Stadt installiert eigenes Amt – Verein kündigt Standortförderer Frenzl

Standortförderung wird neu aufgestellt

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Dem neu gewählten Gesamtvorstand im Standortförderverein gehören an. V.li. Bürgermeister Markus Loth (kraft seines Amtes), Markus Praczek, Klaus Bauer, Michael Bauermeister, Hans-Georg Geist (Vorsitzender Gewerbeverband), Reinhard Schmieder, Florian Lipp (Vorsitzender Standortförderverein), Markus Erat, Franziska Glas anstelle von David Carbone, Thomas Orbig, re. Standortförderer Stefan Frenzl. Nicht auf dem Foto sind Saika Merx (Wirtschaftsreferentin)  und Tobias Bindl (wiedergewählt). Der erste Vorsitzende und sein Stellvertreter werden im ersten Quartal 2016 vom Gesamtvorstand gewählt.

Weilheim – Voraussichtlich zum 1. April 2016 wird ins Rathaus eine weitere Amtsleiterin einziehen. Jutta Liebmann (37), derzeit als Citymanagerin im Markt Garmisch-Partenkirchen tätig, übernimmt dann in Weilheim die neu geschaffene Abteilung für Wirtschaft, Kultur und Tourismus, teilte Bürgermeister Markus Loth mit. Diese vom Stadtrat getroffene Entscheidung hat deutliche Auswirkungen auf den Standortförderverein und besonders für Standortförderer Stefan Frenzl (41), der seit Januar 2008 als Geschäftsführer fungiert.

Knapp 30 Mitglieder informierten sich vergangene Woche auf einer Versammlung beim „Biomichl“ über anstehende Umstrukturierungen im Standortförderverein und wählten ihren Gesamtvorstand neu, der sich aus sieben Gruppen zusammensetzt: Kreditinstitute, Indus- trie, Handwerk, Einzelhandel, Großflächiger Einzelhandel, Dienstleistungen und Sonstige Mitglieder.

Frenzl, der sich in Weilheim seit Januar 2008 um Wirtschaftsförderung, City- und Stadtmarketing kümmert, muss sich eine neue berufliche Herausforderung suchen. Sein Arbeitsvertrag mit dem Standortförderverein wird, wie im Nachgang der Mitgliederversammlung zu erfahren war, zum 30. April 2016 gekündigt.

Die Stadt, selbst Mitglied im Verein, hat Frenzls Stelle zu zirka 50 Prozent bezuschusst, die andere Hälfte wurde über die Mitgliedsbeiträge des Vereins getragen. Da die Stadt die Bereiche Wirtschaft, Kultur und Tourismus fortan mit einem eigenen Ressort bedienen wird, bricht ein Großteil des städtischen Zuschusses an den Verein weg, schilderte dessen Vorsitzender Florian Lipp dem Kreisboten die neue Situation. Ein hauptamtlicher Geschäftsführer sei dann vom Verein nicht mehr finanzierbar und Frenzls Kündigung die notwendige Konsequenz daraus, bedauerte Lipp.

Lipp zeigte im Gespräch mit dem Kreisboten aber auch Verständnis für die Neuorganisation im Rathaus – „eine souveräne Entscheidung des Stadtrates“ – und sieht darin Vorteile: „Viele Dinge, die in eine Hand gehören, werden jetzt von einer Hand geregelt.“ Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Verein habe es deshalb nicht gegeben, verneinten Lipp und Bürgermeister Loth auf Nachfrage.

Die Standortförderung wird laut Loth eine Kernaufgabe der neuen Amts- chefin sein. Liebmann, die sich in der engeren Wahl gegen vier MitbewerberInnen durchgesetzt hatte, wird auch die Sachgebiete Kultur und Tourismus leiten, die bisher beim Ordnungsamt angesiedelt waren. Dem Standortförderverein – „ein Sprachrohr der Wirtschaft“ – misst Loth nach wie vor Bedeutung zu, weshalb ihn die Stadt weiter unterstützen wird. Die finanzielle Förderung soll sich künftig an konkreten Projekten orientieren.

Aufgabe des Vereinsvorstandes wird es nun sein, bis zur Mitgliederversammlung im Herbst ein Konzept für die Neustrukturierung zu überlegen. „Unsere thematischen Schwerpunkte bleiben. Wie wir sie mit Leben füllen, kann jetzt noch nicht gesagt werden“, äußerte sich Lipp. Da zur Meinungsfindung viele Stimmen gehört werden sollen, könnte eine externe Moderation hilfreich sein. Die Orientierungsphase will der Verein auch nutzen, um „neue Formen der Zusammenarbeit“ mit den anderen Wirtschaftsverbänden am Ort zu überdenken. Als konkrete Projekte für 2016 nannte Lipp die Fortsetzung der Einkaufsnacht und die Fertigstellung des Imagefilmes.

Standortförderer Frenzl bezeichnet seine acht Berufsjahre in Weilheim als „produktive Zeit“. „Persönlich enttäuscht“ ist er, dass er seine Arbeit nicht fortsetzen kann, räumte der 41-Jährige ein, der mittlerweile mit seiner Familie in Weilheim verwurzelt ist.

Mitgliedsbeitrag für 2016 wird reduziert

Um die Mitglieder 2016 im „Jahr der Umstrukturierung“ finanziell zu entlasten, wird sich ihr Beitrag „einmalig auf 25 Prozent reduzieren“, so Lipp. Aktuell zählt der Standortförderverein 116 Mitglieder. Die Jahresbeiträge liegen je nach Betriebsgröße zwischen 30 und 1000 Euro.

Von Maria Hofstetter

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