Mit der Lok in den Stollen – Begehbarer Tiefstollen wird zu einem "Erlebnisbergwerk" ausgebaut

Lothar Wagner zeigt die Endstation der geplanten Grubenfahrt. Wie es im Entwurfskonzept heißt, „stellt der weiträumige Einblick in den weiterführenden und zum Teil verbrochenen Bereich des Tiefstollens mit herrlich ausgeleuchteten Vitriolen bis in die schauderhaft anmutende Dunkelheit und Unendlichkeit des Bergwerks“ eine besondere Attraktion für die Besucher dar. Foto: Jepsen

– Das Peißenberger Bergbaumuseum wird wohl schon bald um eine Attraktion reicher sein: Gemeinsam mit dem Knappenverein plant der Verein der Bergbaumuseumsfreunde, den für Besucher bereits seit 25 Jahren begehbaren Tiefstollen zu einem „Erlebnisbergwerk“ auszubauen. Statt zu Fuß soll die „Einfahrt“ in den Stollen ab 2013 mit einer akkubetriebenen E-Lok und entsprechenden Personenwägen möglich sein.

Ziel des Vorhabens ist es, künftig wieder mehr Besucher ins Museum zu locken. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen durch die Attraktivitäts- steigerung für die heimische Bergbaugeschichte begeistert werden. „Leider spürt man in manchen Gesprächen, dass das Wissen um den Bergbau am Hohenpeißenberg immer mehr verloren geht“, bedauerte Herrmann Schnitzer erst kürzlich im Rahmen der Jahresversammlung der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg. Zusam- men mit Diplom-Ingenieur Martin Müller hat der Altbürgermeister die Idee und das Konzept für den Ausbau des Erlebnisbergwerks entwickelt. Nach den Planungen soll die Grubenfahrt vorbei an mehreren Stationen mit Ausstellungs- und Dokumentationsobjekten bis zu 85 Meter tief in den Stollen führen. Die gleisgebundene Einfahrt ist bislang nicht möglich, da der vordere Bereich des Tiefstollens 1944 zum Luftschutzbunker umfunktioniert wurde und seitdem unter anderem zwei Betonplomben den direkten Weg versperren. Die massiven Blöcke waren damals zur Druckminderung bei Detonationen gedacht. Die Zugfahrt soll genau an der Stelle enden, die den Tiefstollen noch in seinem ursprünglichen, bergmännisch hergerichteten Zustand zeigt. Auf dem Rückweg will man die Besucher schließlich zu Fuß über einen ebenfalls originalgetreu erhaltenen Schrägstollen lotsen. Vorausgesetzt, dass die baulichen Genehmigungen erteilt werden und die Finanzierung steht, könnten die Umbauarbeiten laut Knappenvereinsvorstand Franz Fischer bereits im Oktober beginnen. „Die Witterung spielt im Stollen keine Rolle. Da kann auch im Winter gearbeitet werden“, versichert der ehemalige Bergmann. Im Frühjahr 2013 könnte das „Erlebnisbergwerk“ für die Besucher dann zugänglich sein. An Kosten wurden bislang 94 000 Euro veranschlagt. Die Gemeinde hat auf Beschluss des Marktrats mehrere Zuschussanträge gestellt, wobei die Jubiläumsstiftung der Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim-Schongau bereits 7 500 Euro bewilligt hat. Der Obolus ist wiederum Voraussetzung für Finanzhilfen der Bayerischen Sparkassenstiftung, von der sich die Gemeinde 44 000 Euro erhofft. Über den Antrag wird aber erst Ende Mai entschieden. Grünes Licht hat hingegen bereits der Lenkungsausschuss der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel (LAG) für die Bereitstellung von Leader-Mitteln der Europäischern Union gegeben. Aus dem Topf sollen 42 000 Euro fließen. Somit würde sich das Erlebnisbergwerk fast zu 100 Prozent aus Zuschüssen finanzieren.

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