Strompreise werden erhöht – Peißenberg: Claimrechte für Geothermie ausgelaufen

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BERNHARD JEPSEN; Peißenberg – Bereits kurz nach der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Marktrates sickerte die Meldung durch, dass das Gremium eine Strompreiserhöhung abgesegnet hat. Bei einem Pressegespräch am vergangenen Freitag im Peißenberger Rathaus folgte die offizielle Bestätigung: Ab 1. Februar 2010 müssen die Stromkunden der Gemeindewerke im Durchschnitt um 1, 9 Cent pro Kilowattstunde tiefer in die Tasche greifen. Begründet wird die zweite Preisanhebung innerhalb eines Jahres mit der anwachsenden Umlage im Zuge des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes und dem teureren Stromeinkauf. „Wir hätten eigentlich auf 2,04 Cent erhöhen müssen, um die Steigerungen komplett aufzufangen“, rechtfertigte Bürgermeisterin Manuela Vanni die Preispolitik, die ihrer Meinung nach aus gutem Grund in nichtöffentlicher Sitzung behandelt wurde: „Wir stehen in Konkurrenz zu anderen Stromanbietern, die dann natürlich das Rechnen anfangen.“. Das Stromgeschäft sei ein „unheimlich sensibles Thema“. Zu früh die Karten auf den Tisch zu legen, wäre laut Vanni „ein klarer Nachteil“ für die Werke. Die Tarifanhebung, so versicherte Werkleiter Uwe Horn, sei nicht geschehen, um große Gewinne abzuschöpfen. Stattdessen müsse man darum kämpfen, die Stromsparte „bei Null zu halten“. „Ich hoffe, wir kommen mit einem blauen Auge davon“, verdeutlichte Horn. Hauptproblem des kommunalen Eigenbetriebs ist nach wie vor, dass er auf dem Strommarkt nicht flexibel genug handeln kann. Unabhängigkeit würde die Produktion von eigenem Strom bringen, doch die Pläne für den Bau von Wasserkraftwerken an der Ammer stehen nach der Ankündigung des Wasserwirtschaftsamts, das Weilheimer Auwehr renaturieren zu wollen, vor dem Aus. Und auch für das im Kommunalwahlkampf so hochgepuschte Geothermie-Projekt stehen die Realisierungschancen kaum besser. Die gemeinsamen Claimrechte mit E.ON sind Ende Oktober abgelaufen. Eine neuerliche Bewerbung planen derzeit weder der Energiekonzern noch die Gemeinde. Um das Risiko zu minimieren, müssten ein rund 500000 Euro teures 3-D-Gutachten zu den bisherigen Erkenntnissen nachgeschoben und eine rund zehn Millionen Euro teure Probebohrung in rund 5000 Metern Tiefe getätigt werden. Investoren gibt es derzeit allerdings noch keine: „Das ist in der momentanen Wirtschaftskrise sehr schwierig“, räumt Vanni ein, die das Projekt aber noch nicht abschreiben will: „Die Technik reift, und die Geothermie könnte dadurch billiger werden“, hofft die Bürgermeisterin. Die Gemeinde besitze ein „Vorgriffsrecht“ auf den Claim, allerdings müsste dann ein Dreijahresplan zur Umsetzung des Projekts vorgelegt werden. Auch Horn empfiehlt, die Geo-thermie nicht auf alle Zeiten zu verwerfen. Allerdings müssten sich die Werke, die seit 2006 keine schwarzen Zahlen mehr schreiben, derzeit darauf konzentrieren, die Gewinn- und Verlustrechnung „auf Vordermann“ zu bringen: „Solange das nicht erreicht ist“, so Horns Überzeugung, „brauchen wir uns nicht über Strategien zu unterhalten“. Neuer Caterer für die Tiefstollenhalle Die Tiefstollenhalle bekommt einen neuen Cateringservice: Thomas Hübner aus Halblech wird ab 1. Januar 2010 mit seiner Firma „Chef-Squad“ die Bewirtung im Kulturzentrum übernehmen und damit den „Killi Partyservice“ ablösen, der sich vergeblich um eine Vertragsverlängerung bemüht hatte. Hübner ist gelernter Küchenmeister und hat bis 2003 die „Sonne“ in Ingenried geführt, die laut Pressemitteilung aus dem Peißenberger Rathaus „für ihr ausgezeichnetes Kulturprogramm bekannt“ war. „Chef-Squad“, so heißt es in der Meldung weiter, verfüge über einen großen Personalstamm und habe in seiner komplett ausgestatteten, fahrbaren Küche über 3000 Produkte im Angebot. Die Bewirtungskapazität liege bei rund 800 Personen. In dem vom Marktrat nach längeren Diskussionen neu geregelten Vertragswerk können die Peißenberger Vereine künftig Veranstaltungen in der Tiefstollenhalle abhalten, ohne den Caterer mitbuchen zu müssen. Ein Bierlieferungsvertrag besteht zudem nicht mehr. Für alle anderen Veranstaltungen ist die Inanspruchnahme des Caterers nach wie vor bindend. Seine „Premiere“ in der Tiefstollenhalle feiert der 35-jährige Hübner mit seinem Team bereits am 2. Januar 2010 bei der Neujahrs-Operettengala.

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