Landkreis startet Aktionsjahr "Biene, Hummel & Co" – Appell an Bürger und Kommunen

Jeder kann seinen Teil beitragen

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Partner im Aktionsjahr: Karl-Heinz Grehl und Heike Grosser (l.) mit den Kreisvorsitzenden der Imkerverbände Weilheim und Schongau, Christoph Mayr und Norbert Moser.

Weilheim/Landkreis – Der Landkreis Weilheim-Schongau hat in Kooperation mit den Kreisverbänden der Imker Schongau und Weilheim sowie dem für Gartenkultur und Landschaftspflege das Aktionsjahr „Gemeinsam für Biene, Hummel & Co“ gestartet. Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen sollen die Bürger und Kommunen sensibilisiert werden, ihren Teil zum Erhalt der Insektenvielfalt beizutragen.

„Ein Aktionsjahr kommt immer erst dann, wenn es schon fast zu spät ist. 50 bis 80 Prozent der Insekten sind bereits verschwunden. Das Thema hätte viel früher kommen müssen“, kritisierte der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Grehl in seiner Begrüßungsansprache im Sitzungssaal des Landratsamtes II in der Stainhartstraße 7 in Weilheim.

Deutschlandweit würden jährlich allein 5 000 Tonnen Pestizide in Privathaushalten eingesetzt und die Warnungen vor dem Einsatz der Gifte auf den Verpackungen ignoriert werden. Manche Gärten seien bereits „reine Sondermülldeponien“, monierte Grehl drastisch. „Ich bitte alle Besitzer, darüber nachzudenken und verantwortungsvoll zu handeln“, appellierte Grehl an die geladenen Vertreter der Kommunen, Vereine und Schulen.

„Hier fehlt eine Gruppe, die Jugend“, stellte anschließend die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landschaftspflege Heike Grosser beim Blick auf ihre Gäste fest und versprach, auch die Schulen mit einzubeziehen. Sie unterstrich die Worte ihres Vorredners mit eigenen Beispielen und stellte die Neuauflage der kostenlosen Broschüre „Lust auf Natur“ – sie enthält Basiswissen und Tipps für Gartler – sowie die Flyer „Gemeinsam für Biene, Hummel und Co“ und eine Checkliste mit konkreten Maßnahmen vor. Im ersten Flyer werden die Informationsveranstaltungen des laufenden Jahres zum Thema vorgestellt, im zweiten können sich Kommunen und Haushalte selbst abfragen, was sie zum Insektenerhalt beitragen können. Die kostenlosen Schriften liegen im Landratsamt aus.

Jeder müsse für sich entscheiden: „Ja, ich will etwas tun und danach handeln.“ So müssten etwa Kinder lernen: „Eine Hausspinne ist ganz okay. Eine Pfütze im Garten ebenfalls.“ Bei der Bepflanzung sollten die Besitzer auf eine gesunde Mischung achten. Es brauche nicht nur Flieder, sondern unter anderem auch Holunder. Als kleine Ermunterung für ihre Gäste hatte Grosser Samentütchen für Wildblumen auslegen lassen. Die Gemeinschaftsaktion soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Sie sei offen für Vorschläge und Ideen, sagte die Koordinatorin.

Geplante Aktionen

– Bis 13. Juli: Ausstellung über Bienen im Foyer des Amtsgebäudes, Stainhartstraße 7.

Sonntag, 24. Juni, von 10 bis 17 Uhr: „Tag der offenen Gartentür in Rottenbuch-Schönberg und Hohenfurch, An der Schafshalde. Schwerpunkte sind Nutz- und Naturgärten.

– Sonntag, 15. Juli, von 13 bis 18 Uhr: Aktionstag: „Es summt und brummt“ in zahlreichen Gärten des Netzwerkes Gartenwinkel-Pfaffenwinkel.

29. September, von 10 bis 16.30 Uhr: Beratungs- und Erfahrungsaustausch „Ein Tag für Biene, Hummel & Co“ im Gasthof zur Post in Eberfing. Tipps und mehr Info auf den Websites www.gartenbauvereine-wm-sog.de , www.gartenwinkel-pfaffeninkel.de.

Von Georg Müller

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