Neue Variante der Entlastungsstraße

Ein Tunnel im Weilheimer Osten?

Der Leiter des Staatlichen Bauamts Stefan Scheckinger, Angelika Flock, Alfred Honisch und Markus Loth sowie Mitarbeiter des Bauamts.
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Der Leiter des Staatlichen Bauamts Stefan Scheckinger (3.v.re.) klärte über den aktuellen Stand in Sachen Entlastungsstraße auf. Die drei Bürgermeister von Weilheim (v.li.) Angelika Flock, Alfred Honisch und Markus Loth sowie Mitarbeiter des Bauamts folgten seinen Ausführungen.
  • vonStephanie Novy
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Weilheim – Das Thema Entlastungsstraße schien, nicht zuletzt wegen der Pandemie, etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Doch hinter den Kulissen wurde weiter über mögliche Lösungen nachgedacht. Und so zieht das Staatliche Bauamt jetzt einen Tunnel im Osten in Betracht, wie dessen Leiter Stefan Scheckinger mitteilt.

Ein Tunnel sei sowohl von vielen Bürgern als auch vonseiten der Stadt Weilheim gewünscht worden, sagt Scheckinger beim Pressegespräch. Doch die bisherigen Varianten seien „schlicht nicht bauwürdig“. Bei rund 317 Millionen Euro für einen Zentrumstunnel in bergmännischer Bauweise würden die Kosten den Nutzen weit übersteigen.

Bei den Zentrums-Varianten in offener Bauweise gebe es Risiken aufgrund der baulichen Enge und damit mit der technischen Umsetzung. Und Scheckinger räumt ein: „Wir haben keine Ahnung, wie wir das verkehrlich hinkriegen sollen.“ Die B2 müsste für einen Tunnelbau gesperrt werden. Doch wohin mit dem Verkehr? Und das bei einer wahrscheinlich mehrjährigen Bauphase. Ein weiteres Problem: ein Tunnel im Zentrum würde zu keiner Entlastung der südlichen Wohngebiete führen. Und auch die Immissionsbelastung bliebe weiterhin in der Stadt. Zusammengefasst: Ein Tunnel im Zentrum ist schlicht zu teuer und bringt verkehrs- und umwelttechnisch kaum Vorteile. Zudem birgt er große bauliche und finanzielle Risiken. Aus all diesen Gründen werden die Varianten „ad acta gelegt“, wie der Bauamtsleiter sagt.

Die Variante „Zentrum Tunnel“ steht nicht mehr zur Debatte. Dafür könnte die „Ostumgehung ortsnah“ als Tunnel-Variante funktionieren. Diese Möglichkeit wird derzeit vom Staatlichen Bauamt eingehend geprüft.

Dafür bringt Scheckinger eine neue Variante ins Spiel. Er spricht von einem Tunnel im Osten Weilheims – als Alternative für die ortsnahe Ostumfahrung. Und zwar würde man die ortsnahe Ostumgehung unterirdisch bauen. Ob das machbar ist, werde derzeit geprüft. Wobei sich Scheckinger optimistisch zeigt. Technisch sei es jedenfalls umsetzbar und seiner Meinung nach auch umweltverträglich. Wobei eine genaue Untersuchung hier noch ausstünde. Der Vorteil eines Tunnels statt einer oberirdischen Trasse im Osten ist aber wohl klar in der Umweltverträglichkeit zu sehen. Denn Scheckinger erklärt, dass die Fläche oberhalb des Tunnels freilich wieder genutzt werden könne, zum Beispiel für einen Radlweg oder auch als landwirtschaftliche Fläche.

Insgesamt rechnet Scheckinger mit einer Baubreite von 15 Metern, die Länge des Tunnels würde rund drei Kilometer betragen. Und dann braucht es natürlich noch Anbindungen. Diese sind laut dem Bauamtsleiter so geplant, wie auch bei der bisherigen ortsnahen Ostumfahrung. Soll heißen: An der Deutenhausener Straße würde dann eine Anbindung an den Tunnel entstehen. Die Kosten für so ein Bauvorhaben müssen noch berechnet werden. Scheckinger sagt aber schon vorab, dass diese Variante wohl „nicht billig“ werden wird. Dennoch werden die Kosten wohl geringer ausfallen, als bei einem Zentrumstunnel, was die neue Variante dann durchaus wirtschaftlich machen würde.

Bis zur Sommerpause soll die neue Variante der Ortsumfahrung nun auf ihre Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit untersucht werden. Die Bürgerbefragung, deren Ergebnisse im ersten Anlauf nicht ausgewertet wurden (wir berichteten), könne dann im Herbst nachgeholt werden. Ende des Jahres, so Scheckinger, soll dann in Absprache mit der Stadt eine Vorzugsvariante feststehen.

Erster Bürgermeister Markus Loth freut sich, „dass eine Tunnelvariante aufgegriffen“ werde. Um auch die „Öffentlichkeit mitzunehmen“, prüfe man derzeit die Möglichkeit einer virtuellen Infoveranstaltung. Loths Stellvertreter Angelika Flock und Alfred Honisch zeigten sich ebenfalls angetan von der neuen Variante. Flock prophezeit jedoch, dass auch diese Variante nicht „geräuschlos“ angenommen werde, denn viele Menschen seien davon betroffen. Das müsse man „im Auge behalten“.

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