Bei Weilheim-Schongauer Land-Sammelstellen

Streuobst abgeben

+
Knackig frisch und voller Vitamine: Der Ertrag der Apfel- ernte fällt dieses Jahr ganz unterschiedlich aus.

Landkreis – Der späte Frost bedeutete im heurigen Frühjahr für die Blüten zahlreicher Obstbäume eine große Herausforderung. Manch einer trägt deshalb deutlich weniger. Andere ließen sich von kalten Nächten nicht beeindrucken, wie die unterschiedlichen Ernteerträge zeigen.

Der Grund dafür liegt im Entwicklungsstand der Blüte verborgen, erklärt Dr. Brigitte Honold, erste Vorsitzende der Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer Land und fährt fort: Die Frosttoleranz einer aufgeblühten Blüte liegt unter der einer Knospe. Die Blütenpracht hält maximal -2° C aus, die Knospe -4° C. Droht später Frost, kann übrigens ein altbewährter Trick helfen: Einfach am Abend einen oder je nach Baumgröße mehrere Eimer heißes Wasser unter den Baum stellen. Mit etwas Glück sichert das die Obsternte.

Ruft die Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer Land zur Streuobstsammlung auf, zieht der Duft alter Apfelsorten über die Höfe der Familien Schuster in Peißenberg und Seelos in Peiting. Bald ist es wieder soweit. Was angeliefert wird, wuchs auf Streuobstwiesen, die zu jeder Jahreszeit das Auge erfreuen und tausende Tier- und Pflanzen- arten beheimaten. „Streuobstwiesen sind wahre Ökosysteme, kleine Wunder der biologischen Vielfalt“, schwärmt Honold. Wie ein Kalender führen ihre verschiedenen Wuchsphasen durch das Jahr. Entsprechend anfällig sind sie auch für klimatische Veränderungen.

„Streuobstwiesen zu erhalten oder gar für Neupflanzungen zu motivieren ist das Ziel von Weilheim-Schongauer Land“, sagt Honold. „Uns liegen diese wertvollen Flächen am Herzen.“ Unterstützung erhält die Solidargemeinschaft bei diesem Projekt vom Maschinenring Oberland.

Die Äpfel können an den Samstagen 16. September und 7. Oktober, jeweils von 9 bis 12 Uhr, bei Familie Schuster, Stammerstraße 2 in Peißenberg, Tel. 08803/2973 (bei größeren Mengen anmelden) und bei Familie Seelos, Am Stein 1 in Peiting, angeliefert werden.

Der Lieferwert wird mit 20 Euro je 100 kg Äpfel ausgezahlt. Dafür müssen jedoch die Unser Land-Richtlinien eingehalten werden, die laut Honold die „hohe Qualität des Saftes sichern“. Das Obst darf nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt oder mit Klärschlamm gedüngt worden sein und muss von Streuobstbäumen aus dem Landkreis stammen. Faulige oder schimmlige Äpfel werden abgewiesen, da ein einziger fauliger Apfel rund 2000 Liter Saft verderben kann.

von Kreisbote

Auch interessant

Meistgelesen

Glück im Unglück
Glück im Unglück
Unternehmer mit Vorbildcharakter
Unternehmer mit Vorbildcharakter
Alles in einem Schwung
Alles in einem Schwung
Glück im Unglück
Glück im Unglück

Kommentare