Lieber Dächer als Wiesen

Stadt Weilheim prüft Standorte für Photovoltaik-Anlagen

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Die Stadt Weilheim möchte mehr Standorte für  Photovoltaik-Anlagen.

Weilheim – Mit drei Anträgen der Bürger für Weilheim beschäftigte sich kürzlich der Klimaausschuss der Stadt. Dabei ging es sowohl um mehr Photovoltaik für die Kreisstadt, als auch um Pflanzungen an Wegen, Wiesen und Äckern. Alle drei Anträge fanden die Zustimmung des Gremiums, wenngleich keine unmittelbaren Umsetzungen zu erwarten sind.

Im ersten Antrag forderten die Bürger für Weilheim (BfW) auf, nach weiteren Standorten für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu suchen, da sowohl in puncto Wasser- als auch Windkraft die Energiegewinnung großteils ausgereizt oder nicht umsetzbar sei. Gleichwohl gäbe es aber seit einigen Jahren für die Stadt, den Landkreis und die Region die Zielsetzung weitgehender Energieautarkie. „Wir wollen mit unserem Antrag Impulse setzen“, führte Dr. Claus Reindl (BfW) hierzu aus.

Begrüßt wurde dieses Ansinnen von allen Fraktionen. „Der Antrag ist gut. Er hätte von uns sein können, aber die BfW sind offensichtlich schneller in die Gänge gekommen“, gab Prof. Stefan Emeis (Grüne) neidlos zu. Gerd Ratter (ÖDP) regte an, nicht bewachsene Freiflächen wie Parkplätze oder Dächer zu favorisieren, da bei ökologisch wertvollen Flächen erneuerbare Energien gegen den Artenschutz ausgespielt würden. Beschlossen wurde hierzu, dass Stadt und Stadtwerke Gebäude und Flächen prüfen und einen Aufruf an Privateigentümer starten sollen.

Im zweiten Antrag wurde die Pflanzung von Allee- oder Einzelbäumen an Feldwegen oder -straßen gefordert, was Reindl ebenfalls als Impuls verstanden wissen wollte. Stefan Kirchmayer vom Stadtbauamt führte aus, dass die meisten solcher Wege zwischen landwirtschaftlichen Flächen verlaufen, so dass das AGBGB die „Auslaufflächen“ regeln würde. Diese privatrechtlichen Vorschriften erschweren ein solches Vorhaben, da oft nicht die erforderlichen Breiten vorhanden seien. Eine Buschbepflanzung sei oft leichter realisierbar, allerdings bedeute dies in der Regel einen hohen Pflege- und damit Kostenaufwand. Franz Andrä (CSU), selbst praktizierender Landwirt, merkte an, dass die von Emeis und Ratter angesprochene Verschattung ein kleineres Problem sei: „Schlimmer ist der Wasserentzug.“ Und auch die Ausweichmöglichkeiten für die großen landwirtschaftlichen Fahrzeuge würden an den meist schmalen Fahrstreifen erheblich eingeschränkt. Dennoch will sich die Stadt nach dem einstimmigen Votum des Ausschusses auch dieser Frage annehmen.

In die gleiche Richtung zielte der dritte Antrag zur Pflanzung von Hecken und Buschwerk an Acker- und Wiesenrändern, um neuen Lebensraum für Kleinstlebewesen zu schaffen. Bürgermeister Markus Loth (BfW) merkte dazu an, dass man mit den Landschaftspflegeverbänden in Kontakt stehe. Der Favorisierung von Bewuchsinseln statt -säumen durch Andrä widersprach Ratter, da die Saumnetze für die Vermehrung besser seien. Auch Emeis befürwortete eine Randbepflanzung. Zudem würde so die durch stärkere Niederschläge bedingte Bodenerosion vermindert. Auch diesem Thema will sich die Stadt annehmen, wie der einstimmige Beschluss besagt.

In der nächsten Sitzung des Klimaausschusses im Juli soll es um Öko-Konto, ökologischer Fußabdruck des Stadtbusses und Klimaschutzkonzept gehen. Die Frage des städtischen Klimamanagements wird wohl erst im Herbst auf die Tagesordnung gehoben.

Von Bianca Heigl

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