Bürgermeister gibt wieder alle Stege am Dietlhofer See frei – Nur Floß bleibt an Land

Stadt rudert zurück

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Das aufgehobene Verbot dürfte wohl viele Badenixen und Wasserratten freuen.

Weilheim – Sommer, Sonne, bestes Badewetter und die Stege am Dietlhofer See dürfen nicht benutzt werden. Die Entscheidung des Stadtrates vor den Pfingstferien, die Stege aus sicherheits- und haftungsrechtlichen Gründen sperren zu lassen, sorgte unter Weilheims BürgerInnen für großen Unmut (wir berichteten). Seit Dienstag ist nun alles wieder beim Alten – zumindest fast.

„Alle Stege sind wieder offen“, sagte Bürgermeister Markus Loth, der die frohe Botschaft am Dienstagnachmittag bei einem Pressegespräch verkündete. Mit der Entscheidung, die Stege sperren zu lassen, wollte man Weilheims BürgerInnen „in keinster Weise gängeln“. Aufgrund eines Urteils des Bundesgerichtshofes zur Verkehrssicherungspflicht und Haftung in Bädern sowie an öffentlich zugänglichen Seen, wurden in vielen Gemeinden Stege, Sprungtürme oder auch Flöße abgebaut und gesperrt. „Wir haben dann eine rechtliche Prüfung veranlasst. Auch die Anwaltskanzleien waren bei diesem Thema vielleicht übervorsichtig“, so Loth. Anschließend wurden alle Badestege am Dietlhofer See gesperrt, allerdings nur „temporär“, wie Loth betonte. Viele Bürger reagierten darauf entsetzt. „Dass solch eine Protestwelle kommt, haben wir gar nicht kommen sehen“, so Loth.

Seine Entscheidung, die Sperrungen aufzuheben, fiel bereits am Montagabend so der Rathauschef. Gerade für Senioren, die ohne Stege nur über die rutschigen Steine am Ufer in den See gelangen können, sei die Situation gefährlich gewesen. Zusätzliche Sicherheit gab eine in Auftrag gegebene zweite, vertiefende Stellungnahme vom Rechtsanwalt.

Die Schilder mit der Aufschrift „Benutzung auf eigene Gefahr“ bleiben jedoch stehen, wie Manfred Stork vom Stadtbauamt erklärte. Und auch das Springen von den Stegen ins Wasser ist aufgrund der unterschiedlichen Wasserspiegel nach wie vor verboten. „Diese Verbot gab es schon immer“, betonte Stork. Damit sich jeder daran hält, sollen demnächst weitere Hinweisschilder mit Piktogrammen angebracht werden. Sie sind auch für Kinder oder Menschen, die kein Deutsch sprechen, verständlich.

Die Frage nach der Haftung bei einem Unfall werde je nach Einzelfall geklärt werden müssen, sagte Stork. Das Floß, welches bei den Sperrungen abgebaut wurde, wird aber aus „versicherungstechnischen Gründen“ vorerst nicht wieder zu Wasser gelassen werden. „Ziel ist es, den See wieder so zu hinzubekommen wie er war“, versicherte Loth. Eine Aufsicht wird es daher auch in Zukunft nicht geben und der Eintritt bleibt frei. 

Von Maria Lindner

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