Erster Bauabschnitt der Säulenhalle "Stoa169" bei Polling ist eröffnet

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Jetzt wird‘s spannend: Initiator Bernd Zimmer (4.v.li.) bittet um Aufmerksamkeit zur Eröffnung der „Stoa169“.

Polling – „Heute ist der Tag des offenen Denkmals. Welches Denkmal könnte offener sein als diese Halle?“ Die Künstlersäulenhalle an der Ammer auf Pollinger Flur, schwärmte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler , sei „als Einheit von Standort und Bau unglaublich gelungen“, als er am Sonntag „nach einem schönen Spaziergang – den Fluss zur Rechten, die offene Wiese zur Linken“ – zur Eröffnungsrede schritt.

Den circa 200 geladenen Gästen, unter denen neben der Politprominenz über 20 teilnehmende Künstler, Sponsoren, Handwerker und weitere aktive Unterstützer des Projektes weilten, bot sich bei bestem Spätsommerwetter eine Ansammlung zeitgenössischer Kunst, die in solcher Vielfalt ihresgleichen sucht. Bei der für 2021 geplanten Eröffnung des zweiten Bauabschnittes „nach Corona“ hofft Initiator Bernd Zimmer dann auf „ein großes Fest mit einem Bierzelt und 1000 Leuten“. Bei der Eröffnungsfeier erklang der „Stoa-Sound“ des Komponisten Joscha Arnold, Blasmusik aus dem Klosterdorf wartete der Pollinger Musikverein auf. Das Zentrum der „Stoa169“ wird von einer Säule bestimmt, die als Spiegel konzipiert ist. Einige Säulen des erstes Bauabschnittes fehlen laut Bernd Zimmer noch, da sich ihr Transport aus Australien und China wegen Corona verzögert hat.

Erster Bauabschnitt von Stoa169 eröffnet

 © Maria Hofstetter
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„Vor einem Jahr war hier noch grüne Wiese“, ließ Zimmer die Realisierung des ersten Bauabschnittes mit 81 Säulen Revue passieren. Er zeigte sich froh darüber, dass dies trotz Corona-Einschränkungen möglich war. Für Zimmer erfüllt sich mit der „Stoa169“ die Vision, „alle Kontinente und weit über 30 Länder friedlich unter einem Dach zu vereinen“.

Sein Hauptdank galt den Künstlern, die sich auf ein Experiment eingelassen haben, ohne darauf Einfluss nehmen zu können, in welche Nachbarschaft ihr eigenes Werk zu stehen kommt.

Durch das Programm führte Felicitas Betz, ehemalige Bürgermeisterin und stellvertretende Vorsitzende des Stiftungskuratoriums. „Ein Gänsehautmoment“ sei es für sie gewesen, als ihr Zimmer 2016 im Rathaus erstmals seine Idee vorgetragen und die Pläne ausgebreitet hatte. „Wenn ich hier stehe, bin ich glücklich. Auch wenn mein Leben deshalb im letzten halben Jahr erheblich auf den Kopf gestellt wurde“, bekannte sie in Anspielung auf die Widerstände aus Teilen der Bevölkerung gegen den Standort und den Ablauf des Genehmigungsverfahrens. Betz war im März nicht mehr zur Bürgermeisterin gewählt worden.

Auf die „vielen kritischen Stimmen im Vorfeld“ ging auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß ein, die schon befürchtet hatte, „dass Polling ein zweites Feldafing wird“. Damit erinnerte sie an das Buchheim-Museum, das die Feldafinger, die mit Lothar-Günther Buchheim über Kreuz gelegen waren, nicht in ihrem Ort haben wollten. Nun hofft die Landrätin, „dass die Stoa Kunst und Kritiker wieder vereint“.

Phantasie heiße nicht, sich etwas auszudenken, sondern daraus etwas zu machen, berief sich Pollings Bürgermeister auf ein Thomas Mann-Zitat aus der Homepage der „Stoa169“. „Ab jetzt“ ist die Halle laut Martin Pape „fester Bestandteil der Gemeinde.“

Als etwas Neues, das nicht den Zeitgeist bedient und daher überdauern wird, interpretierte Wolfgang Heubisch die Wandelhalle. Jede Generation, die stark sein will, so der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, müsse Spuren hinterlassen und: „Ohne Kreativität, ohne Kunst und Kultur wird des ois nix!“

Das Schlusswort blieb dem Sinologen, Journalisten und Buchautor Dr. Tilman Spengler vorbehalten. Säulen, stellte er fest, haben viele Funktionen. „Sie können Lasten, Botschaften und Sorgen tragen.“ Die Zusammenkunft der verschiedenen Stoa-Säulen müsse „den Vergleich mit der Sprache der Dichtung nicht scheuen“. An potentielle Vandalen, die künftig in der Künstlersäulenhalle ihr Unwesen treiben könnten, richtete Spengler die Mahnung: „Alexander der Große, einer der größten Zerstörer der Geschichte, hat die Vernichtung von Persepolis nur um kurze Zeit überlebt!“

Für die Umsetzung der Idee einer Künstlersäulenhalle wurde die gemeinnützige „Stoa169“ Stiftung gegründet, deren Vorsitzender Bernd Zimmer ist. Die Stiftung sorgt für den Zugang zur Halle und sichert ihren dauerhaften Erhalt.

Die „Stoa169“ ist rund um die Uhr frei zugänglich. Zu erreichen ist die Halle von der Roßlaichbrücke an der B 472 aus oder über einen Feldweg hinter dem Pollinger Bahnhof Richtung Ammer – zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Von Maria Hofstetter

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