Gemeinde Polling und »Stoa«-Stiftung suchen nach Lösungen – Anlieger an den Anfahrtswegen stark belastet

»Stoa 169«: Besuchermagnet mit Verkehrsproblem

Vollgeparkter Parkplatz in Polling.
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An der Gemeindeverbindungsstraße in Richtung Oderding wurden mehrere Querparkplätze für die „Stoa169“ angelegt. Dazu wurde eine Teilfläche zwischen der Bahnlinie und der Fahrbahn gemulcht.

Polling – 10 000 Besucher in knapp drei Wochen: Das von Bernd Zimmer an der Ammer bei Polling initiierte Kunstprojekt „Stoa169“ hat sich zu einem echten Besuchermagneten entwickelt. Vor allem aus dem Münchener Raum pilgern viele Kunstinteressierte zu der Säulenhalle. Das Problem dabei ist: Der Anfahrtsverkehr sorgt bei Anliegern in den westlichen Wohngebieten des Klosterortes Polling für Unmut.

„Wir sind alle überrascht worden. Aber wir sollten uns freuen, dass das Kunstwerk angenommen wird“, kommentiert Zimmer die hohe Resonanz.Von Seiten der „Stoa“-Stiftung geht man aber davon aus, dass sich die Besucherzahlen einpendeln werden – vor allem in den Wintermonaten. „Es wird keine ewige Welle geben“, glaubt der Künstler.

Doch momentan herrscht bei schönem Wetter, vor allem an den Wochenenden, Ausnahmezustand. Der provisorisch angelegte Wanderparkplatz ist zu klein. Die Gemeinde Polling hat zusätzlich eine Fläche an der Bahnlinie entlang der Gemeindeverbindungsstraße Richtung Oderding mulchen lassen. Auch an der Roßlaich-Brücke sind die wenigen Parkplätze zumeist dicht.

Im Gespräch ist, an der Roßlaich-Brücke südlich der B 472 weitere Stellplätze anzulegen. Die Besucher könnten dann unter der Ammerbrücke durchgehen und bräuchten nicht die ungesicherte Revisionstreppe des Staatlichen Bauamts hinuntersteigen. Das Ganze hat jedoch einen Haken: Rings um die Roßlaich-Brücke sind die Flächen als Landschafts- respektive Überflutungsgebiet ausgewiesen. Ob dort ein Parkplatz entstehen kann, ist fraglich. Außerdem ist nicht sicher, wie lange es den östlichen Ammerdammweg überhaupt noch gibt.

Aus dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim heißt es dazu, dass der Weg bei Hochwasser regelmäßig überschwemmt wird und für die Wasserwirtschaft nicht zwingend erforderlich ist.

Sollte der Weg langfristig erhalten bleiben, müsste die Gemeinde Polling den Unterhalt übernehmen. Doch vor dem Bau der „Stoa169“ wurde eigentlich immer ausgeschlossen, dass die Kommune bezüglich des Säulen-Kunstwerks mit Kosten belastet wird.

Initiator Zimmer muss laut Baugenehmigung nur zehn Stellplätze bauen. Selbst wenn die Besucherwelle zur „Stoa169“ irgendwann wieder abebben sollte, wird diese Kapazität nicht ausreichen.

Das weiß man auch bei der Gemeinde. Der neue Rathauschef Martin Pape (CSU) bezeichnet es rückblickend als „Fehler“, dass kein vorhabensbezogener Bebauungsplan aufgestellt wurde. Bei dem Verfahren hätten auch die infrastrukturellen Fragen fachlich abgewogen werden können. Papes Rathausverwaltung muss derzeit vieles abfangen. Fast täglich gehen Anrufe ein – zum Beispiel von Tourismus-

unternehmen, aber auch von verärgerten Pollinger Anwohnern: „Ich möchte das Ganze noch positiv sehen, aber die Anlieger haben zum Teil schon verschnupft reagiert“, erklärt der Bürgermeister.

Zimmer wiederum verweist darauf, dass sich die Besucher sehr diszipliniert verhalten würden: „Es gibt so gut wie keinen Müll.“ Auch bezüglich der verkehrstechnischen Infrastruktur gibt sich der Künstler optimistisch: „Es wird eine Lösung geben.“

Wie die „Lösung“ aussehen wird, darüber kann momentan aber nur spekuliert werden. In der vergangenen Woche fand eine Gesprächsrunde zwischen der Gemeinde und der „Stoa“-Stiftung statt. „Die ‚Stoa‘-Stiftung hat darum gebeten, keine Aussagen oder Ergebnisse des nichtöffentlichen Gesprächs an die Presse weiterzugeben“, erklärt Pape auf Nachfrage.

In der jüngsten Pollinger Gemeinderatssitzung wurde berichtet, dass der Hauptzufahrtsweg zur Säulenhalle von der Abzweigung nach dem Bahnübergang an der Gemeindeverbindungsstraße in Richtung Ammer durch die getätigten Bauarbeiten nicht beschädigt worden ist.

Ein Ingenieurbüro ist in seiner Begutachtung zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Fahrbahn „praktisch im gleichen Zustand“ darstellt wie vor den Bauarbeiten an der Künstlersäulenhalle.

Von Bernhard Jepsen

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