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Stadtwerke Weilheim i. OB wollen Fernwärmenetz ausbauen

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Von: Stephanie Novy

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Feuerwehrgerätehaus Weilheim
Die Stadtwerke wollen auch die städtischen Liegenschaften an ein Fernwärmenetz anschließen. Der Klimaausschuss hat sich dafür ausgesprochen. Ob das Feuerwehrgerätehaus allerdings ans Netz angeschlossen wird, ist fraglich. Laut Stadtverwaltung wurde hier erst vor drei Jahren eine neue Heizung installiert. © Novy

Weilheim – Als einen logischen Folgebeschluss bezeichnete Dr. Claus Reindl (BfW) im Klimaausschuss einen Antrag zum Thema Fernwärme. Die Stadtwerke Weilheim i.OB Energie GmbH (SWE) will nämlich städtische Liegenschaften, wo technisch möglich, an das Netz anschließen.

Im neu errichteten Parkhaus an der Krumpperstraße hat die SWE auch eine Biomasse-Heizanlage untergebracht (wir berichteten). Diese könnte, so geht es aus der Beschlussvorlage hervor, nach Inbetriebnahme vorerst für folgende städtische Liegenschaften Fernwärme liefern: Bürgerheim, zwei Einrichtungen für Betreutes Wohnen, Neubau Gebäude Bahnhofgasse, Jugendhaus Come In und Feuerwehrgerätehaus.

Wie berichtet, wird die SWE zudem eine Heizanlage am Kranlöchl errichten. Dem hatte der Stadtrat bereits zugestimmt. An diese könnten sämtliche Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen am Hardt angeschlossen werden. Auf Nachfrage von Ausschussmitglied Petra Arneth-Mangano (SPD) erklärte SWE-Chef Peter Müller, dass auch das Landratsamt für seine Liegenschaften ein Angebot bekomme.

Grundsätzlich soll sich das Fernwärmenetz vom Weilheimer Nord-Osten bis in Richtung Innenstadt erstrecken. Dafür muss aber erst die Infrastruktur geschaffen werden, sprich: die Leitungen müssen verlegt werden. Die Straßen dafür aufzugraben ist unerlässlich, aber Müller will gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. „Wir werden das mit der Verlegung des Glasfasernetzes kombinieren.“ Zudem, so der SWE-Chef, seien bei der Erneuerung der Wasserleitungen im vergangenen Jahr teils die Leitungen für die Fernwärme schon mitverlegt worden. Die Bundesstraße wäre also von Bauarbeiten samt Sperrungen schon mal nicht betroffen.

Die Kosten für den Ausbau des Fernwärmenetzes, der sich über mehrere Jahre erstreckt, belaufen sich laut Müller auf etwa zwei bis 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Wobei hiervon noch Zuschüsse in Höhe von circa 45 Prozent abgezogen werden können. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten starten. Laut Müller könnte das Bürgerheim dann noch heuer ans Netz angeschlossen werden. 2023 wäre „der Norden ausgereizt“ und 2024 und 25 kämme der restliche Teil dazu.

„Der Anschluss an das Fernwärmenetz der SWE ist für die städtischen Objekte in Bezug auf den Klimaschutz und die Vermeidung von CO2-Ausstoß vorteilhaft“, heißt es in der Beschlussvorlage des Klimaausschusses. Die Fernwärme werde zum größten Teil aus erneuerbaren Energien (heimisches Waldhackgut) gewonnen. „Nur für die Spitzenlast und zum Betrieb des Blockheizkraftwerks wird Erdgas beziehungsweise Biomethan benötigt.“ Die SWE rechnet mit einer CO2-Einsparung – je nach Ausbaustand – von mehreren hundert Tonnen pro Jahr. „Darüber hinaus wird die bereits begonnene und die nächsten Jahre weiter steigende CO2 -Bepreisung für fossile Energieträger die Heizwärme aus regenerativen Energieträgern immer interessanter machen.“

Die Verwaltung des Rathauses schreibt zu den Plänen der SWE in einer Stellungnahme, dass „stets geprüft“ werden müsse, ob ein Anschluss auch wirtschaftlich sei. „Möglicherweise entstehen durch einen Fernwärmeanschluss zusätzliche Kosten hinsichtlich Mess-Steuer- und Regeltechnik oder Gebäudeleittechnik.“ Zudem weist die Verwaltung darauf hin, dass im Feuerwehrhaus „vor drei Jahren eine neue Heizung eingebaut“ wurde. Das Jugendhaus Come In werde derzeit über das Landratsamt mit Nahwärme versorgt.

„Interessant werden die Anschlüsse in der Hardtkapellenstraße. Hier befinden sich einige städtische Gebäude, allerdings werden diese auch jetzt schon mit erneuerbaren Energien (Hackschnitzel) versorgt. Hier müssen auch die derzeitigen Vertragssituationen (Contracting, Wärmelieferung durch Fremdfirma) betrachtet werden.“

In der Sitzung fiel das Feedback der Anwesenden durchweg positiv aus. Bürgermeister Markus Loth (BfW) sagte, dass es bisher „eine gute Resonanz“ auf das Projekt gebe. Viele Interessenten hätten sich bereits gemeldet. Neben Dr. Claus Reindl sprach sich auch Ausschussmitglied Prof. Dr. Stefan Emeis (Grüne) für den Anschluss an die Fernwärme für städtische Liegenschaften aus. „Aus Sicht des Klimaschutzes ist es genial.“ Man komme dadurch auch davon weg, „überall Wärmepumpen hinzustellen“, äußerte sich Emeis. Denn diese hätten durchaus Nachteile.

Letztlich sprach sich der Klimaausschuss einstimmig für einen Anschluss der städtischen Liegenschaften, wo technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll, an die Fernwärme aus. Jetzt muss nur noch der Stadtrat zustimmen.

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