Batterie statt Diesel?

Stadtwerke Weilheim testen batterieelektrischen Midibus im Straßenverkehr

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Franz Multerer, stellvertretender Bereichsleiter Betriebshof, bei der Testfahrt des Midibusses Karsan Atak electric.

Weilheim – In der Diskussion über Schadstoffemissionen vor Ort und überhaupt ist er fein raus, der batterieelektrisch betriebene Midibus der Firma Karsan Otomotive aus Bursa, Türkei.

Lädt er Ökostrom, fährt er mit Zero-Emission. Weil er lärm- und eben vor allem abgasfrei ist, haben die Stadtwerke Weilheim kürzlich einige Tage lang getestet, ob er sich technisch grundsätzlich für den Einsatz auf Weilheims Stadtbuslinien eignen würde. „Denn im Rahmen unseres Konzepts ‚Stadtbus 2022‘ haben wir zahlreiche Optionen analysiert, wie der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Weilheim effizienter und umweltfreundlicher werden könnte“, sagt Stadtwerke-Chef Peter Müller.

Etliche dieser Art sind bereits in Europa unterwegs. Der Midibus Atak electric von Karsan ist mit 8,3 Meter Länge und 2,4 Meter Breite deutlich kleiner als die üblichen Standardlinienbusse. Das macht ihn wendiger, flexibler: auch in Weilheims Innenstadt. Er bietet je nach Ausstattung bis zu 18 Sitzplätze, bis zu 28 Stehplätze und einen Rollstuhl- beziehungsweise Kinderwagenplatz. Seine Größe wäre für Weilheim gerade recht. Er ist sogar ein Drittel günstiger als ein anderer zuletzt 2017 in Weilheim getesteter Elektro-Midibus.

Woher kommt der Strom für den Elektromotor? Den gesamten Energiebedarf decken Lithium-Ionen-Batterien ab. Sie haben eine Kapazität von 220 kWh. „Damit kommt man nach Herstellerangaben fast 300 km weit. Das hat uns angenehm überrascht“, so Stadtwerke-Chef Müller: „Wenn ein vergleichbarer Diesel Midi Bus 15 Liter Diesel je 100 km verbraucht, sind das etwa 150 kWh Energie je 100 km. Der Elektro-Midibus von Karsan benötigte bei unseren Testfahrten im Schnitt 70 kWh pro 100 km. Das passt.“

Der E-Midibus wurde über Nacht bei den Weilheimer Stadtwerken via Kabel aufgeladen. Wenn der Tagesumlauf eines Busses nicht mehr als 200 bis 250 km beträgt könnte die Nachtladung reichen und es müsste tagsüber nicht nachgeladen werden.

„Die Testfahrt verlief positiv, auch wenn sich ein batterieelektrischer Midibus anders fährt als ein dieselbetriebener. Durch die vier Batterie-Packs unterm Dach hat er zum Beispiel einen anderen Schwerpunkt als ein Dieselbus, auch fährt er ganz leise gegenüber einem Dieselbrummler“, so der Stadtwerke Chef.
Von Kreisbote
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