Zwei Lager

Veranstaltung der AfD in der Stadthalle – Mehrere hundert Demonstranten davor

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Einige Teilnehmer der Gegendemonstration. Mehr Bilder unter www.kreisbote.de.

Weilheim – Pünktlichkeit ist eine der deutschen Tugenden.

Trotzdem begann die Veranstaltung mit Bundessprecher Professor Dr. Jörg Meuthen, Mitglied des Europaparlaments, zu der der Kreisverband Weilheim-Schongau eingeladen hatte, mit circa zwanzigminütiger Verspätung. Zudem musste die ursprünglich eingeplante Pause ausfallen, da es die Security nicht schaffen würde, „die Massen“, die ein und aus gehen würden, zu kontrollieren, hieß es vom Kreisvorsitzenden Reno Schmidt. Das hatte auch damit zu tun, dass sich unter die circa 400 Zuhörer einige Gegendemonstranten gemischt hatten, die zuvor vor der Stadthalle ihre Meinung über die AfD Kund getan hatten. Während der Veranstaltung zeigten sie den AfD-Politikern mitunter die „rote Karte“. Einige von ihnen wurden von der Security und den Ordnern nach draußen begleitet.

Bildergalerie AfD Veranstaltung Stadthalle und Gegendemonstration

 © Maria Lindner
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Bei der Veranstaltung sprachen neben Meuthen auch Schmidt, Alexander Neumeyer, stellvertretender Kreisvorsitzender und Direktkandidat des Bezirkstages, der Landtagsdirektkandidat Rüdiger Imgart und der Landesvorsitzende MdB Martin Sichert. Imgart, der in Weilheim eine Rechtsanwaltskanzlei betreibt, machte darauf aufmerksam, dass Franz Josef Strauß heute sicher die AfD wählen würde. Den CSU-Politikern Horst Seehofer und Markus Söder würde er dagegen kein Wort glauben. Imgart sprach zudem die Polizisten, die sich im Saal aufhielten, an. Die AfD sei auch ihre Partei, da sie die Soldaten und Polizisten unterstützen würde. Seine Partei würde zudem bei straffälligen Asylbewerbern deutlich härter durchgreifen. In diesem Zusammenhang schlug der Rechtsanwalt eine Ausgangssperre für besagte Personen ab Einbruch der Dunkelheit vor. Klare und unmissverständliche Forderungen seien das Markenzeichen der AfD, daher sagte auch Imgart deutlich: „Wenn ich mich für mehr Kinder ausspreche, dann meine ich deutsche Kinder“.

Meuthen äußerte sich zu dem Vorwurf von CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dass die AfD durch ihre Politik jüdisches Leben in Deutschland gefährden würde. Seiner Meinung nach gefährdet Kramp-Karrenbauers Partei, mit ihrer Politik der unbegrenzten Einwanderung, jüdisches Leben in Deutschland. Die AfD würde für Probleme verantwortlich gemacht werden, die sich die Altparteien selber geschaffen hätten. Es sei in Deutschland noch nie eine Gefahr von Menschen jüdischen Glaubens ausgegangen, aber von Personen mit islamischem Glauben. Meuthen gab sich zudem kämpferisch „Wir werden unser Land nicht preisgeben“. Auch im Hinblick auf die Landtagswahlen glaube er, dass die AfD siegen müsse und werde. Der Bundessprecher sieht sich und seine Parteikollegen als Realisten und Pragmatiker und die hätten auf lange Sicht die besseren Karten.

Der AfD-Politiker gab außerdem an, dass Transitzentren nicht ausreichen würden. „Was wir brauchen“, seien mitunter durchgängige und unbefristete Grenzkontrollen sowie sofortige Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern. „Wir erleben gerade die Vergewaltigung unser Identität und unserer Kultur“, so Meuten weiter. Dies hänge mit dem gestörten Verhältnis vieler Deutscher zu ihrer Identität und Kultur zusammen. Viele würden sich als „Moralapostel“ aufspielen, während sie ihr Land zu Grunde richten. Die Veranstaltung endete mit gut dreißigminütiger Verspätung mit dem gemeinsamen Singen der Bayern- und Deutschlandhymne. Für die weitere musikalische Untermalung sorgten die Wielenbacher Musikanten.

Zwei Stunden vor Beginn der AfD-Veranstaltung hatte Landtagskandidat Andreas Krahl, Bündnis 90/Die Grünen, gemeinsam mit einem Zusammenschluss des Kreisverbandes Bündnis 90/Die Grünen, der Partei MUT und den Kreisverbänden von SPD und ÖDP zu einer Gegendemons-

tration vor der Stadthalle eingeladen. Die Demonstration stand unter dem Motto „Is ja ekelhAfD – Weilheim gegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung“. An ihr nahmen circa 600 Menschen aller Altersgruppen teil, die sich mit „roten Karten“, Trillerpfeifen und Plakaten mit Sprüchen wie „Wenn Ihr das Volk wärt, wären wir die Flüchtlinge“ Aufmerksamkeit verschafften. Zu ihnen sprachen Vertreter der Parteien. Landtagskandidat Dominik Streit (SPD) nannte die AfD dabei eine „asoziale Partei“, da sie sich mitunter gegen Homosexuelle und Alleinerziehende richte. Krahl sagte, dass jeder das Recht habe sich frei zu äußern. Im Fall von Meuthen gelte das auch, allerdings hieße das auch „dass wir nicht jedes dumme Geschwätz so stehen lassen müssen.“ Er selbst sei zwar davon überzeugt, dass seine Partei die besten Argumente habe, jedoch sei er noch viel mehr davon überzeugt, dass alle anderen Parteien „wesentlich bessere Positionen“ als die AfD haben würden. Krahl wandte sich auch an die AfD direkt: „Liebe AfD, wenn ihr wie Nazis sprecht, müsst ihr auch damit klar kommen, dass ihr Nazis genannt werdet.“

Die Polizei war mit 86 Kräften vor Ort. Es sei eine friedliche Demonstration gewesen, wie Bernd Schewe von der Polizeiinspektion Weilheim bestätigte. 

Von Sofia Wiethaler

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