Doktor Faustus trifft auf klassische Musik – Festival in Polling bietet ein vielfältiges Programm

Tage für Alte und Neue Musik

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Der Bibliotheksaal bietet ein zauberhaftes Ambiente für die Konzerte.

Polling – In diesem Jahr finden zum zweiten Mal die Pollinger Tage für Alte und Neue Musik statt. Vom 30. April bis zum 9. Mai werden im Klosterdorf hochkarätige Kammermusik mit internationalen Musikergrößen, ein Familienprogramm, ein Barock-Brunch in der Alten Klosterziegelei und eine Sonderausstellung zu Thomas Mann geboten.

Wie schon beim ersten Mal bietet der Bibliotheksaal des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts eine ganz besondere Atmosphäre für die Konzerte. Wo einst Tausende von Büchern gehütet wurden, können die Zuhörer – nur etwas mehr als 400 finden hier zwischen hohen Säulen und eindrucksvollen Deckenfresken Platz – den Künstlern ganz nah sein und die Musik genießen. „Der Saal ist eine Perle, aber außerhalb der Region tatsächlich nur wenigen bekannt“, sagt die Münchner Veranstalterin der Musiktage, Birgit Chlupacek. Sie hat, zusammen mit dem Pianisten Gerold Huber, der die künstlerische Leitung der Musiktage hat, das Festival im letzten Jahr aus der Taufe gehoben.

Das Programm: Zum Kammermusik-Festival werden der Tenor Julian Prégardien mit seinem Vokalquartett, der renommierte Hornist Guido Corti aus Italien, der israelische Geiger und Bratschist Nimrod Guez sowie das Barockensemble L’Accademia Giocosa erwartet. Dazu ist Pianist und Liedbegleiter Gerold Huber mit diversen Programmen und jungen Gesangssolisten mehrfach am Steinway-Flügel zu erleben. Über die Kammerkonzerte als puren Musikgenuss hinaus wurden neue Formate für Familien und die junge Generation, etwa in Form von Gesprächskonzerten, Crossover-Projekten, Führungen und kulinarischen Angeboten konzipiert.

Auch in Sachen Mobilität streben die Organisatoren Kooperationen an. Der RVO etwa bietet Konzertbesuchern gegen Vorlage der Tickets zur Festivalzeit freie Fahrt in den Bussen im Landkreis Weilheim-Schongau. Außerdem pendelt am Samstag, 6. Mai, ein zusätzlicher Bus zu den Konzertzeiten von Weilheim nach Polling.

In die Zukunft gedacht: Die ersten Pollinger Tage für Alte und Neue Musik fanden einen hohen Anklang und nun soll daraus ein jährlich wiederkehrender, musikalischer Höhepunkt in der Region werden. „Die Resonanz war bereits vielversprechend. Wir haben zudem einen perfekten Zeitpunkt, immer Anfang Mai über mindestens eine Woche, gefunden“, beschreibt Gerold Huber die Planung.

Details zum Programm

Tenor Julian Prégardien mit seinem Vokalquartett – Lydia Teuscher, Sopran; Iris Prégardien, Alt; Martin Berner, Bass – eröffnen am 30. April das Festival mit einem Konzert mit Brahms-Liedern.

Die SALONkonzerte, ein literarisch-musikalischer Exkurs auf den Spuren Thomas Manns, folgen am Donnerstag, 4. Mai sowie Dienstag, 9. Mai. Der Schriftsteller machte Polling vor 70 Jahren zum Haupt-Schauplatz („Pfeiffering“) seines Romans Doktor Faustus. Thomas-Mann-Experte Eckhard Zimmermann führt die Konzertbesucher bei einem Spaziergang auf dem Doktor-Faustus-Weg zu den Schauplätzen des Romans. Der Literaturwissenschaftler Professor Dr. Dieter Borchmeyer hält einen Einführungsvortrag zum Thema. Das direkt anschließende Konzert mit Sopranistin Andrea Oswald und Gerold Huber am Klavier findet im Schweigharthof statt. Gespielt werden unter anderem Beethovens letzter Klaviersonate und Richard Strauss‘ Brentano-Liederzyklus.

Beim GesprächsKONZERT „Fauststoff“ am Samstag, 6. Mai, gestalten vier junge Gesangssolisten – Anna Karmasin, Sopran; Andrea Oswald, Sopran; Virgil Mischok, Bariton; Tareq Nazmi, Bass –, der Gospelchor Planegg und Gerald Huber am Klavier berühmte Faust-Vertonungen von Schubert, Schumann und Busoni.

Das Format OffeneBÜHNE im Bibliotheksaal (Eintritt frei) richtet sich an jüngere Zuhörer und deren Familien: Dieses Jahr stehen Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ im Fokus – vorgetragen von Gerold Huber am Klavier, umrahmt von einer visuellen Interpretation des Themas der Klasse 7a des Weilheimer Gymnasiums.

Beim KammerKONZERT am Samstagabend sind Werke von Beethoven, Ysaÿe, Schubert und Brahms, in der Besetzung Horn (Guido Corti), Geige (Nimrod Guez), Klarinette (Fidelis Edelmann), Klavier (Gerold Huber) und Sopran (Andrea Oswald) zu hören.

Der Sonntag, 7. Mai, beginnt mit einem Konzert des Barockensembles L’Accademia Giocosa, und Lautenisten JacopoSabina, mit Werken von Vivaldi, Uccellini, Mascitti, Castello und Telemann.

Den Abschluss bildet der BarockBRUNCH in der Alten Klosterziegelei. Außerdem kann von Sonntag, 30. April, bis Sonntag, 7. Mai, die SonderAUSSTELLUNG zu Thomas Manns „Doktor Faustus – Roman einer Epoche“ in der Gewölbegalerie des Bibliotheksaals besucht werden (Eintritt frei).

Karten für die Veranstaltungen gibt es beim Kreisboten in der Sparkasse am Marienplatz in Weilheim oder unter Tel. 0881/686-11 und -12.

Das Programm im Überblick:

- Sonntag, 30. April, 17 Uhr: HochKLASSIK – Vokalquartett Julian Prégardien

- Donnerstag, 4. Mai und Dienstag, 9. Mai, Spaziergang: 17.45 Uhr, Konzert: 18.30 Uhr, Nike-Saal im  Schweigharthof: SALONkonzert – Literarisch-musikalischer Exkurs auf den Spuren Thomas Manns

- Samstag, 6. Mai, 11 Uhr: GesprächsKONZERT – „Fauststoff“: berühmte Faust-Vertonungen

- Samstag, 6. Mai, 14 bis 16 Uhr (Eintritt frei): OffeneBÜHNE – „Meister und Schüler“

- Samstag, 6. Mai, 20 Uhr: KammerKONZERT – „Horn plus“

- Sonntag, 7. Mai, 11.30 Uhr: OriginalKLANG – Matinée „La Bella Ciaconna“

- Sonntag, 7. Mai, 13.30 Uhr: BarockBRUNCH – „Liaison Gourmet“ zum Ausklang der Matinée

- Sonntag, 30. April, bis Sonntag, 7. Mai (Eintritt frei): SonderAUSSTELLUNG – „Doktor Faustus – Roman einer  Epoche“

Von Kreisbote

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