Begegnungen, die bereichern

Tagesbetreuung für Senioren im Mehrgenerationenhaus Murnau

Tagesbetreuung Murnau
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Informierten vergangene Woche über das neue Angebot im Caritas-Mehrgenerationenhaus – getestet und geimpft: Das Betreuungsteam um Martina Krönner-Legelli, Monika Lieb, Lisa Schwindsackl (von links) und Iris Gschliesser (3. von rechts) mit Ursula Lampl (Mitte), Leiterin des Mehrgenerationenhauses, sowie Birgit Stögbauer und Monika Gampe (von rechts) von der Ökumenischen Sozialstation Oberland gGmbH.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Es sind vielleicht nur ein paar Stunden. Ein paar Stunden des Kontaktes, der Freude, des Miteinanders. Doch diese wenigen Stunden bedeuten viel für den Menschen, der diese Zeit erlebt, wie auch für den Menschen, der diese Zeit ermöglicht. In einem Gemeinschaftsprojekt der Ökumenischen Sozialstation Oberland gGmbH und des Kreiscaritasverbandes Garmisch-Partenkirchen entstand die Idee, eine Tagesbetreuung zu realisieren. Eine Idee, die nun im Caritas-Mehrgenerationenhaus in Murnau umgesetzt wird.

Es geht nicht um Pflege, zumindest nicht um körperliche. Doch um eine andere Form der Pflege, um die Pflege sozialer Kontakte, wenn man so möchte. Ältere Menschen, die zu vereinsamen drohen, viel oder gar die meiste Zeit alleine zu Hause verbringen, Senioren mit einem niedrigen Versorgungsbedarf, bis Pflegegrad 3 beziehungsweise mit ausreichender Mobilität, sollen von dem Angebot profitieren. In Schongau gebe es eine Tagesbetreuung schon seit über sechs Jahren, erzählt Birgit Stögbauer, verantwortliche Pflegefachkraft und Referentin für Soziale Dienste bei der Ökumenischen Sozialstation Oberland gGmbH (ÖSO). Acht bis zehn Senioren werden derzeit im Café Schatzinsel an einem Nachmittag in der Woche vier Stunden lang betreut.

Eine ähnliche Gruppengröße schwebt Stögbauer nun auch für die Tagesbetreuung im Mehrgenerationenhaus (MGH) vor. „Mehr als acht geht momentan nicht“, meint die Pflegefachkraft. Das Betreuungsteam setzt sich aus zwei Ehrenamtlichen und zwei Hauptamtlichen von der ÖSO zusammen. Offiziell eröffnet wurde die Betreuung vor rund einer Woche, starten soll das Angebot am kommenden Dienstag, sofern „genügend Anmeldungen da sind“, meint Monika Gampe von der ÖSO am Eröffnungstag. Fünf Senioren sind das Minimum. „Drei Interessenten gibt es schon“, sagt Stögbauer vor rund einer Woche.

Anfänglich soll die Betreuung einmal monatlich an einem Freitagvormittag mit spätem Frühstück und einmal monatlich an einem Dienstagnachmittag mit Kaffee und Kuchen, jeweils für vier Stunden, öffnen. Später könnte das Angebot vielleicht noch ausgebaut werden, man müsse flexibel agieren, sagt Stögbauer. Nun aber wolle man „erst einmal anfangen“, so Ursula Lampl, Leiterin des MGH. „Wir müssen ja auch auf die freien Zeiten achten“, verweist Gampe auch noch auf die Veranstaltungen im MGH, „hier ist ja viel los“. Von Bedeutung sei, dass die älteren Menschen eine Beschäftigung bekommen, Kontakte knüpfen – und die pflegenden Angehörigen entlastet werden, betont Gampe. Ein paar Stunden zum Durchatmen, ein wenig Freiraum, Abstand vom Alltag.

„Am wichtigsten ist der soziale Austausch“, sagt auch Stögbauer. Und dieser findet nicht allein bei einem Stück Streuselkuchen und Heißgebrühtem statt. Die Betreuung soll vielfältig sein, regelmäßige Inhalte, aber auch Highlights umfassen, etwa einen Ausflug in den Zoo, meint die Pflegefachkraft. Außerdem orientieren sich die Angebote an den Jahreszeiten, beinhalten motorische Übungen, gemeinsames Musizieren und Singen oder Spaziergänge. Und: „Unser Digitalteam hat sich schon Gedanken gemacht“, verrät Lampl und verweist auf altersgerechte Technik, etwa spezielle Tablets für Senioren. Wie genau das Programm aussieht, kann man aber erst sagen, wenn die Gruppe feststeht. Man müsse individuell abstimmen, „auf Wünsche eingehen“, findet die Leiterin des MGH.

Teil des Betreuungsteams ist Monika Lieb. Die Ehrenamtliche blickt auf zehn Jahre Erfahrung in der Tagesbetreuung zurück, zehn Jahre der Bereicherung, beidseitiger. Die „interessanten Biografien“ der Senioren faszinieren sie. Ältere Menschen erhalten die Möglichkeit, „ihren ganzen Lebensrucksack“ mitzubringen. Sie hofft, dass jeder Senior, der das Angebot in Anspruch nimmt, nach den vier Stunden „glücklich und lachend nach Hause geht“.

Schon jetzt glücklich über die Eröffnung zeigt sich Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), der die Betreuung als „ein wichtiges ergänzendes Angebot für Murnau, das auch die Bedürfnisse von den pflegenden Angehörigen in den Blick nimmt und diese entlastet“, betrachtet. Der Rathauschef wünscht sich, dass die Betreuung so gut ankommt, dass diese „bald zu einem regelmäßigen, wöchentlichen Angebot ausgebaut werden kann“.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Tagesbetreuung im Mehrgenerationenhaus in Murnau, etwa zu den konkreten Betreuungszeiten und zu den Kosten und deren Abrechnung über die Pflegekasse, gibt es bei der Ökumenischen Sozialstation Oberland gGmbH unter Tel. 08803/63330 sowie im Mehrgenerationenhaus unter Tel. 08841/628113.

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