Stammtisch des Unternehmerkreises Oberland, Region Weilheim, tauscht sich aus

Ein Katalog für den Regionalplan

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Georg Leis und Andrea Jochner-Weiß präsentierten den Teilnehmern im IHK Gebäude in Weilheim die Ergebnisse des neuen Strukturgutachtens.

Weilheim – Immer weniger freier Wohnraum und immer mehr Verkehr sind unter anderem Herausforderungen, vor denen nahezu jede Kommune tagtäglich steht. Der Unternehmerkreis Oberland, Region Weilheim, befasste sich deshalb bei seinem zweiten Stammtisch mit dem Thema „Verkehrs- und Siedlungsentwicklung im Oberland – Fortschreibung Regionalplan Oberland“, der bei der IHK Weilheim stattfand.

Im Fokus stand dabei ein neues Strukturgutachten für die Planungsregion 17, welches die Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen betrifft. Dieses soll als Basis für die Fortschreibung des Regionalplans Oberland dienen, welcher als langfristige Orientierung für die Planungsregionen konzipiert ist. Die beiden Gastredner, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und der Geschäftsleiter des Landratsamtes Georg Leis, stellten den anwesenden UnternehmerInnen die Thematik genauer vor.

Wie Jochner-Weiß erklärte, gibt das Landesentwicklungsprogramm (LEP), welches in jedem einzelnen Bundesland das fachübergreifende Zukunftskonzept vorschreibt, Vorgaben zur räumlichen Entwicklung in der Regionalplanung. Der Planungsverband Oberland ist dabei eine von insgesamt 18 Planungsregionen in ganz Bayern und besteht aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen sowie 94 Gemeinden. Auf einer Fläche von knapp 4 000 Quadratmetern leben in dieser Region in etwa 443 500 Einwohner. „Der Regionalplan muss immer fortgeschrieben und überarbeitet werden“, so Jochner-Weiß, die betonte, dass das Oberland gerade in puncto Verkehrs- und Siedlungsentwicklung vor „vielen Problemen“ stehe. „Die Region liegt im Speckgürtel von München und ist sehr attraktiv. Viele Menschen wollen hier leben und arbeiten“, so die Landrätin. Aus diesem Grund habe sich der Planungsausschuss der Region 17 dafür entschieden, ein Strukturgutachten in Auftrag zu geben.

Schwerpunktmäßig befasst sich dieses unter anderem mit den Zusammenhängen zwischen Siedlungsentwicklung und Mobilität im Oberland, mit der Eruierung von Defiziten im Verkehr sowie der Entwicklung von Leitlinien für die Verbindung von Mobilität und Strukturentwicklung. Dabei wurden Themen wie Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Schienenpersonennahverkehr (SPNV), Motorisierter Individualverkehr (MIV) oder Rad- und Fußgängerverkehr behandelt. Bei der Erstellung wurden unter anderem die Gemeinden und Landratsämter, die IHK, die HWK und diverse Verkehrsunternehmen mit ins Boot geholt.

Als eines von vielen Ergebnissen kam heraus, dass das flächendeckende Straßennetz in der Region sehr gut sei. „Die Wechselwirkung zwischen Siedlungsentwicklung und Verkehr belastet uns jedoch sehr“, betonte Jochner-Weiß. „Wir haben eine systemische Überlastung Richtung München. Am Wochenende wollen viele in die Region raus fahren, was diese stärker belastet“, so die Landrätin. Der ÖPNV sei in erster Linie für die Schüler, nicht aber auf den Alltags- oder Berufsverkehr ausgerichtet.

Aus den Analyseergebnissen wurden so elf Leitlinien für das künftige Zusammenspiel von Siedlung und Mobilität entwickelt, die als Basis für die Ausarbeitung von einem Maßnahmenkatalog dienen. Neben der Stärkung der Siedlungsentwicklung an den Schienenverkehrswegen und Achsen mit gutem ÖPNV, der Vermeidung von Schleichverkehr durch den vorrangigen Ausbau des Hauptverkehrsstraßennetzes oder der Attraktivierung des ÖPNV gehören auch eine stärkere Vernetzung der Angebote wie Park and Ride oder Mitfahrmöglichkeiten zu den Leitlinien. Wie Leis erklärte, beginne ab Juli dann das Fortschreibungsverfahren des Regionalplans.

In einer anschließenden Diskussionsrunde erkundigte sich ein Teilnehmer unter anderem nach der Dauer zur Erstellung des Regionalplans. „Die erstmalige Erstellung hat fünf Jahre gedauert“, antwortete Leis, „jetzt werden die einzelnen Kapitel je nach Wichtigkeit fortgeschrieben und das dauert wenigstens ein bis zwei Jahre.“

Von Maria Lindner

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