Marienkäfer e. V. nimmt in Weilheim Spende im Wert von 750 Euro in Empfang

"Da sein, egal was gerade ist"

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(V.li.): Sabine Gruber-Heberlein und Dr. Joachim Heberlein übergeben den Erlös des altbairischen Adventsingens in St. Pölten Gudrun Huber und Jessica Ehrlicher vom Marienkäfer e. V..

Landkreis – Wer einen geliebten Menschen verliert, für den bricht oftmals eine Welt zusammen. Vor allem, wenn es einen Elternteil betrifft, liegen der Schmerz und die Trauer tief. Dann ist es wichtig, füreinander da zu sein. Hier setzt der Verein Marienkäfer an, der trauernde Kinder, Jugendliche bis circa 21 Jahre sowie deren Familien bei Verlusterfahrungen begleitet.

Der Verein erhielt nun den Erlös des letzten Altbairischen Adventsingens in St. Pölten, das zum 45. Mal stattgefunden hat. Überreicht wurden die 750 Euro von Dr. Joachim Heberlein und seiner Schwester Sabine Gruber-Heberlein, die das Singen zum ersten Mal organisiert hatten. Dass die Spenden dem Marienkäfer e. V. zugutekommen, liegt laut Gruber-Heberlein daran, dass die Arbeit einfach wichtig ist. Für Erwachsene gebe es schon viele Angebote. Dies bejahte auch Gudrun Huber, Initiatorin des Vereins: „Der Tod wird vor den Kindern oft zurückgehalten. Der Verlust eines Elternteils zieht sich bei einem Kind wie ein roter Faden durchs Leben“, so die Gründerin des Vereins. Die Betroffenen durchleben eine existenzielle Krise, der Rückhalt falle weg, erklärte Huber.

Der Verein, der 2012 von Huber als Privatinitiative gegründet wurde, deckt die Landkreise Weilheim-Schongau, Landsberg und Starnberg mit seinem Begleitungsangebot ab. „Damals wussten wir nicht genau, was auf uns zu kommt. Heute können wir auf unseren Erfahrungswert zurückgreifen“, so Huber. Auf die betroffenen Kinder wird der Verein durch Palliativstationen, mit denen er stark vernetzt ist, Kliniken und Angehörige aufmerksam. Die Trauerarbeit beginnt mit einem Telefonat und wird in einem Erstgespräch mit den Eltern fortgeführt. Je nachdem, was die Familie braucht, wird ein passender Begleiter ausgesucht. „Die Begleitung selber findet im kreativen Bereich statt“, erklärte Huber. Dadurch sollen die Kinder lernen, ihre Gefühle kennenzulernen und auszudrücken. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird die Trauerarbeit vor allem durch Gespräche, Musik oder Film verrichtet, wie Jessica Ehrlicher vom Marienkäfer e. V. deutlich macht. Sie ist eine von zwölf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Wenn das Kind an Selbstsicherheit gewinnt und eigenständiger wird, ziehen sich die Begleiter zurück. Ein festes Zeitfenster gibt es aber nicht. Begleitet wird „bis das Kind durch die Trauer hindurch ist“, so Huber.

Auf die Frage, was sie sich für die Zukunft wünscht, antwortete sie: „Dass die Kinder in ihrer Trauer wahrgenommen werden und wir viele Nachahmer finden.“ Getreu dem Leitsatz: „Präsent sein mit dem, was gerade ist, egal was gerade ist.“

Informationen gibt es unter Tel. 08808/92475-95, E-Mail: kontakt@marien-kaefer.org oder auf der Homepage www.marien-kaefer.org.

Von Maria Lindner

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