beim Eisenbahnbundesamt nachbohrten, dümpelte das Planfeststellungsverfahren vor sich hin – und wurde schließlich überflüssig. Der Eigentümer hatte sich doch noch außertourlich mit der Bahn auf eine Gestaltungsvariante geeinigt. Die „Grabensituation“ vor der Manufaktur soll nun mit Treppenabsätzen abgeschwächt werden.

Beim Spatenstich war von all dem keine Rede mehr. Aigner betonte bei dem „Wohlfühltermin“, dass der örtliche Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt in seiner Zeit als Bundesverkehrsminister den entscheidenden Grundstein dafür gelegt habe, dass der Bahnhof Bernried nun barrierefrei ausgebaut werde. Die Finanzierung des 1,6 Millionen Euro teuren Projekts läuft im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms je zur Hälfte über den Bund und den Freistaat. Bürgermeister Josef Steigenberger sprach beim Spatenstich von einem „tollen Tag für Bernried“ und Andreas Rudolf, Regionalbereichsleiter bei der zuständigen „DB Station&Service AG“, bezeichnete den Bahnsteigausbau als barrierefreien „Lückenschluss“ bei der Kochelseebahn. Im Zuge der Maßnahme wird der Außenbahnsteig von derzeit 25 auf 76 Zentimeter erhöht. Zudem wird ein Blindenleitsystem installiert und eine Wetterschutzanlage errichtet. Während der Hauptbauphase vom 30. Juli bis zum 11. August wird die Bahnstrecke komplett gesperrt sein. Für die Fahrgäste ist ein Schienenersatzverkehr vorgesehen. Die Sperrung wäre ohnehin erfolgt, weil die Strecke Tutzing/Kochel auf elektronische Stellwerktechnik umgerüstet wird. Die vollständige Fertigstellung des Bernrieder Bahnsteigausbaus ist für Oktober anvisiert.

Von Bernhard Jepsen

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