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Stadtrat beschließt Änderung der Bebauungspläne für Dorfgebiete

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Die Bebauungspläne für Unterhausen, Deutenhausen und Marnbach sollen geändert werden, um mehr Wohnraum schaffen zu können.

Weilheim – Möglichkeiten, um neuen Wohnraum zu schaffen ohne dafür neue Flächen zu versiegeln, werden momentan überall gesucht.

Der Weilheimer Stadtrat hat sich nun dazu entschlossen, die Bebauungspläne für die Dorfgebiete Unterhausen, Deutenhausen und Marnbach zu ändern. Die vorherigen Pläne für die landwirtschaftlich geprägten Ortsteile stammen aus dem Jahr 2004. In ihnen ist unter anderem aus städtebaulichen Gesichtspunkten eine maximale Anzahl von zulässigen Wohneinheiten für die Hofstellen und Grundstücke festgelegt, welche sich im Dorfkern befinden. Pro angefangene 600 qm Grundstücksfläche war demnach eine Wohneinheit zulässig.

Im Frühjahr 2019 seien beim Stadtbauamt verschiedene Anfragen aus den Ortsteilen zur adäquaten Erhöhung der Einheiten eingegangen, wie es in den Sitzungsunterlagen heißt. Das Amt arbeitete deswegen verschiedene Varianten aus, die im Bauausschuss diskutiert wurden. Dort wurde der Vorschlag, die Berechnungsgrundlage für die maximal zulässige Anzahl der Wohneinheiten auf 450 qm pro Einheit zu ändern und die Deckelung von höchstens acht auf neun Einheiten zu erhöhen, einstimmig empfohlen. In Marnbach erhöht sich die Zahl der möglichen Wohnungen somit um 29 Stück, wie Manfred Stork, Leiter Bauverwaltung Stadt Weilheim, erklärte.

Auch im Stadtrat kam diese Idee gut an. Der Einzige, der gegen den Antrag stimmte, war Ortsteilreferent für Deutenhausen/Marnbach Klaus Gast (CSU). Er kritisiert vor allem die fehlende Beteiligung der Bürger aus den Ortsteilen. Zudem müsse zuvor auch über die Entwicklung der Infrastruktur nachgedacht werden. Seine Ratskollegen sahen das anders. Rupert Pentenrieder (BfW) zeigte sich überzeugt, dass nicht das komplette Potenzial ausgeschöpft werde und auch der dörfliche Charakter mit Sicherheit erhalten bleibe. Eine ähnliche Meinung vertrat Horst Martin (SPD). Er gab an, dass die bereits vorhandenen Potenziale in den letzten 16 Jahren auch nicht ausgenutzt wurden.

Von Sofia Wiethaler

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