Ab 9. Juli wieder Teatro Coronato

Stadttheater Weilheim mit neuem Programm

Inszenierung des Teatro Coronato „Der Heiratsantrag“
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Nur eine der vielbeachteten Inszenierungen des Teatro Coronato im vorigen Sommer war Tschechows „Der Heiratsantrag“, der auf der kleinen Freilichtbühne an der großen Hochlandhalle zu sehen war.
  • vonBianca Heigl
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Weilheim – „Wir sind heilfroh, aber die Pflicht ruft auch“, so Andreas Arneth über den bevorstehenden Start der Theatersaison in der Kreisstadt. Denn nach dem verheißungsvollen Auftakt im vorigen Sommer auf der kleinen Freilichtbühne an der großen Hochlandhalle zwang die Pandemie und die damit verbundenen Auflagen die Weilheimer Theaterverantwortlichen wiederum zu einer Zwangspause.

Für heuer sind nun bessere Voraussetzungen geschaffen. Nicht nur, dass die Inzidenzwerte derzeit hoffen lassen, es wurden auch mit Unterstützung der Sparkasse Oberland, der Freunde des Weilheimer Theaters und der Sparda-Bank sechs Luftreinigungsgeräte für das Stadttheater angeschafft, so dass dies als Ausweichquartier bei schlechtem Wetter und für die kalte Jahreszeit genutzt werden kann. „40 bis maximal 70 Personen können wir im Stadttheater platzieren – je nachdem, wie viele Einzelplätze benötigt werden“, freut sich Arneth.

Auch Ragnhild Thieler vom Verein der Freunde des Weilheimer Theaters und Stadtratsreferentin für Kultur und Kunstausstellungen ist beinahe euphorisch: „Es war sehr schlimm, dass Kunst und Kultur in Corona-Zeiten so vernachlässigt wurden. Umso mehr freut es mich, dass wir für das Stadttheater jetzt eine gute Lösung gefunden haben.“ Natürlich mache die Platzbegrenzung aber die Finanzierung der Veranstaltungen sehr kompliziert, da ja nur ein Bruchteil der normalen Auslastung erreicht werden kann. Bemerkenswert findet sie in diesem Zusammenhang, dass der Verein keine Mitglieder verloren hat und auch viele Abonnenten auf die Rückzahlung ihrer Eintrittsgelder verzichtet und diese gespendet haben.

Theater in Zeiten von Corona erfordert Kreativität nicht nur auf der Bühne, sondern auch beim ganzen Drumherum. Und so ist das Gastspiel des Turmtheaters Regensburg mit Stefan Vögels „Die Niere“ am kommenden Wochenende auch den treuen Abonnenten gewidmet, die hierzu exklusiv eingeladen wurden.

„Und das Telefon steht nicht still“, freut sich Andreas Arneth. In enger Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde des Weilheimer Theaters und mit finanzieller Unterstützung konnten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass nun wieder Theater nicht nur im Freien stattfinden kann. „Wir haben im Sommer die Bühne an der Hochlandhalle, das Stadttheater als Ausweichquartier und im äußersten Notfall die Hochlandhalle“, berichtet Ragnhild Thieler, Vorsitzende des Vereines der Freunde. Das alles sei nur durch die hervorragende Zusammenarbeit mit Arneth und seinem Team möglich – trotz der „erschreckenden Auflagen des Ministeriums“, so Thieler.

Für sie, die ja auch Kulturreferentin der Stadt ist, sei das letzte Jahr wirklich traurig gewesen: „Am schlimmsten waren die vielen Absagen an die Künstler, die wir machen mussten.“ Aber jetzt wird wieder fleißig geplant, so etwa an einem Abend mit Adele Neuhauser. Fix sind bereits zwei einstündige Klavierabende mit Jürgen Geiger im Juni mit Werken von Schumann, Liszt, Schubert, Rachmaninoff und Eigenkompositionen Geigers.

Arneth hat für die Sommersaison ein feines, kleines Programm zusammengestellt. So gibt es zum Auftakt Niccoló Macchiavellis Meisterkomödie „La Mandragola“ mit Werner Eggenhofer, Ruben Hagspiel, Katharina von Harsdorf, Benjamin Hirt und der Lore-Bronner-Preisträgerin 2019 Patricia Ivanauskas, Inszenierung Yvonne Brosch und Ausstattung Andreas Arneth. Zudem erinnern die Festspiele zu dessen 100. Geburtstag an Christian Buck mit „Die Weilheimer Stückl“. Hier werden wieder viele bekannte Gesichter aus der Kreisstadt zu sehen sein.

Auch die Komödie „Anna sagt was“, die bereits 2020 zu sehen war, wird abermals auf die Bühne gebracht. Dazu der Einakter „Der Bär“ von Anton Tschechow. Auf einen romantischen Opernabend darf man sich Ende August freuen, wenn beliebte Werke von Verdi, Puccini, Gershwin und anderen auf dem Programm stehen. Als Sopranistin konnte man hierfür Maria Czeiler gewinnen, Robson Bueno Tavares übernimmt die Bariton-Partien und Max Hanft begleitet beide am Klavier und moderiert.

Ab September ist dann im Stadttheater „wenn alles klappt jedes Wochenende“, so Arneth, im Rahmen des Weilheimer Kulturprogramms Folgendes geplant: „Three o’clock“ von Ana-Maria Bamberger – hier geht es um die krasse Beziehung zweier Schwestern. Eine Komödie in einem Akt schuf Sean O’Casey mit „Das Ende vom Anfang“. Und um „Lauter Lügen um eine Leiche“ geht es in der Krimikomödie von Alfonso Paso. Auch zu sehen ist Souffleuse „Anna sagt was“ in dem gleichnamigen Stück von Peter Schanz. Dieses Stück sowie die anderen Freilichtinszenierungen werden ebenfalls im Stadttheater gezeigt.

Auch ein Curt-Weill-Abend, das Theater für Kinder München, „Eine Weihnachtsgeschichte“ als szenische Lesung mit Musik und inklusives Theater der Freien Bühne München sind vorgesehen. Musikalisch will man sowohl Puccini als auch Richard Strauss einen Abend widmen. Natürlich soll auch der Jazz nicht zu kurz kommen und so soll es heuer wieder die Weilheimer Jazztage „Ammertöne“ geben. Hier steht noch nicht fest, ob diese noch im Sommer oder wie gewohnt im Herbst stattfinden werden. Die Veranstaltungen des Kabarett-Abos Brotzeit&Spiele sind geplant, aber noch nicht entschieden, ebenso Veranstaltungen der Musikschule und des Vereins Freunde des Weilheimer Theaters.

Termine der kleinen Freilichtbühne an der großen Hochlandhalle

La Mandragola: 9./10./16./17./30./31. Juli, 6./21. August, jeweils 20.30 Uhr

Anna sagt was: 11./18. Juli, 1./5./27. August, jeweils 20.30 Uhr

Weilheimer Stückl: 23./24./25. Juli, 7./8. August, jeweils 20.30 Uhr

Der Bär: 13./14./15./20./22. August, jeweils 20.30 Uhr

Summertime – Ein romantische(r) Opernabend/nacht: 29. August, 18 und 20 Uhr

Änderungen möglich! Bitte beachten Sie die aktuellen Hinweise auf der Website des Weilheimer Stadttheaters. Der Vorverkauf startet am 16. Juni.

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