Vorstellung im Stadtrat: Von Betriebskindergarten bis Waldkindergartenwägen

Das plant die Stadt in puncto KiTas

+
Die Stadt hat in Sachen Kinderbetreuung einiges vor.

Weilheim – Neben Entlastungsstraße und Wohnraumknappheit scheint es in der Kreisstadt ein neues Dauerbrennerthema zu geben: die Kinderbetreuung.

Dies zeigte sich auch in der letzten Sitzung des Stadtrates, in der gleich zwei Dringlichkeitsanfragen zu diesem Thema behandelt wurden. In der von Fraktionssprecherin Brigitte Holeczek (BfW) heißt es, dass „aus der Presse und über soziale Netzwerke“ zu erfahren gewesen sei, dass in Weilheim der Bedarf an Betreuungsplätzen „für Kinder im kommenden Herbst“ nicht gedeckt sei. Daher bat die Fraktion um „einen detaillierten Sachstandsbericht mit genauen Zahlen und der Angabe von Gründen und Faktoren, warum diese Entwicklung nicht abzusehen war“. Des Weiteren sollte die Verwaltung dazu Stellung beziehen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Eltern zu gewährleisten.

Die andere Anfrage kam von Angelika Flock (CSU), dritte Bürgermeisterin und Referentin für KiTas. In ihr steht unter anderem, dass Familien „zurecht zutiefst besorgt“ seien, ihre Kinder nicht unterbringen zu können. In ihrer Tätigkeit als Referentin für KiTas würde sie „seit über vier Jahren“ auf diese „kritische Entwicklung“ hinweisen. Flock bat um Auskunft, wie viele Kinder im Herbst 2019 voraussichtlich keinen Betreuungsplatz erhalten werden. Zudem erfragte sie Informationen zum Stand „der von mir in Zusammenarbeit mit der Verwaltung vorgeschlagenen Lösungen“ zur Beseitigung des „Betreuungsnotstands“ in Weilheim.

Stellung zu den zwei Anfragen nahm Karin Groß, Leiterin der Hauptverwaltung. Das Thema Kinderbetreuung beschäftige die gesamte Verwaltung schon seit Jahren. Momentan würden sich 140 Kinder auf der Warteliste befinden. Das Verhältnis von Krippen- zu Kindergartenkindern sei ungefähr gleich groß. Unter diesen Kindern seien jedoch auch welche dabei, die erst im Laufe des Betreuungsjahres Anspruch auf einen Platz haben. Zum Beispiel weil ihre Familien dann erst nach Weilheim ziehen.

Ein Grund für den Mangel an Plätzen sei unter anderem der Zuzug nach Weilheim, erklärte Groß. Außerdem würden Mütter und Väter ihre Elternzeit anders in Anspruch nehmen, was für die Verwaltung sehr schwer planbar sei. Hinzu kämen wirtschaftliche Faktoren, wie steigende Kosten für Wohnraum, weshalb Eltern arbeiten müssten und eine Betreuung bräuchten. Ebenfalls Probleme bereitet der geänderte Schulkorridor, nach dem es Eltern frei steht, ihre Kinder ein Jahr länger in der KiTa zu lassen.

Um diesen Mangel zu beheben gibt es auch einige konkrete Projekte. Diese führte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt auf. Untersucht wird die Möglichkeit, Waldkindergartenwägen an verschiedenen Standorten aufzustellen. Allerdings brauche man dafür auch ein entsprechendes Konzept und Personal. Weitere Ideen sind eine alte KiTa in Weilheim zu reaktivieren, Betriebskindergärten, die Erweiterung eines Kindergartens im östlichen Ortsteil, die Umnutzung eines Gewerbegebäudes am Weidenbach sowie langfristig der Bau einer neuen KiTa in der Geistbühelstraße. Außerdem wird gerade geprüft, ob in städtischen oder privaten Gebäuden, zum Beispiel dem Naturfreundehaus, Gruppen untergebracht werden könnten. Bereits fortgeschritten sind die Planungen für die Einrichtungen an der Kanalstraße (Baubeginn im Sommer) und an der Hardtkapellenstraße (Genehmigungsverfahren).

Bürgermeister Markus Loth dankte seinen Mitarbeitern, die „mit Hochdruck“ an der Problematik arbeiten würden. Zudem seien schon viele Gespräche mit Grundstückseigentümer geführt worden.

Von Sofia Wiethaler

Auch interessant

Meistgelesen

Grundstein für "Stoa 169" gelegt
Grundstein für "Stoa 169" gelegt
Bilderstrecke: Grundsteinlegung für „Stoa 169“
Bilderstrecke: Grundsteinlegung für „Stoa 169“
Standort-Oskar ging heuer an zwei Preisträger
Standort-Oskar ging heuer an zwei Preisträger
Kreistag beschließt Kostenübernahme für Seniorenticket und Schüler-Freizeit-Ticket
Kreistag beschließt Kostenübernahme für Seniorenticket und Schüler-Freizeit-Ticket

Kommentare