Wasserwirtschaftsamt informiert am "Tag des Wassers" über Projekte und Planungen

Ammer durchgängig machen

+
Ja was haben wir denn da? Kindergartenleiterin Brigitte Schmalz (dunkle Jacke) und Erzieherin Sabine Kleber mit Abteilungsleiter Bernhard Müller.

Weilheim – Zumindest in ihrem Oberlauf ist die Ammer noch einer der wenigen unverbauten Wildflüsse in Bayern. Doch wie steht es um den Fluss?

Warum es wichtig ist, Wanderungsbarrieren für Fische zu beseitigen, welche Maßnahmen der Gewässerentwicklungsplan vorsieht und die Frage, wie es um die Gewässerökologie der Ammer bestellt ist, darüber informierte kürzlich das Wasserwirtschaftsamt Weilheim unter dem Motto „Wasser und Zusammenarbeit“.

Mit mehreren Schautafeln waren Behördenmitarbeiter aus Anlass zum „Tag des Wassers“ an die Baustelle am Grundwehr I zwischen Weilheim und Unterhausen gekommen, um ihre Planungen rund um die Ammer zu erläutern. Der Umbau der 1987 errichteten Wehranlage zu einer sogenannten Riegel-Sohlengleite ist ein weiterer Beitrag zu einem der momentan wichtigsten Projekte im Wasserwirtschaftsamt: Die ökologische Durchgängigkeit der Ammer. Fische sollen in absehbarer Zeit barrierefrei vom Ammersee in den Staffelsee wandern können. Auch Wasserkraftanlagen sollen dabei nicht stören: „Man würde dadurch mehr kaputt machen, als dass man etwas erreicht“, erklärte Bernhard Müller, Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt, „Man würde nicht viel Energie rausholen können, nicht zuletzt, weil die Ammer vor allem im Sommer ausgeprägte Niedrigwasserphasen hat.“ 

Die Bauarbeiten am Grundwehr I, so versicherte Müller, würden trotz kleinerer Hochwassereinbrüche im Zeitplan liegen und im Mai enden. Die Maßnahme sei bautechnisch „unkompliziert“ und liege im Kostenrahmen von 700 000 Euro. Im Herbst 2014 wolle man bereits mit der Umgestaltung des Grundwehrs III bei Wielenbach beginnen: „Die Planungen dazu sind schon komplett fertig“, bestätigte Müller.

Die Stauwirkung vor den alten Wehranlagen bezeichnete Gewässerbiologe Axel Marten als „ganz großes Problem“. In den Stauseen würden sich Lebewesen breit machen, „die da nicht hingehören“ und das ökologische Gleichgewicht stören. Derzeit gebe es an der Ammer etwa 500 verschiedene Fisch- und Insektenarten - vor allem im unverbauten Schnalz-Oberlauf: „Das ist dort schon eine tolle Strukturvielfalt“, schwärmte Marten, aber: „Ab Peißenberg haben wir massive Schwierigkeiten.“ Speziell bei der Steinfliege gebe es Verluste zu beklagen. 

Ob die Kinder vom evangelischen Kindergarten in Weilheim noch ein paar Exemplare bei ihrem Ausflug zum Info-Stand entdeckten, war nicht in Erfahrung zu bringen. Unter Anleitung Martens untersuchte der Nachwuchs eifrig Insektenlarven und Kleinkrebse: „Kinder ekeln sich noch nicht davor, sondern interessieren sich für die Tiere“, so der Gewässerbiologe. Ansonsten war die Veranstaltung eher mäßig besucht, unter anderem nutzten Vertreter der Ammer Allianz und Fischereiverbände die Gelegen- heit, mit den Behördenmitarbeitern vom Wasserwirtschaftsamt ins Gespräch zu kommen: „Wir haben wegen der kurzfristigen Ansetzung auch nicht erwartet, dass viele Leute kommen. Es war mehr ein Pressetermin“, so Amtssprecher Christian Heilbock.

Von Bernhard Jepsen

Meistgelesen

Interesse ungebrochen
Interesse ungebrochen
Existenz von Imkerei bedroht
Existenz von Imkerei bedroht
Jobmesse Weilheim-Schongau
Jobmesse Weilheim-Schongau
Alles auf einen Blick
Alles auf einen Blick

Kommentare