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Stadthalle Weilheim: Sanierungsvariante wurde vorgestellt

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Von: Sofia-Leonie Wiethaler

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Stadthalle Weilheim mit PV-Anlage auf dem Dach.
Die Stadthalle ist bereits seit September 2021 gesperrt. © Reindl

Weilheim – Es sei kein erfreuliches Thema „vor allem was die Kosten betrifft“, leitete Bürgermeister Markus Loth (BfW) in der letzten Stadtratssitzung den Tagesordnungspunkt „Stadthalle Weilheim“ ein.

Die Halle ist seit September 2021 gesperrt (wir berichteten). „Zusammenfassend ist zu sagen, dass von einer maßgeblichen Einschränkung der Standsicherheit im Bereich der Brettschichtholzträger auszugehen ist und eine aufwändige Behebung der offensichtlichen Probleme notwendig wird. Eine Nutzung der Halle ist erst nach der Sanierung möglich; solange muss die Stadthalle gesperrt bleiben“, wird in den Sitzungsunterlagen die Tragweite verdeutlicht. Diese Erkenntnisse hätten zu umfangreichen Prüfungen möglicher Sanierungskonzepte unter Einbezug der betroffenen Fachsparten wie Brandschutz, Elektro, Lüftung und Raumakustik geführt.

Was die Akustik anbelangt, wurde sich auch mit Musikern, welche bereits in der Halle aufgetreten sind, ausgetauscht, berichtete Matthias Schamper vom Planungsbüro plan3 Architekten, Schongau. Er stellte den aktuellen Planungsstand, Sanierungsvorschlag sowie die daraus resultierenden Kosten im Stadtrat vor. Letztendlich hätte sich aus sieben Sanierungsvarianten die Version „Schweißträger“ als einzig „technisch und wirtschaftlich“ sinnvoll umsetzbare Lösung heraus kristallisiert. Hierbei werden U-förmige Stahlträger an den tieferliegenden Abseiten der Leimbinder angebracht, wie in der Sitzungsvorlage erklärt wird. Durch die notwendigen Eingriffe ins statische und brandschutztechnische System muss allerdings eine neue statische Berechnung durchgeführt und folglich ein neuer Bauantrag gestellt werden, wird weiter angegeben. „Es wird dabei von einer Baugenehmigungsphase von circa sechs bis acht Monaten ausgegangen. Die Arbeiten könnten voraussichtlich Anfang 2023 beginnen und Ende 2023 abgeschlossen werden“, wird auch auf einen möglichen Zeitplan eingegangen.

Insgesamt betragen die Kosten für die Sanierungsvariante circa 3,8 Mio. Euro netto. Darin enthalten sind 129 400 Euro für die WC-Sanierung, 415 588 Euro für Arbeiten an den Nebendächern (über Küche, Eingang, Foyer) und, der größte Posten, rund 3,3 Mio. Euro für Dachbinder und Hauptdach. Auch eine Photovoltaikanlage zur Eigennutzung ist in der Variante eingeplant. Brutto würden insgesamt rund 4,5 Mio. Euro fällig.

Im Haushalt 2022 wurden allerdings nur 1,3 Mio. Euro netto eingeplant. Im Finanzplan für die Folgejahre sind keine Mittel vorgesehen. „Zur Realisierung der Sanierung müssten deshalb im Haushalt 2023 Mittel in Höhe von mindestens 2,7 Mio. Euro zusätzlich bereitgestellt werden“, wird in der Vorlage klargestellt.

Ullrich Klinkicht (WM) hatte das Gefühl, eher ein Konzept für eine General- statt Dachsanierung vorgestellt bekommen zu haben. Das müsse auch billiger gehen, so der Stadtrat, der angab, selbst „gefühlt“ Statiker zu sein. Bürgermeister Loth erwiderte, dass Klinkicht davon ausgehen könne, dass die Verwaltung der Stadt alle Kosten geprüft habe. „Kein Mensch“ wolle hier höhere Kosten. Laut Drittem Bürgermeister Alfred Honisch (Grüne) würde man in der Versicherungsbranche in so einem Fall von einem „Totalverlust“ sprechen – abgesehen von den Grundmauern. Jedoch müsse man dem Büro Vertrauen entgegenbringen. Von „Totalverlust“ könne nach Loths Meinung nicht gesprochen werden. Man werde „nie“ eine neue Stadthalle für 4,5 Mio. Euro bekommen. Auch Schamper gab an, dass ein Neubau auf der grünen Wiese, unter anderem ohne Parkierung, bei 14 bis 15 Mio. Euro läge. Laut dem Ersten Bürgermeister müsse man froh sein „ehrliche Zahlen“ von Schamper zu bekommen und nicht „einen Nachtrag nach dem anderen.“

Auch Dr. Claus Reindl (BfW) gab an, über die Kosten „erschrocken“ zu sein. Jedoch erfordere Weilheims Veranstaltungskalender eine solche Halle. Was die Punkte WC Sanierung und Nebendächer angehe, müsse aufgrund der Haushaltslage aber noch einmal diskutiert werden.

Obwohl es in der aktuellen Sitzung nur um eine Kenntnisnahme gehe, so Stefan Zirngibl (CSU), würden alle Räte wissen, „dass wir die Entscheidung schneller treffen müssen als uns lieb ist“. Die Stadt hätte zusätzlich auch noch andere Dinge vor der Brust. Daher regte er an, vor der Sommerpause eine Klausurtagung abzuhalten, bei der eine Priorisierung der Großprojekte vorgenommen werden soll. Diesem Vorschlag pflichtete auch Horst Martin (SPD) bei.

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