Baubeginn für Demenz-WGs

Spatenstich für Wohnprojekt

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Auch der Regen konnte sie nicht stoppen. Der Spatenstich wurde kurzerhand unter einen Pavillon verschoben (v.li.): Inge Schmidt-Winkler (Vorstand MARO), Horst Martin (zweiter Bürgermeister), Karl-Heinz Grehl (stellvertretender Landrat), Petra Stragies (Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel-Werdenfels), Dr. Gabriele Hartl (Leiterin der Demenz-Strategie Bayern, leitende Ministerialrätin vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege), Guntram Windels, (Aufsichtsratsvorsitzender MARO), Martin Okrslar (Vorstand MARO), Arthur Schankula (Architekt).

Es war ein langwieriger Prozess, bis ein Grundstück gefunden war und alle Formalien geklärt werden konnten – doch am Donnerstag ging es los: Der Spatenstich läutete den Baubeginn für die Demenz-WGs und das nachbarschaftliche Wohnen an der Paradeisstraße ein.

Es ist ungewöhnlich, einen Neubau mitten im Herbst zu beginnen. Doch Martin Okrslar, Gründer der MARO Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen, entkräftete die Bedenken hinsichtlich der Jahreszeit schnell: Da das Haus in einer Hybrid-bauweise als Holzhaus entstehe, könnten die Zimmerer die einzelnen Teile auch im Winter im Inneren ihrer Hallen fertigen. 

Dass dadurch wesentlich weniger Baulärm als bei einem Haus in klassischer Bauweise entsteht, dürfte auch die Nachbarn freuen. Nachdem die Tiefbauarbeiten nach der Frost- periode im Frühling fertiggestellt werden sollen, prophezeit Okrslar „keine ewig lange Baustellen“ und nur „wenige Wochen, bis das Haus steht“. 

Weilheims zweiter Bürgermeister Horst Martin hob die Relevanz alternativer Wohnformen hervor. Er erhofft sich „eine Verbindung zwischen Alt und Jung und auch Demenzpatienten“ in den geplanten Häusern. „Die Bewohner sollen sich im täglichen Leben gegenseitig helfen und ergänzen“, glaubt er an das Gelingen des Projekts. „Ausdauer und Durchsetzungsvermögen“ attestierte der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Grehl den Initiatoren des Wohnprojekts, das „großartig und einzigartig“ sei. Weilheim habe bereits genug „Einfamilienhaussiedlungen mit Thujenhecken und Sozialwohnungsghettos". „Gemeinsam ist man ja bekanntlich besonders stark“, lobte er auch die Organisation als Genossenschaft. 

„Genossenschaft ist Bürgerbeteiligung; Bürgerbeteiligung ist Vertrauen“, war auch Dr. Gabriele Hartl vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege von dem Bauvorhaben begeistert und lobte das Vorhaben als Vorzeigeprojekt. 

Das Problem, das es bezüglich des Hochwasserschutzes gab, ist inzwischen ebenfalls geklärt. Zwar wartet Okrslar noch auf einen Brief vom Wasserwirtschaftsamt, dennoch konnte er Entwarnung geben. Es sei alles untersucht worden und es werde so wenig Wasser von den neuen Gebäuden verdrängt, dass im Falle einer Überschwemmung keine negativen Auswirkungen auf die Nachbarschaft durch die Neubauten entstehen würden. „Bis Ende 2015 soll dann alles bezugsfertig sein“, ist Okrslar zuversichtlich, dass die weiteren Schritte zügig vorangehen werden.

von Ursula Gnadl

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