P-Seminar Latein stellt Buch vor – Andreas Martin Hofmeir zu Gast

Fannys "Oaschwackler"

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Guto Brinholi (li.) und Andreas Martin Hofmeir traten in der Aula des Gymnasiums auf.

Weilheim – Ein rätselhafter Liebeszauber steht auf einer Tafel an der Villa Rustica in Peiting, Pähl war früher ein Ochsenstall – zumindest vom antiken Ortsnamen her. Unsere Region wurde in vielen Bereichen von den Römern geprägt. Auf deren Spuren begaben sich 14 Schüler des Gymnasiums.

„Latein ist kein Kommunikationsmedium, aber nötig, um mit der eigenen europäischen Identität ins Gespräch zu kommen“, warb der Philologie-Professor Gernot Müller aus Eichstätt. Als er die Anfrage aus Weilheim bekam, habe er sich sofort für das Projekt entschieden. „Ich war beeindruckt von dem Interesse an der Sache.“

Über ein Jahr dauerte es, bis das Werk endlich fertig war. 365 Seiten mit über 400 Bildern präsentierte das P-Seminar Latein gemeinsam mit Lehrerin Carolin Völk am Montag nun stolz. Sie sollen eine „Anregung sein, sich selbst auf die Spuren der Römer zu begeben“, gaben die Schüler Einblicke in das Buch. Auch versteckte Orte und Tipps abseits der römischen Überbleibsel sind enthalten. Vom Ammersee bis nach Verona führt die Route. Neben den Beiträgen der Schüler kommen auch Archäologen, Altphilologen und Heimatforscher zu Wort.

Einen ganz besonderen Fürsprecher hatten die Organisatoren für den Abend gewinnen können. „Eine CD von mir mit Autogramm bekommt nur, wer auch ein Buch gekauft hat“, sagte Andreas Martin Hofmeir, der mit seiner musikalisch-kabarettistischen Lesung „Kein Aufwand“ die Veranstaltung bereicherte.

Gemeinsam mit Gitarrist Guto Brinholi zeigte der Tubist der Band LaBrassBanda, dass er auch die leisen Töne beherrscht. Statt Bierzelt-Musik, die meist mit der Tuba in Verbindung gebracht wird, blies er zarte Melodien auf seiner Konzerttuba „Fanny“. Die bekomme – genauso wie „Hildegard“ – auf Flügen sogar einen eigenen Sitzplatz, erzählte der Salzburger Musikprofessor. Der Vorteil liege auf der Hand: Nicht nur, dass kein schnarchender Nachbar stört, sondern auch zwei Essen springen auf diese Weise für den weltweit erfolgreichen Musiker raus – denn „Platz ist Platz“.

Lieder aus der Heimat Brinholis, Brasilien, samt musikalisch illustriertem „Oaschwackler“ der rassigen Dame in „Girl from Ipanema“ – wechselten sich mit ungarischen Klängen und sogar barocken Stücken wie Georg Philipp Telemanns Flötenphantasien ab. Dass viele davon ursprünglich nicht für Tuba komponiert waren, störte Hofmeir dabei gar nicht. Im Gegenteil: Der Virtuose überraschte mit der Vielseitigkeit seines Instruments und das, obwohl er als Jugendlicher – „und alles, was ich heute erzähle, ist wahr“ – kaum und wenn, dann nicht gerne geübt habe.

Neben launigen Geschichten und Musik hatte Hofmeir dann auch noch Gedichte im Repertoire. Das nach eigener Aussage schlechteste, das er je geschrieben habe, sorgte noch für verwunderte Blicke. Doch auch mit dieser Facette Hofmeirs freundete sich das Publikum nach und nach an.

Viele Anekdoten über Erlebnisse aus seinem Leben teilte Hofmeir mit den Zuhörern: Da ging es um sein zwölfjähriges Engagement beim Bauen von Krötenzäunen, das er nicht aus Tierliebe, sondern aus Vorfreude auf die mit fünf dicken Radl Wurst belegten Semmeln durchhielt, Differenzen mit seiner Familie bezüglich der Führung eines Übungsheftes und seine Erfahrungen im Chor, die in einem Aprilscherz gipfelten, in dem er die Baufälligkeit des Dießener Kirchenturms vorgaukelte. Dass der dann tatsächlich renoviert werden musste und das geplante Konzert nicht stattfinden konnte, das sei lediglich ein sehr komischer Zufall gewesen.

Von Ursula Gnadl

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