CSU stellt Dritte Bürgermeisterin – 13 Stadträte vereidigt

Zwei neue Stadträte vertreten Loth

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Die neu ins Gremium gewählten Stadträte mit Bürgermeister und ehemaligem Rathaus-Vize. Vo.v.li.: Ingo Remesch, Horst Martin, Markus Loth, Angelika Flock, Susann Enders, Romana Asam, Marion Lunz-Schmieder. 2.R.v.li.: Saika Merx, Walter Weber, Werner Loos, Tillman Wahlefeld, Florian Lechner. Hi.v.li.: Dr. Johannes Langer, Dr. Eckart Stüber, Brigitte Holeczek.

Weilheim – „Seit ich Bürgermeister bin, war die Wahl meines Stellvertreters noch nie so offen.“ Mit diesen Worten leitete Markus Loth die konstituierende Sitzung des neuen Stadtrates ein. Er sollte mit seiner Äußerung Recht behalten. 

Erst nach dem zweiten Wahlgang stand fest: Das Amt des Vizebürgermeisters bleibt mit Horst Martin bei der SPD. Zur Dritten Bürgermeisterin wurde Angelika Flock (CSU) gewählt.

Zu Beginn seiner dritten Amtsperiode rief Loth das neu zusammengesetzte Gremium zur „vertrauensvollen Zusammenarbeit“ auf, in der mehrheitlich getroffene Entscheidungen zu akzeptieren seien. „Vor persönlichen Angriffen gilt es Halt zu machen“, mahnte der Bürgermeister. „Eine „offene und umfassende Informationspolitik“ im Stadtrat sei ihm ein Anliegen, betonte er.

13 Neue im Stadtrat 

Bürgermeister Loth nahm 13 neuen Mitgliedern das Versprechen ab, in ihrem künftigen Ehrenamt die Rechte der Selbst- verwaltung zu wahren und ihren Pflichten nachzukommen. Im Einzelnen sind dies: 

– CSU: Angelika Flock, Marion Lunz-Schmieder, Dr. Johannes Langer, Werner Loos 

– Freie Wähler/UWV: Susann Enders, Romana Asam, Walter Weber 

– BfW: Brigitte Holeczek, Tillman Wahlefeld, Florian Lechner 

– SPD: Horst Martin – Bündnis 90/Die Grünen: Dr. Eckart Stüber – FDP: Saika Merx.

Amt mit Freude ausgefüllt 

„Schade, dass du nicht mehr kandidiert hast“, bedauerte der Rathauschef, als er sich bei seinem langjährigen Stellvertreter für das „gute, vertrauensvolle und ehrliche Miteinander“ bedankte. Über zwei Wahlperioden hinweg, seit 2002, hatte Ingo Remesch die Aufgaben des Ersten Bürgermeisters übernommen, wenn dieser dienstlich verhindert oder im Urlaub war. 

Es sei ihm „zu jeder Zeit eine große Ehre gewesen, die Stadt Weilheim stellvertretend repräsentieren zu dürfen“, versicherte Remesch. Auch er hatte sich warme Dankesworte für Stadtratskollegen, Stadtverwaltung und seine Frau zurechtgelegt. Nach der Abgabe dieses Ehrenamtes, so Remesch, „bleibt jetzt mehr Zeit für Beruf und Familie“. Mit ihrem lang anhaltenden Applaus signalisierten die Stadträte: Ingo Remesch hat seine Arbeit gut gemacht.

Zwei Stellvertreter für Loth 

Richtige Spannung kam bei der geheimen Wahl der weiteren Bürgermeister auf. Mit Angelika Flock, Horst Martin, Alfred Honisch (Grüne) und Wolfgang Mini (FW) gingen vier Kandidaten ins Rennen. Die BfW hatten keinen Vorschlag eingereicht. 

In einer Vorstellungsrunde machten die Bewerber deutlich, warum sie sich für dieses Ehrenamt prädestiniert fühlen. Zuvor hatte Marion Lunz-Schmieder mit einem emotionalen Appell für ihre Parteikollegin geworben, „weil sie sich traut und weil sie`s kann“. Flock sei die einzige Frau unter den vier Kandidaten, könne Loth auch spontan vertreten und genieße „das uneingeschränkte Vertrauen ihrer Partei“, hob die CSU-Fraktionssprecherin hervor. Für die absolute Mehrheit waren 16 Stimmen nötig. Im ersten Durchgang schaffte das niemand: Martin (13) und Flock (10) ließen jedoch Honisch (4) und Mini (2) weit hinter sich. Bitter für Mini: Er wurde nicht einmal von seinen eigenen Fraktionskollegen voll unterstützt. Ein Stadtratsmitglied hatte für Uta Orawetz (CSU) gestimmt, die darauf mit einem entsetzten „Also, ich hab` mich fei nicht selbst aufgeschrieben!“ reagierte. 

Der zweite Gang in die Wahlkabine brachte Klarheit: 17 Stimmen für den SPD-Mann, 13 für die CSU-Frau. Loths Aufforderung „Auf ein gutes Miteinander“ ließ sein neuer Vertreter Martin ein knappes „Danke für das Vertrauen, ich bin überwältigt!“ folgen. Flock, Mini oder Honisch? Diese Frage stellte sich dem 30-köpfigen Gremium bei der Wahl zur Dritten Bürgermeisterin. Mit 18 Stimmen fuhr die CSU-Kandidatin vor Honisch (9) und Mini (3) einen deutlichen Sieg ein. Damit wird Loth künftig von zwei Stadtratsneulingen vertreten. 

Erfreut nahm Angelika Flock ein Blumenbukett in Empfang, das in Erwartung eines weiblichen Wahlsieges im Vorfeld beschafft worden war. Flock hat nun den Sprung in ein Ehrenamt geschafft, über das sie in ihrer Vorstellung hatte verlauten lassen: „Ein bisserl weibliche Politik unter so vielen Männern, das wäre vielleicht gar nicht verkehrt.“

Von Maria Hofstetter

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