Ein Spaziergang auf den Spuren des Schriftstellers Ödön von Horváth

"Wenn ich nur wieder in Murnau sein könnte"

+
Der Ödön von Horváth-Rundweg führt durch den Kulturpark (Foto) und zu landschaftlich reizvollen Aussichtspunkten in Murnau.

Murnau – Im Staffelseeort gefiel es Ödön von Horváth (1901-1938), dem Sohn eines ungarischen Diplomaten, so gut, dass er ihn fast zehn Jahre zu seinem Lebensmittelpunkt und Inspirationsort machte. Auf einem Rundweg erfahren Kulturinteressierte nun, warum die Werke des jung verstorbenen Schriftstellers bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben.

Von Horváth, der zu den bedeutendsten Dramatikern des 20. Jahrhunderts zählt, lebte von 1924 bis 1933 überwiegend in der Murnauer Villa seiner Eltern in der Bahnhofstraße. Die Grabstätte auf dem Murnauer Friedhof, in der die Großmutter und sein Onkel „Pepi“ beerdigt sind, wird als Ehrengrab von der Gemeinde gepflegt.

Der innerörtliche Spazierweg führt in 60 bis 90 Minuten auf den Spuren des Schriftstellers durch den Ort. Auf zwölf Informationstafeln sind seine Bedeutung und Horváths enger Bezug zu Murnau in Biographie und Werk für den Betrachter anschaulich dargestellt.

Initiator für den im Dezember 2017 eingeweihten Rundweg war Dr. Fritz Wambsganz. Vor circa fünf Jahren hatte der Germanist seine ersten „textintensiven Entwürfe“ an den Markt Murnau übergeben. „Seither ist viel Zeit und Mühe in dieses Projekt geflossen“, wie Marktarchivarin Dr. Marion Hruschka zu berichten weiß. Text- und Bildauswahl wurden „grundlegend überarbeitet“, um einerseits beim Leser die Neugierde zu wecken, ihn aber andererseits nicht zu überfrachten.

Das Projekt-Team mit Gabi Rudnicki, erste Vorsitzende der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft, Grafikerin Katrin Oppenrieder, Gemeinderat Michael Manlik, Wambsganz und Archivleiterin Hruschka setzte die Infotafeln in Text und Bild um. Institutionen und Privatpersonen, darunter besonders das Schloßmuseum Murnau, stellten Bildmaterial zur Verfügung. Finanziell gefördert wurde das Projekt von Leader, einem Maßnahmenprogramm der Europäischen Union.

Die Beschäftigung mit Horváth begann in Murnau mit Dr. Elisabeth Tworek in der 1980er Jahren. Das 1993 eröffnete Schloßmuseum beherbergt die weltweit einzige Dauerausstellung über das Leben und Werk des Schriftstellers. Auch die nach Horváth benannte Gesellschaft und Stiftung pflegen das Andenken des Schriftstellers.

Von Maria Hofstetter

Auch interessant

Meistgelesen

Söder bei Weilheimer Volksfest
Söder bei Weilheimer Volksfest
Mühlentag und mehr
Mühlentag und mehr
Neue OP-Säle mit Festakt eingeweiht
Neue OP-Säle mit Festakt eingeweiht
Am Freitag geht´s wieder los
Am Freitag geht´s wieder los

Kommentare