Beim Stallgespräch des Bauernverbands kommen Problemfelder auf den Tisch

Kampf um Auslauf für Kühe

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Im modernen Laufstall v.li.: Kreisobmann Wolfgang Scholz, Theresa Huber, Geschäftsführer Thomas Müller, Richard Huber senior, stellvertretender Kreisobmann Martin Huber, Richard Huber junior sowie Tochter Annalena (im Vordergrund).

Bauerbach – Moderne Ställe garantieren im Vergleich zu früheren Zeiten viel bessere Haltungsbedingungen. Sie bedeuten mehr Platz, mehr Licht und ein besseres Stallklima, um nur ein paar Punkte zu nennen. Einen neuen Laufstall haben vor drei Jahren auch Richard Huber junior (46) und Theresa Huber (34) in Bauerbach errichtet, der alte wurde zudem umgebaut.

Doch ein Auslauf/Laufhof ist ihnen bisher verwehrt geblieben. „Wir tun da schon zweieinhalb Jahre rum“, erzählt Richard Huber beim „Stallgespräch“, zu dem der Bayerische Bauernverband (BBV) im Landkreis Weilheim-Schongau anlässlich der Internationalen Grünen Woche eingeladen hatte. Ein Laufhof ist zwar kein Ersatz für eine Weide, aber er sorgt für zusätzlichen Bewegungsraum und bietet den Tieren frische Luft.

Richard Huber junior kann die ablehnende Haltung der Behörden nicht verstehen. „Wir sind eine Bauernortschaft. Hier gibt’s dreimal so viele Kühe wie Einwohner“, betont der Landwirt. Auch seine Frau Theresa schüttelt den Kopf. „Der Auslauf ist ja für das Tierwohl und nicht für uns.“ Hintergrund der Schwierigkeiten ist die Nähe zu einem Nachbarn. Dieser hat nach Angaben der Hubers gegen den vorhandenen Stall geklagt. Das Gericht sei auch schon da gewesen.

„Das ist ein Beispiel für die Herausforderungen, vor die uns die Gesellschaft stellt“, fasst BBV-Kreisobmann und stellvertretender Bezirkspräsident Wolfgang Scholz zusammen. „Es gibt Situationen, die einen kleinen Betrieb gefährden.“ Die heranrückende Wohnbebauung zum Beispiel.

Ans Aufhören denken die Hubers aber nicht. Sie halten 65 Milchkühe und verfügen über 50 Hektar landwirtschaftliche Fläche (38 Hektar Grünland, 12 Hektar Ackerland). Im neuen Stall steht ein Melkroboter, zudem gibt es eine automatische Fütterung. Die Hubers, die zwei Kinder haben (fünf und zehn Jahre alt), beliefern die Molkerei Hochland. Der Hof (Hausname: Beim Mesmer) ist uralt. Er wurde bereits im Jahre 1352 erstmals erwähnt. Bei den Hubers haben nicht nur Kühe, sondern auch andere Tiere ein Zuhause. Richard Huber senior berichtet stolz von 23 Paaren Schwalben, die letztes Jahr im alten Stall gezählt wurden. Diese Vögel sind inzwischen relativ selten geworden. Richard Huber junior, der auch Ortsobmann ist, zeigt sich indes nachdenklich: „Wenn viele Landwirte aufhören, wird sich die Kulturlandschaft verändern. Irgendwann wird es die Bevölkerung spannen, aber dann ist es zu spät.“ Auf der Grünen Woche ist der 46-Jährige übrigens auch präsent. Zusammen mit Thomas Bonusch schmeißt der Bauerbacher die Milchbar des Bauernverbands.

Von Roland Lory

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