Peter Müller informiert im Stadtrat über die Projekte der Stadtwerke Weilheim

Faulturm, Stromspeicher und mehr

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Die Stadtwerke Weilheim.

Weilheim – Etwa eine Stunde arbeitet er in völliger Dunkelheit, dann muss er wieder auftauchen und pausieren, bevor es weitergeht. Die Reinigung eines Faulturms während des laufenden Betriebes ist eine Herausforderung für den Taucher, der in den Behälter absteigt und dann von dem Abwasser und Klärschlamm umgeben ist. Wie Peter Müller, Leiter der Weilheimer Stadtwerke, in der letzten Stadtratssitzung erläuterte, gehören die Reinigung und Sanierung des Faulturms zu den Projekten, die das Kommunalunternehmen 2017 durchführte.

Der Faulturm ist bereits 50 Jahre alt und es wurde erforderlich, die entstandenen Ablagerungen abzusaugen. Nach dieser Prozedur ist er wieder voll funktionstüchtig, wie aus dem „Bericht aus den Stadtwerken“ von Müller zu entnehmen ist. Im Bereich „Abwasser“ wurde auch das Nachklärbecken bei laufendem Betrieb untersucht, die Kanalisation Hahnenbühel wurde erschlossen und der Generalentwässerungsplan fortgeschrieben. Des Weiteren gehören die Sanierung und der Neubau des Kanalnetzes zu den Aufgaben. Insgesamt sind für den Bereich „Abwasser“ in diesem Jahr Investitionen von 1,55 Mio. Euro geplant.

Elementar für das tägliche Leben ist die Trinkwasserversorgung. In diesem Bereich haben die Stadtwerke mit der Fertigstellung des neuen Hochbehälters Marnbach einen neuen Wasserspeicher in Betrieb genommen. Der alte Hochbehälter wurde abgerissen. Zu den geplanten 1,72 Mio. Euro an Investitionen für den Bereich „Trinkwasser“ gehören außerdem Leitungssanierung und -neubau des Wassernetzes und Baugebietserschließungen.

Jeden Tag im Einsatz sind die Betriebsfahrzeuge des Kommunalunternehmens. Daraus folgt die Notwendigkeit diverser Ersatz- beziehungsweise Neubeschaffungen. Die gute Nachricht, berichtet Müller den Stadträten, ist, dass er für das Unternehmen ein Schnäppchen machen konnte. Die Münchner Stadtwerke hatten einen, von Weilheim benötigten, Hubsteiger im Angebot. Da ein Neufahrzeug zu teuer wäre, war das gepflegte Gebrauchtfahrzeug genau das Richtige. Die Weilheimer konnten sich unter den Interessenten durchsetzen und bekamen den Hubsteiger für ein Fünftel des Neupreises. Da keine Anmietung des Fahrzeuges mehr notwendig ist, hat es sich „in drei Jahren amortisiert“, so Müller.

In Sachen Hochwasserschutz wurden an den Stadtbächen die Pegelmessungen eingerichtet. Diese hatten dann bei den starken Regenfällen der letzten Wochen auch gleich ihre Bewährungsprobe. Und sie haben sich bewährt. Die Mitarbeiter der Stadtwerke erhielten die Informationen von den Messgeräten und konnten sofort reagieren.

Mehr als 60 000 produktive Arbeitsstunden wendeten die Mitarbeiter in ihren Tätigkeiten für Stadt und Umlandgemeinden in den Bereichen Straßen, Grün und Hausmeisterdienste auf. Das eingeplante Budget für den Bereich „Betriebshof“ beträgt 0,71 Mio. Euro.

Ein wichtiges Thema für Weilheim sind die Parkmöglichkeiten. Auch hieran arbeitet das Kommunalunternehmen unterstützend mit und plant 0,51 Mio. Euro für das Jahr 2017 ein. Müller stellte für das Gesamtparkraumkonzept Weilheim zum Beispiel Optionen für ein Parkhaus Krumpperstraße vor. Vorstellbar, und wohl auch finanzierbar, wäre hier ein Parkhaus mit zunächst 118 Pkw-Stellplätzen und zwölf Lkw-Garagen. Es bestünde später die Möglichkeit, die Lkw-Garagen in circa weitere 85 Pkw-Stellplätze umzubauen.

