Unspektakuläre Landung

Auf Starnberger See – Schwimmendes Space Ship soll Anregungen geben

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Schwimmend, auf einem Stand Up Paddle-Board oder mit dem Ruderboot-“Shuttle“ kann man die nächsten zwei Wochenenden das „Space Ship“ auf dem Starnberger See vor dem Buchheim-Museum besuchen und inspizieren.

Bernried – Was vom Buchheim-Museum als aufsehenerregender Event angekündigt wurde, erwies sich als eine recht unspektakuläre Performance.

Da sollte vor dem Museumskomplex das „Raumschiff Space Ship“ auf dem Starnberger See landen, ein schwimmender „Lebensraum als Zukunftsarchitektur in Zeiten der Erderwärmung“. Nun ist man ja vom Buchheim-Museum der Phantasie einiges gewohnt, was nur mit viel Eingebungskraft funktioniert, aber diese „Landung“ war eine recht langweilige Episode im Veranstaltungskalender.

Die sieben Meter lange und sechs Meter hohe Installation des Münchner Künstlers Markus Heinsdorff wurde zu Trompetenklang im Zeitlupentempo an den im Uferbereich wartenden Zuschauern vorbeigeschleppt und dann verankert. Badegäste und Stand Up-Paddler staunten über das Ungetüm, das aus dem Endzeitfilm „Waterworld“ stammen könnte.

Dort ging es ums Überleben und darum geht es dem Künstler hier auch. Er möchte mit dem aus leichten Modulen bestehenden Konstrukt das aktuelle Thema des Low-Cost-Bauens aufgreifen und Anregungen geben, wie man den derzeit 60 Millionen Flüchtlingen ein einfaches und bezahlbares Dach über dem Kopf bauen kann.

Die Grundkonstruktion des schwimmenden Lebensraums besteht aus handelsüblichen Stahlblechprofilen mit nur 0,6 Millimeter Blechstärke. Für das Space Ship wurden sie zu leichten hochfesten Stützen und Trägern umgebaut. Der Unterbau besteht aus 16 gebrauchten 200 Liter Stahlfässern als Schwimmer und Fundament. Heinsdorff hat sein Space Ship mit allem ausgestattet, was er zum Leben braucht: Wohnraum, Warmwasser-Solar-Dusche, Gemüsegarten und Aussichtsplattform. Die Energie liefert die Sonne. Nachdem Heinsdorff seine Instal-

lation in Rohform schon einmal vor der Münchner Pinakothek gezeigt hat, war diesmal Premiere der schwimmenden Version. Denn der Klimawandel sorgt für immer mehr überflutete Gebiete wie in Asien zum Beispiel.

Unabhängig von der unspektakulären Landung auf dem Starnberger See ist das Space Ship also durchaus ein Projekt, mit dem man sich näher beschäftigen sollte. Darum gibt es an den zwei folgenden August-Wochenenden noch jeweils von 13 bis 17 Uhr einen „Shuttle“-Verkehr mit einem Ruderboot zum schwimmenden Raumschiff. 

Von Dieter Roettig 

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