Landwirt aus Obersöchering erhebt für BfL Anspruch auf den Landratsposten

Taffertshofer nimmt zweiten Anlauf

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V. li. Brigitte und Markus Loth (Kreisräte), Wolfgang Taffertshofer, Wolfgang Sacher (Bürgermeisterkandidat Penzberg), Christiane Taffertshofer, Franz Seidel und Ralf Schnabel (Bürgermeisterkandidat Schongau).

Weilheim – Nach der SPD und den Grünen ließen am Freitag die Bürger für den Landkreis (BfL) die Katze aus dem Sack: Mit dem Obersöcheringer Wolfgang Taffertshofer wollen sie einen Kandidaten ins Rennen schicken, der die Voraussetzungen mitbringt, „dass er das Amt des Landrates auch tatsächlich ausführen kann“, wie ihr Vorsitzender Franz Seidel betonte.

Als drittgrößte Kreistagsfraktion mit zehn Sitzen melden die BfW ihren Anspruch an, einen eigenen Kandidaten zu stellen. Taffertshofer gab sich bei seiner Vorstellung auf dem Weilheimer Gögerl sehr selbstbewusst. Der 49-jährige Landwirt verwies auf seine „Lebenserfahrung“, da er schon 1996, damals bei den Unabhängigen, für den Landratsposten kandidiert habe und als Gemeinde- und Kreisrat in der Kommunalpolitik fest verankert sei. Die Entscheidung für einen zweiten Anlauf habe er sich nicht leicht gemacht, sagte der achtfache Vater, doch wisse er die Familie hinter sich: „Mein ältester Sohn wird sich um den Hof kümmern, während ich Wahlkampf mache.“ 

Der Bau einer neuen Berufsschule hat im Wahlprogramm der BfL „oberste Priorität“. Darüber hinaus steht das Fördern von generationsübergreifenden Wohn- und Lebensformen auf ihrer Agenda: „Vieles geschieht in den Gemeinden, aber auch der Landkreis könnte Akzente setzen“, so Taffertshofer. Das hohe Defizit der Krankenhaus GmbH sei nicht akzeptabel, da es die Gemeinden über die Kreisumlage viel zu stark belaste. In der Diskussion um die Zukunft des Peißenberger Krankenhauses seien die Kreisräte nur unzureichend informiert gewesen, bemängelte Taffertshofer und distanzierte sich von der Entscheidung des Landrats. Das Regionalmanagement wird von den BfL ausdrücklich begrüßt, „weil wir damit EU-Fördermittel in den Landkreis holen können“. Des Weiteren treten die BfL für das Wiederbeleben der Fuchstalbahn und für bessere Verkehrsverbindungen zwischen dem Ost- und Westteil des Landkreises ein. Auf dem Energiesektor müssten Wind, Wasser, Biogas, Photovoltaik und Geothermie genutzt werden, forderte Taffertshofer, „um das Geld und die Wirtschaft in der Region zu belassen“. Und das Raistinger Radom? „Wir möchten es erhalten“, positionierte sich der 49-jährige BfL-Kandidat, bezweifelte aber, ob der Landkreis für das Industriedenkmal die Trägerschaft behalten soll. 

 Mit der „fachlichen und inhaltlichen Kritik“ am amtierenden Landrat hielten sich die BfL zurück, beklagten aber dessen mangelnde Bürgernähe: „Es gibt Veranstaltungen, da ist die persönliche Präsenz des Landrats gefragt“, monierte Weilheims Bürgermeister Loth. 

Taffertshofers offizielle Nominierung als Landratskandidat steht noch aus: Fraktion und Vorstandschaft werden ihren Favoriten am 1. Dezember in Peißenberg den BfL-Mitgliedern präsentieren.

Maria Hofstetter

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