Themen der Energie GmbH

Um Strom, Gas, Wärme und Breitband geht es bei der Tochtergesellschaft Stadtwerke Weilheim i.OB Energie GmbH – SWE. Beim Thema Stromerzeugung wird weiterhin auf Photovoltaik gesetzt sowie eventuell auf eine kleine Wasserkraftanlage – der Wasserrechtsantrag Seemühle (Weilheim am Trachtenheim) läuft. Wasserkraft im großen Rahmen schließt sich wohl mit den Planungen des Hochwasserschutzes aus. Das Projekt zur Stromspeicherung mit Gravity Power wird fortgesetzt. Die Energie GmbH ist seit Beginn des Jahres auch Inhaber der Stromnetz-Konzession. Allerdings gibt es noch ein Problem, da der Altkonzessionär die Herausgabe des Netzes verweigert und deshalb ein Rechtsstreit läuft. Für Strom und Gas sind 80 000 Euro eingeplant.

Eine Million Euro an Investitionen ist für den Breitbandausbau eingerechnet. In diesem Bereich geht es um die eigenwirtschaftliche Baugebietserschließung und den Aufbau der passiven Glasfaserinfrastruktur im Rahmen des Bundesbreitbandausbauprogrammes. Hierfür überreichte im Juli Bundesminister Alexander Dobrindt einen Förderbescheid im Rathaus.

In Sachen Wärme (Investitionen 50 000Euro) gibt es aktuell noch ein paar Fragezeichen. Die erste Bohrung in der Lichtenau ist noch nicht abgeschlossen, und ob die Wärmeversorgung von Gut Dietlhofen über eine tiefe Erdwärmesonde erfolgt, ist noch ungewiss.

Insgesamt ergeben sich in der Summe aus den bisher aufgezählten Bereichen 4,9 Mio. Euro an Investitionen für das Jahr 2017.

Weitere Projekte der Stadtwerke Weilheim

Erfreut zeigte sich Müller angesichts des Umstandes, dass die Altlastensanierung der Kiesgrube und an der Krumpperstraße abgeschlossen sind. Er ist zuversichtlich, diese Flächen aus dem Altlastenkataster herauszubringen. Dabei stellte die Krumpperstraße durchaus eine Herausforderung dar, mussten doch circa zehntausend Tonnen gefährlicher Abfall weggeschafft werden und insgesamt rund 33 000 Tonnen Material. Die Stadtwerke, die derzeit 80 Mitarbeiter haben, setzten sich auch für einen weiteren Ausbau des Solarkatasters ein, mit dem erkannt werden kann, auf welchem Dach eine Solaranlage gebaut werden kann. Des Weiteren ist das Unternehmen mit seinem SWE Umweltunterricht an den Schulen vertreten. Hierbei soll schon früh ein Verständnis für regenerative Energien geweckt werden. Die Kinder waren es auch, die erklärten, den Stadtwerken fehle ein Maskottchen. „Da sind wir jetzt dran“, so Müller, der momentane Arbeitstitel ist „Wilhelm aus Weilheim“.

Im Bereich ÖPNV könnte es künftig ein Pilotprojekt in Weilheim geben: einen batterieelektrischen Stadtbus. Ob die Stadt den Zuschlag erhält, hängt derzeit noch davon ab, an wen die Fördermittel des Bundes gehen. „Wir werden schauen, dass wir da reinkommen“, so Müller. Auf Nachfrage von Stadträtin Susann Enders erläuterte der Stadtwerkeleiter, der vorgesehene Bus sei ein Niederflurbus, der auch abknicken könnte, sodass ein Zugang ohne Rampe ermöglicht wird. Der Bus biete zudem Platz für Rollstuhl und Kinderwagen.

Ausgebaut werden soll auch das Angebot an HotSpots in Weilheim. Neue Standorte wären Bücherei, Stadthalle und Volksfestplatz sowie der neue Busbahnhof.

Stadtwerke in Zahlen

Gesamte Erträge: + 14,4 Mio. Euro

Gesamte Aufwendungen: - 14,1 Mio. Euro

Ergebnis: 0,3 Mio. Euro

Von Melanie Wießmeyer

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