Stets ein guter Hirte gewesen

Nach 19-jähriger Tätigkeit als Weilheimer Stadtpfarrer verabschiedete sich Hans Appel am vergangenen Freitag mit einem Festgottesdienst von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Abgerundet wurden die Abschiedsfeierlichkeiten durch ein gemeinsames Mittagessen und Auftritte der Vereine vor rund 800 Ehrengästen in der Stadthalle. Dabei nahm der scheidende Geistliche viele Geschenke in Empfang. Appel tritt in Kürze sein neues Amt als geistlicher Direktor der Regens-Wagner-Stiftung in Dillingen an.

Die Sonne hatte er ja fast gepachtet für seine zahlreichen Veranstaltungen, Monsignore Hans Appel, doch bei seinem offiziellen Abschied regnete es in Strömen. Die im Vorfeld angebotene „Schönwetter-Wette“ gegen den evangelischen Dekan Axel Piper verlor Appel prompt und zeigte sich wie stets als guter Verlierer. Die Feststimmung konnte das Regenwetter jedenfalls nicht trüben. Vom Turm der Stadtpfarrkirche herab begrüßten Böllerschützen Appel auf seinem Weg zu seinem Abschiedsgottesdienst. Das prachtvoll geschmückte Gotteshaus leuchtete im Kerzenglanz und war bis auf den letzten Stehplatz von BürgerInnen in festlichen Trachten, Abordnungen der Vereine, kirchlichen Würdenträgern, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Stadt gefüllt. Die zahlreichen tropfnassen Schirme an beiden Pforten bezeugten, dass sich niemand vom Kommen hatte abhalten lassen. Appel gab sich vor seiner letzten Weilheimer Predigt gewohnt humorvoll und bescheiden. In seiner Ansprache dankte er für die gute Aufnahme vor 19 Jahren als Seelsorger. Er habe sich damals vor dem ersten Gottesdienst gefragt, ob er die Erwartungen werde erfüllen könne und sich gesagt, „ich biete mich an, wie ich bin und wurde angenommen“. Dekan Piper würdigte seinen katholischen Amtsbruder als Bruder im Glauben, dem er sowohl in der Sache wie auch in der Theologie stets auf gleicher Augenhöhe begegnen durfte und dankte für die freundliche Ökumene. „Für dich stand immer der Mensch im Mittelpunkt und nicht die Verwaltung. Du wolltest immer Hirte sein und bist es. Wir hätten dich schon auch noch gebraucht, aber den Menschen, denen du nun begegnen und helfen wirst, seiest du ge- gönnt“, sagte Piper. Dank für die stets gute Zusammenarbeit, die vielen Anstöße und lange Zeit vorbildlichen, geistlichen Wirkens kam auch von Bürgermeister Markus Loth. Persönlich beeindruckt zeigte sich Loth von der mutigen, lebensnahen Haltung Appels zum aktuellen Geschehen. Ein Pfarrer müsse sich auf vielen Ebenen bewegen und Fähigkeiten als Manager, Kommunikator, kirchlicher Werbeträger und letztlich als „Bauherr“ zeigen. „Sie verehrter Herr Stadtpfarrer haben all dies getan. Sie haben gebaut, aufgebaut und in vielen Bereichen sichtbare, positive Spuren hinterlassen. Sie haben ihren menschlichen und christlichen Auftrag erfüllt. Nicht nur die katholische Pfarreiengemeinschaft, sondern die Bürgerinnen und Bürger der Stadt bedauern ihren Weggang außerordentlich“, betonte Loth. Dem Festgottesdienst schloss sich ein Essen mit 800 Ehrengästen in der Stadthalle an. Danach sagten die Vereine, Bürger und Weilheimer Persönlichkeiten auf ihre ganz besondere Art „Dankeschön“ und überreichten Appel Abschiedsgeschenke zur Erinnerung. / mü

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