Insel der Menschlichkeit

STOA 169 soll Symbol friedlicher Koexistenz werden

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Die STOA 169 wächst im ersten Bauabschnitt auf 81 Säulen. Vorn Initiator Bernd Zimmer.
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Noch fehlt das Hallendach, das als Betondecke draufgelegt wird. Die Material- und Produktionskosten für die Säulen übernimmt großteils die STOA 169-Stiftung.
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Noch fehlt das Hallendach, das als Betondecke draufgelegt wird. Die Material- und Produktionskosten für die Säulen übernimmt großteils die STOA 169-Stiftung.
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Noch fehlt das Hallendach, das als Betondecke draufgelegt wird. Die Material- und Produktionskosten für die Säulen übernimmt großteils die STOA 169-Stiftung.
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Noch fehlt das Hallendach, das als Betondecke draufgelegt wird. Die Material- und Produktionskosten für die Säulen übernimmt großteils die STOA 169-Stiftung.
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Noch fehlt das Hallendach, das als Betondecke draufgelegt wird. Die Material- und Produktionskosten für die Säulen übernimmt großteils die STOA 169-Stiftung.
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Noch fehlt das Hallendach, das als Betondecke draufgelegt wird. Die Material- und Produktionskosten für die Säulen übernimmt großteils die STOA 169-Stiftung.
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Noch fehlt das Hallendach, das als Betondecke draufgelegt wird. Die Material- und Produktionskosten für die Säulen übernimmt großteils die STOA 169-Stiftung.

Polling – In den vergangenen Monaten unterschied sich die Baustelle für das Kunstprojekt STOA 169 in den Ammerauen nicht wesentlich von anderen herkömmlichen Bauvorhaben. Doch inzwischen nimmt ein Kunstwerk Gestalt an, das Ideen und Botschaften aus allen Kontinenten unter einem gemeinsamen Dach vereinen soll.

Für Initiator Bernd Zimmer ist sein seit langem gereiftes Projekt ein „Wald von menschlichen Ideen der Bildenden Kunst“, wie er es unlängst bei einem Besuch auf der Baustelle formulierte. Die einzelnen Kunstsäulen aus unterschiedlichen Werkstoffen – zum Beispiel Metall, Keramik, Holz und Lehm – werden Zug um Zug aufgestellt. So lässt sich bereits erahnen, wie das Projekt nach seiner Fertigstellung aussehen und sich an seinem Platz unweit des Ammerufers in die Landschaft einfügen wird. Das Interesse ist groß, täglich verfolgen Spaziergänger und Radfahrer aufmerksam das Geschehen hinter dem Bauzaun.

Viele Säulen von Künstlern aus anderen Kontinenten werden von lokalen Handwerksbetrieben nach ihren Plänen gefertigt. Als nächster großer Schritt folgt in diesen Wochen der Einbau des Hallendachs.

Trotz einiger Corona-bedingter Verzögerungen ist Bernd Zimmer zuversichtlich, dass der erste Bauabschnitt Mitte September eröffnet werden kann.

„Wir sind alle aus demselben Material geschaffen, leben auf einem Planeten und sind eine Menschheit.“ Dieser einfachen und fundamentalen Erkenntnis will der in Polling lebende Maler Bernd Zimmer mit seiner Säulenhalle eine sichtbare Form geben.

Laut Zimmer sei es gerade in einer Zeit von zunehmendem Nationalismus und Egoismus dringend notwendig, sich der Gemeinsamkeit aller Menschen bewusst zu werden, denn „die Geschichte lehrt uns, dass Rassismus zum Krieg führen wird“. Mit seiner Idee will er Künstlern aus fünf Kontinenten und drei Generationen einen Raum geben, in dem sie mit der Gestaltung einer Säule ihren Botschaften Ausdruck verleihen können. Nur die äußeren Abmessungen, maximal 3,90 Meter hoch und 91 Zentimeter Durchmesser, müssen eingehalten werden. Ansonsten haben die Künstler völlig freie Hand in der Auswahl ihrer Themen und Ausdrucksformen.

In diesen Tagen wird mit dem Einbau des Flachdachs begonnen. Die Eröffnung des ersten Bauabschnittes mit 81 Säulen ist Mitte September geplant, er wird dann der Öffentlichkeit frei zugänglich sein. Für Mai 2021 ist die Vollendung des zweiten Abschnittes vorgesehen. Dann sollen fast alle 121 Säulen eingebaut sein. Lediglich zehn diagonal angeordnete Stelen, so sieht es Zimmer vor, werden anschließend von jungen Künstlern – jeweils eine über den Verlauf von zehn Jahren – eingesetzt. Im Gespräch mit dem Kreisboten betonte Zimmer, dass es keinerlei hierarchische Anordnung gibt. Alle Objekte sollen sich gleichwertig in das Gesamtbild einfügen, so dass aus der Individualität ein gemeinsam gestaltetes Kunstprojekt entstehen kann.

Eine Spiegelsäule bildet den geometrischen Mittelpunkt. Die Gleichwertigkeit der Säulen wird dadurch betont, dass es keinen hervorgehobenen Eintrittsbereich gibt, sondern die Halle von allen Seiten betreten werden kann. Der Besucher entscheidet also selbst, von wo aus er sich dem Kunstwerk nähern will.

Im Klosterdorf Polling, das viel auf sein kulturelles Erbe hält, könnte die STOA169 neben den bestehenden Baudenkmälern, wie Kirche, Klosterhof und Bibliotheksaal, ein weiterer wichtiger Publikumsmagnet werden. Abzuwarten bleibt, ob auch jene PollingerInnen damit ihren Frieden schließen, die dem ehrgeizigen Projekt bisher kritisch gegenüber stehen.

Von Maria Hofstetter

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