Streit um Schule in Wessobrunn

Schulthemen bewegen derzeit die Bürger. In Wessobrunn gibt es zwei Problemfelder. Neben dem Grundsatzstreit, wo im Klosterdorf die Grundschule stehen soll, kämpfen einige Familien seit ein paar Jahren mit dem Landratsamt um den ihrer Ansicht nach richtigen Realschulplatz.

Während sie ihre Kinder nach Peißenberg schicken wollen, besteht die zuständige Behörde auf Weilheim. „Bisher gab es die Wahlmöglichkeit. Seit die Wirtschaftsschule nach Weilheim gezogen ist, ist das wegen der Beförderungsthematik nicht mehr der Fall“, erklärt Bürgermeister Helmut Dinter bei einem Pressegespräch mit acht betroffenen Eltern. Drei Gründe führen die Betroffenen an, warum sie die Schule in Peißenberg gegenüber der in der Kreisstadt vorziehen. In Peißenberg werden andere Zweige als in Weilheim angeboten. Dazu gibt es in der Marktgemeinde auch kein Fach- raumprinzip, mit dem sich einige nicht recht anfreunden können, und außerdem wäre in Peißenberg mehr Platz vorhanden als in der überfüllten Weilheimer Realschule. Letzteres Argument zählt für Landrat Dr. Friedrich Zeller (SPD) nicht mehr, da mit einer Aufstockung der Weilheimer Schule die Raumnot in nächster Zukunft behoben wird. Ausschlaggebend für den ablehnenden Bescheid seiner Behörde seien die Kosten für die Schülerbeförderung. „Von Rechts wegen ist der Kostenträger verpflichtet, die nächste Schule anzusteuern und das ist Weilheim“, erklärt Zeller. Die Gegenrechnung, die von den Wessobrunnern aufgestellt wird und die erst im Jahr 2015 Einsparungen ausweist, lässt das Landratsamt nicht gelten. „Da gibt es unterschiedliche Ansätze. Den Betroffenen steht es aber offen, den Rechtsweg zu beschreiten“, ergänzt der Landrat. Von der Möglichkeit zu klagen hält Dinter wenig: „Das dauert ewig.“ Auch Steffi Grün, eine betroffene Mutter aus Haid, ärgert sich über die sture Haltung der Behörde: „Die Argumente sind nicht schlüssig.“ Ausnahmeregelungen sind durchaus möglich, wie Bürgermeister Dinter auf Nachfrage bei der Regierung von Oberbayern erfahren hat. „Das bedarf nur des politischen Willens und der Zustimmung der Schule.“ Um für das kommende Schuljahr noch etwas bewirken zu können, ist jedoch Eile geboten. Die Anmeldung beginnt in dieser Woche. „Uns läuft die Zeit davon,“ befürchtet Dinter, der gleichzeitig hofft, noch mehr Betroffene mobilisieren zu können. „Gemeinsam können wir vielleicht etwas bewegen“, sagt der Rathauschef von Wessobrunn.

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