Verleihung des "StandortProfis 2017" im Weilheimer Stadttheater

Keine Sieger sondern nur Gewinner

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Die diesjährigen Gewinner des „StandortProfis“ und die jeweiligen Bürgermeister zusammen mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß, (hinten fünfte v. li); Herbert Klein, Vorsitzender des IHK Regionalausschusses Weilheim-Schongau (hinten fünfter v. re.); Justina Eibl, Leiterin Stabsstelle Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung (hinten erste v. li.) und Judith Dangel, Regionalmanagement (zweite Reihe erste v. li).

Weilheim – Zwar ließ das Wetter ziemlich zu wünschen übrig, der festlichen Stimmung im Stadttheater bei der Verleihung des „StandortProfis“ tat das aber keinen Abbruch.

Zu dieser trug neben dem Ambiente des Stadttheaters auch die Jazz-Musik bei, die unter der Leitung von Christoph Wandinger erklang. Die erste Rede des Abends wurde von Landrätin Andrea Jochner-Weiß gehalten. Sie sagte, dass nichts so beständig sei wie der Wandel. Daher würde es gut tun, einen Fixpunkt zu haben, der fest in der Landschaft steht. So ein Fixpunkt sei der „StandortProfi“. Bei ihm gäbe es „Keine Sieger, sondern nur Gewinner“.

Die Laudatio hielt Herbert Klein, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau. Die Veranstaltung würde ihm vor Augen führen, welche außergewöhnlichen Firmen und damit auch Menschen es im Landkreis gebe. Klein sagte zudem, dass es Deutschland wirtschaftlich gesehen so gut wie schon lange nicht mehr gehen würde. Allerdings sprach er auch Herausforderungen wie die Bildung einer neuen Regierung, die Digitalisierung und den Fachkräftemangel an. Diesen werde man in den nächsten Jahren noch stärker spüren. Mit der Verleihung des „StandortProfis“ sollen den Unternehmen Dank und Wertschätzung ausgesprochen werden. Die Gewinner des Preises seien „echte Markenbotschafter der Region“, so Klein weiter.

Auch Justina Eibl, Leiterin Stabsstelle Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung fand lobende Worte. Die Firmen würden das Gesicht des Landkreises prägen und Identität sowie ein „Wir-Gefühl“ schaffen.

Eine zwölf-köpfige Fachjury stellte sich der Herausforderung, die teilnehmenden Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen und unter verschiedenen Kriterien in den Themenfeldern Bauen, Energie, soziale Aspekte/Mitarbeiterorientierung, Grünordnung und Engagement am Standort zu prüfen. Judith Dangel, Regionalmanagerin des Landratsamtes moderierte den Hauptteil der Veranstaltung, in welchem die ausgewählten Firmen vorgestellt wurden. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht, für jedes Unternehmen die passenden Worte zu finden“, erklärte Dangel lächelnd, „jedes Unternehmen soll gehört und gewürdigt werden“.

Den Anfang machte die Firma „Bremicker Verkehrstechnik“, welche bereits seit 1932 in Weilheim sesshaft ist. Geschäftsführer ist Felix M. Schaumberg. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 200 Mitarbeiter. Die Wertschätzung für die Mitarbeiter zeigt sich in den zahlreichen Angeboten, Aufstiegschancen, flexiblen Arbeitszeiten und individueller Betreuung der Auszubildenden. Die Firma Bremicker legt in der modernen Schilderfertigung großen Wert auf optimierte Abläufe und effiziente, ressourcenschonende Lösungen. Auch das Ehrenamt wird hier großgeschrieben. So unterstützen sie viele soziale Projekte wie die Weilheimer Tafel.

Besondere Leistungen zeigt auch das diakonische Sozialunternehmen Herzogsägmühle in Peiting, mit seinen 1 923 Mitarbeitern. Die Herzogsägmühle ist der zweit größte Arbeitgeber der Region. Nach christlichen Grundsätzen sei im Rahmen einer lebendigen Dorfgemeinschaft mit 900 Einwohnern das Ziel, „hilfsbedürftige Menschen zu begleiten und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in Würde und Gemeinschaft zu ermöglichen“, so Dangel. Zudem steht Regionalität, eine gerechte Wirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit an erster Stelle. Geboten werden 41 Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Berufen.

Das Ingenieurbüro Stefan Sendl und seine 15 Mitarbeiter seien „Experten, wenn es um energietechnische Anlagen geht“, erklärte Dangel. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung wirtschaftlich tragfähiger Energiekonzepte. Besonders Wert legt die Peißenberger Firma dabei auf den Einsatz regenerativer Energiequellen. Die Wertschätzung der Mitarbeiter werde „beim gemeinsam gekochten Mittagessen“ oder auch in der Betriebssportgruppe ersichtlich. Stefan Sendl ist zudem im Ehrenamt aktiv, er engagiert er sich zum Beispiel für die Montessorrischule Peißenberg.

„Der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur“ ist der Ansatz von „Pharmos Natur Green Luxury“, so die Regionalmanagerin. Das seit eineinhalb Jahren in Bernried sesshafte Kosmetikunternehmen beschäftigt rund 38 Mitarbeiter und stellt zu 100 Prozent Bio zertifizierte und rein pflanzliche Naturkosmetik und Nahrungsergänzungsmittel her. Die Kleinbauern vor Ort „erhalten faire Preise“, sodass beide Seiten davon profitieren. Darüber hinaus engagiert sich Pharmos Natur im Verein Schülerhilfe Nepal . Laut Dangel sei die „ausgeprägte Mitarbeiterorientierung“ an familienfreundlichen Arbeitsmodellen oder an den gemeinsamen Aktivitäten zu sehen.

1950 wurde „raab Home Company“ in Penzberg gegründet. Das Familienunternehmen bietet „zeitgemäße, innovative und praktische Einrichtungsideen“. Die Firma „achtet auf die Nachhaltigkeit ihrer Produkte“: FSC-zertifiziertes Holz, Leder von europäischen Rindern aber auch eine konsequente Mülltrennung sind einige Beispiele. Getreu dem Motto „Arbeitszeit ist Lebenszeit“ profitieren die 16 Mitarbeiter von gemeinsamen Ausflügen, individueller Förderung oder die vom Unternehmen gegründete „Möbelakademie“. Für die Entwicklung des Standorts setzt sich Geschäftsführer Stefan Alt als Beirat im Penzberger Gewerbeverein ein.

Der letzte StandortProfi des Abends ging an die Schreinerei Martin Schwarz, welche seit 1982 besteht. „Sanieren vor Austauschen“ lautet deren ressourcenschonende Devise. Neben dem klassischen Möbelbau hat sich die Schongauer Firma im Bereich Holzerhaltung und -erneuerung „ein zweites Standbein aufgebaut“, so Dangel. Der Grund für die regionale Beziehung der Materialien ist der hohe Qualitätsanspruch und die Verantwortung gegenüber der Region. Auch der soziale Gesichtspunkt ist Thema. Schwarz geht es nicht nur um „reine Leistungspunkte“. Der Geschäftsführer bildet auch Menschen mit „psychischen Erkrankungen und Lernschwierigkeiten“ aus, denn „die Arbeit soll allen Spaß machen“, betonte Dangel.

Nach der Vorstellung bedankte sich Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei den UnternehmerInnen und überreichte ihnen den Wirtschaftspreis „StandortProfi 2017“.

Von Maria Lindner/Sofia Wiethaler

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