Christian Schullers Dienstsitz ist am AELF in Weilheim

Weilheims Stadtförster nimmt Arbeit auf

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Christian Schuller nahm Anfang Januar am AELF seine Arbeit als Weilheimer Stadtförster auf.

Weilheim – Der neue Stadtförster ist ein gebürtiger Münchner und hat seine Liebe zum Wald erst auf Umwegen entdeckt: Christian Schuller (39) übernahm zum 1. Januar von seinem Vorgänger Franz Schmidt die Betreuung des Weilheimer Stadtwaldes.

Mit der personellen Neubesetzung wurde auch das Büro des Stadtförsters von Seeshaupt nach Weilheim in das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) verlegt. Dort ist Schuller jeweils dienstags von 8 bis 12 Uhr, nach telefonischer Vereinbarung unter der Nummer 0881/994-134 auch außerhalb dieser Zeiten, für die Bür- ger zu sprechen. Christian Schuller, der sich ursprünglich zum Schilder- und Lichtreklamehersteller hatte ausbilden lassen, entdeckte bei forstlichen Aufräumarbeiten nach dem Orkan „Oskar“ in Frankreich seine Liebe zum Wald. Daraufhin studierte er in Weihen- stephan Forstwissenschaften und war zuletzt in der Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf beschäftigt. Seit Februar 2012 steht er in Diensten der staatlichen Forstverwaltung. Schuller lebt mit seiner Frau in Paterzell. In Weilheim ist der Stadtförster dienstlich dem AELF angegliedert und für die Betreuung von 445 Hektar Stadt- und Spitalwald zuständig, letzterer ist aus einer Stiftung hervorgegangen. Zu seinen Aufgaben gehört es, die waldbaulichen Arbeiten naturnah und nachhaltig zu organisieren und sich aller Anliegen des Stadwaldes anzunehmen. Die Betriebsleitung und Bewirtschaftung des Stadtwaldes, so wurde es vor über 20 Jahren vertraglich festgelegt, obliegt dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, heute AELF. Wie dessen Leiter Markus Schmorell bei der Vorstellung Schullers am vergangenen Dienstag berichtete, ist Weilheim nach Schongau der größ- te Kommunalwaldbesitzer im Landkreis. Schmorell wie auch Bürgermeister Markus Loth lobten bei dem Treffen im AELF das Wirken von Schullers Vorgänger. Seit 2003 hatte Franz Schmidt den Stadtwald mit „hohem Einsatz und waldbaulichem Engagement“ bewirtschaftet. Über die Brennholzzuteilung an Selbstwerber und damit einher gehende Pflegemaßnahmen sei Schmidt, der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden ist, den Bürgern ein kompetenter Ansprechpartner gewesen. "Ein Schatz für die Stadt" Der Wald werfe zwar keinen großen finanziellen Gewinn ab, sei aber „ein Schatz für die Stadt“, stellte Bürgermeister Loth fest. Rund 200 000 Euro beträgt laut Franz Bader von der Stadtkämmerei der jährliche Erlös aus der Holznutzung, die schonend praktiziert wird. Ein Teil der Einnahmen wird in den Wegebau und in Pflegemaßnahmen investiert. In einem auf 20 Jahre ausgelegten Forstwirtschaftsplan sind alle waldrelevanten Belange, wie Holzvorrat, Zuwächse und jährlicher Hiebsatz, festgelegt. Der Holzverkauf wird laut Betriebsleiter Dr. Stephan Gampe über die Waldbesitzervereinigung Weilheim abgewickelt. Mischbestand ist stabiler Dem Umbau des einst von der Fichte dominierten Stadtwaldes hin zu stabilen Mischwaldbeständen wird mit dem Anpflanzen von Buche, Tanne, Eiche und Bergahorn Rechnung getragen. Wegens des Wildverbisses, betroffen sind vor allem die jungen Triebe der Tanne, müssen in einigen Jagdrevieren noch Pflanzungen eingezäunt werden, bedauert Schmorell. Zur Zeit wird der Stadtwald bei Tankenrain auf einer Fläche von 2,7 Hektar verjüngt. Schutz und Erholung Vorrang vor Holzertrag Über die Hälfte des Weilheimer Stadt- und Spitalwaldes erfüllen als Schutz- und Erho- lungswald in der Au und am Gögerl wichtige ökologische Funktionen für die Allgemeinheit. Weitere 100 Hektar (Gögerl, Feichtl) sind als Wasser- schutzwald ausgewiesen, 65 Hektar (Gögerl, Unterhauser Auwaldrelikt) stehen unter Natur- und Landschaftsschutz. Der durchschnittliche Holzvorrat liegt jährlich bei 336 Festmetern pro Hektar Wald, jährlich wachsen auf einem Hektar gut zehn Festmeter Holz nach. Der Stadt- und Spitalwald erstreckt sich über Weilheim hinaus auch auf Teile der Pollinger und Eberfinger Flur.

Von Maria Hofstetter

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