Stadtrat trifft Grundsatzbeschluss zur Förderung des Radverkehrs 

Stadt Weilheim ist Mitglied in AGFK

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Bei der Urkundenübergabe in München v.li.: Bayerischer Verkehrsminister Dr. Hans Reichart, Weilheims Bürgermeister Markus Loth, Radverkehrsbeauftragter Stefan Frenzl, ein Vertreter der Stadt Spalt und re. der AGFK-Vorsitzende Matthias Dießl.

Weilheim – Am Montag ging aus dem Rathaus die Meldung ein, dass die Stadt Weilheim seit vergangenem Freitag offizielles Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK) ist.

In einer Auszeichnungsveranstaltung im Münchener Künstlerhaus wurde Weilheim als neue Mitgliedskommune in die AGFK aufgenommen. Bürgermeister Markus Loth und Radverkehrsbeauftragter Stefan Frenzl nahmen die Urkunde vom bayerischen Verkehrsminister Dr. Hans Reichart und dem AGFK-Vorsitzenden Matthias Dießl entgegen. Die Stadt Weilheim ist jetzt eine von insgesamt 77 bayerischen Mitgliedskommunen, die sich damit dem Engagement für mehr Radverkehr und somit für mehr Lebensqualität und Umweltschutz verpflichtet haben. 

Die Verantwortlichen in der Stadt Weilheim haben bis zur „Hauptbereisung“ vier Jahre Zeit, die örtliche Radverkehrsförderung systematisch voranzutreiben. Werden die Hausaufgaben gut erledigt, erhält Weilheim das Prädikat „Fahrradfreundliche Kommune“

Die Kreisstadt ist nun offiziell in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern e.V. (AGFK) aufgenommen. Bis Weilheim das Prädikat „Fahrradfreundliche Kommune“ erhält, sind allerdings noch einige Hürden zu überwinden. Eine davon, den Grundsatzbeschluss zur Förderung des Radverkehrs, hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig genommen.

Der AGFK gehören bayernweit 77 Kommunen an mit dem Ziel, bei der Verkehrsmittelwahl vor Ort den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen. Der Verkehrsausschuss hatte sich im Oktober 2018 für die Bewerbung Weilheims um eine Aufnahme in die AGFK Bayern ausgesprochen. Auf einer eintägigen „Vorbereisung“ per Rad im Juni hat eine fünfköpfige Bewertungskommission der AGFK die Radfahrinfrastruktur in Weilheim unter die Lupe genommen und eine „solide Ausgangslage“ vorgefunden. Die Radexperten haben aber auch Defizite und Mängel festgestellt sowie konkrete Verbesserungsvorschläge aufgezeigt (wir berichteten). Weilheim wurde „Mitglied auf Probe“. Bei einer „Hauptbereisung“ in vier Jahren wird überprüft, ob die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht und die Fahrradfreundlichkeit entsprechend erhöht hat.

Laut Stadtratsbeschluss soll der Radverkehrsanteil in Weilheim in den nächsten fünf bis sieben Jahren um fünf Prozentpunkte gegenüber dem derzeitigen Anteil am gesamten Straßenverkehr (Kfz, Fußgänger, ÖPNV) gesteigert werden. Der Ist-Zustand ist mittels Zählung des Radverkehrs oder Befragung der Bevölkerung zu ermitteln. Das „Wie“ und ob dafür ein Ingenieurbüro eingeschaltet werden muss, steht noch nicht fest, sagte Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder auf Nachfrage: „Wir müssen ermitteln, was am kostengünstigsten ist.“ Aufgabe der Stadtverwaltung ist es nun, die dazu erforderlichen Maßnahmen auf Grundlage der vier Säulen Infrastruktur, Information (z.B. im Internet), Kommunikation und Service (z.B. Ladestationen für E-Bikes) zu erarbeiten.

Bis zum Jahr 2022, so sieht es der zeitliche Rahmen vor, seien auch die Prioritäten festzulegen. Zur Finanzierung der Radverkehrsförderung sollen zu den Haushaltsberatungen jährlich 350 000 Euro angemeldet werden. Für 2020 werden die bereits vorgesehenen 250 000 Euro für den Radverkehr um weitere 100 000 Euro aufgestockt.

„Weilheim braucht einen Grundsatzbeschluss“, warb Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl im Gremium um Zustimmung, nachdem er betont hatte, wie essenziell die Förderung des Radverkehrs ist und dass in Weilheim „schon viele Projekte am Laufen“ seien. Für Stadtrat Klaus Gast (CSU) hat der Bau weiterer Radwege „erste Priorität“, die Umsetzung sei „wichtiger als alle Papieraktionen“. Grünen-Stadtrat Alfred Honisch bezweifelte, ob Weilheims Standortförderer und Radverkehrsbeauftragtem Stefan Frenzl für das Vorhaben genügend Arbeitszeit zur Verfügung stehen werde. „Frenzl ist der geeignete Mann“, konterte Bürgermeister Markus Loth, derzeit gebe es allerdings einen personellen Engpass im Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus.

Zweiter Bürgermeister Horst Martin (SPD) schlug vor, für die Ausarbeitung eine Arbeitsgruppe oder einen Sonderverkehrs-

ausschuss einzurichten, was laut Wunder angedacht ist. ADFC, Agenda und Stadträte sollen in den Prozess eingebunden werden. Der Appell, den Radwegen im Winter beim Räumen und Streuen die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen wie den Straßen, brachte dem SPD-Kollegen Michael Lorbacher Applaus aus den Besucherreihen ein. FW-Fraktionssprecher Walter Weber – „der Radverkehr ist ein wichtiger Baustein für emissionsfreies Fahren“ – hält das Bereitstellen von jährlich 350 000 Euro bei einem Haushaltsvolumen von 66 Mio. Euro (Gesamtetat 2019) durchaus für vertretbar.

Ein vom städtischen Bauamt erarbeitetes Radfahrkonzept für Weilheim, hieß es in der Sitzung, soll in Bälde vorliegen.

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