Ehemaliges Rasp-Gebäude samt Bücherei in Peißenberg in »Max-Biller-Haus« umgetauft

Peißenberg war sein »Steckenpferd«

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Enthüllten die Namenstafel: V.li.: Manuela Vanni, Karl-Heinz Grehl, Alt-Bürgermeister Matthias Führler (sitzend), Ernst Frohnheiser (hatte die Namenstaufe im Marktrat beantragt), Christine Marksteiner, Kreisheimatpfleger Klaus Gast und Bauhofleiter Roman Bals.

Peißenberg – Im April ist der langjährige Marktarchivar Max Biller (84) gestorben. Welch große Wertschätzung der Bürgermedaillen- und Bundesverdienstkreuzträger genoss, zeigte sich bei einem Festakt: Erstmals hat die Marktgemeinde ein öffentliches Gebäude nach einer verdienten Persönlichkeit benannt.

Im Beisein von Landkreisvertretern, Gemeinderäten, Rathausmitarbeitern und ehemaligen Weggefährten wurden Bücherei und Marktarchiv an der Schongauer Straße in „Max-Biller-Haus“ getauft.

Biller leitete 41 Jahre das Marktarchiv. Er verfasste das Peißenberger Heimatlexikon, gab im zweijährigen Rhythmus Jahreschroniken heraus und schaffte aus eigener Tasche mehrere Exponate für das Archiv an, wie einen Bademantel von Kaiserin „Sisi“. Auch in anderen Landkreisgemeinden war der Volksschullehrer aktiv. Über 30 Jahre war er Kreisarchivpfleger, alles ehrenamtlich. Billers Markenzeichen, seine manchmal belächelte schrullige Art, war für ihn Mittel zum Zweck: „Man muss demütig und bemitleidenswert wirken“, hatte der Pollinger einmal gesagt. Ging es um Heimatforschung und Archivpflege, konnte Biller sehr beharrlich auftreten – oder, wie es Bürgermeisterin Manuela Vanni ausdrückte, „liebenswert und freundlich, aber bestimmt“. Der Marktarchivar sei ein Mensch gewesen, dessen Vertrauen man sich habe erarbeiten müssen. Vanni erhielt erst zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt Billers geheime Telefonnummer: „Das hat mich sehr gefreut – auch wenn ich ihn erst mittags nach 12 Uhr anrufen durfte“, so Vanni. Das Peißenberger Archiv sei sein „Steckenpferd“ gewesen. Vanni:„Wir als Gemeinde haben Glück, durch das ehrenamtliche Engagement von Biller so einen guten Einblick in die Vergangenheit zu haben.“

Auch Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl würdigte Billers herausragendes ehrenamtliches Engagement, mit dem er „unglaublich hohe soziale Kompetenz an den Tag gelegt“ habe. „Max Biller ist der Vater unseres Landkreisgedächtnisses. Der Landkreis ist stolz auf sein Schaffen“, sagte Grehl in seinem Grußwort.

Vanni versprach, dass die Gemeinde Billers Lebenswerk weiterführen und seine Jahreschroniken fortschreiben werde.

Zur neuen Marktarchivarin wurde bei der Namenseinweihung offiziell Christine Marksteiner ernannt, die Biller schon mehrere Jahre bei seiner Arbeit unterstützt hatte: „Sie treten in große Fußstapfen, aber Sie werden die Aufgabe bestens meistern. Da bin ich mir ganz sicher“, ließ Vanni die Rathausmitarbeiterin von der Gemeindekasse wissen.

Von Bernhard Jepsen

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