Standortförderverein analysiert Wirtschaft in Weilheim

Zugpferd Einzelhandel

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Standortförderer Stefan Frenzl (re.) hat Weilheims Wirtschaft analysiert und die Ergebnisse mit dem Vereinsvorsitzenden Florian Lipp (2.v.re.) und Thomas Orbig, 2. Vorsitzender, vorgestellt. Li. Bürgermeister Markus Loth (li.).

Weilheim – „Der Wirtschaftsstandort Weilheim ist gut aufgestellt, doch fehlte es in den letzten Jahren in der gewerblich-wirtschaftlichen Entwicklung an Dynamik.“ Dieses Fazit zog Florian Lipp aus einer für Weilheim erstellten Analyse.

Die Bandbreite dieser Untersuchung sei ein Novum für die Stadt und erlaube erstmals einen ganzheitlichen Blick auf die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes.

So äußerte sich Lipp als Vorsitzender des Standortfördervereins besorgt darüber, dass sich in der Stadt Weilheim – teils entgegen dem bayernweiten Trend und anders als in Nachbarstädten wie Penzberg und Landsberg – die Zahl der Gewerbebetriebe, -anmeldungen und das Gewerbesteueraufkommen rückläufig entwickeln. Von 2007 bis 2013 nahmen die Gewerbebetriebe in Weilheim um sechs Prozent ab, während sie sich in Oberbayern und Bayern bis 2011 um 3,5 Prozent vermehrten.

„Möglicher Weise spielen hier die fehlenden Gewerbeflächen eine Rolle“, vermutet Standortförderer Stefan Frenzl. Bürgermeister Markus Loth wollte die Zahlen nicht unkommentiert stehen lassen und verwies auf das gemeinsam mit Polling geplante Gewerbegebiet Achalaich und Erweiterungen im Osten, wo die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern allerdings schwierig seien. Auffallend ist in Weilheim der Rückgang bei den Gewerbeanmeldungen: Je 1 000 Einwohner sanken sie von 2007 bis 2013 um 25 Prozent, bayern- und deutschlandweit fiel das rückläufige Niveau bis 2012 wesentlich niedriger aus (-9 %). Der Bürgermeister führt die überdurchschnittliche Abnahme in Weilheim auch auf die örtliche Gewerbestruktur mit vielen Kleinbetrieben zurück, wo An- und Abmeldungen sowie Umfirmierungen an der Tagesordnung stehen würden. Weilheim ist ein wichtiger Arbeitsort im Oberland mit einem breit gefächerten Arbeitsplatzangebot in verschiedenen Wirtschaftsbereichen. „Rund 9 400 Beschäftigte und täglich rund 6 500 Einpendler dokumentieren dies“, entnahm Lipp der Analyse. Ein Drittel der Auspendler, 1 500 teils hoch qualifizierte Arbeitnehmer, pendeln täglich in den Großraum München. Zu wenig Arbeitsplätze gebe es im produzierenden Gewerbe. „Wir müssen in neuen Gewerbegebieten auf einen ausgewogenen Branchenmix achten“, appellierte Standortförderer Frenzl. Die seit einigen Jahren herrschende Vollbeschäftigung führt in Weilheim zu einem nahezu leer gefegten Arbeitsmarkt, was lokalen Unternehmen das Rekrutieren von Fachkräften erschwere.

Deutliche Zuwächse – besonders im Bereich der Dienstleistungen – verzeichnete Weilheim bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Ihre Zahl nahm von 2007 bis 2012 um 8,5 Prozent zu. Im Umkreis lagen lediglich Penzberg (+9,6 %) und Landsberg (+9,1) darüber. Als „ungebrochen hoch“ stuft Lipp die Attraktivität Weilheims als Einkaufsstadt im Oberland ein. Mit 261 Mio. Euro Umsatz im Jahr stelle der Einzelhandel einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Die starke Bindung an das Umland mache der Kaufkraftzufluss von 118 Mio. Euro deutlich, was Frenzl zu der Aussage veranlasste: „Weilheim lebt nicht nur von der Weilheimer Bevölkerung. Wichtig ist auch die Kundschaft von außen.“ Dass Stadt und Standortförderverein mit der Arbeit des 2008 eingestellten Geschäftsführers zufrieden sind, steht außer Zweifel. Wie Lipp am Rande des Pressegesprächs sagte, wurde Frenzls befristeter Arbeitsvertrag zum 1. Januar in eine Festanstellung umgewandelt.

Von Maria Hofstetter

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