Wenn Hass zu Liebe wird

Teatro Coronato Weilheim präsentiert »Der Bär«

Teatro Coronato - der Bär
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Smirnow (Kolja Heiß, li.) taucht plötzlich auf und will Schulden bei der Witwe Popowa (Sabine Lorenz, re.) eintreiben. Diener Luka (Michael Golf, Mitte) erlebt schließlich eine Überraschung.
  • Britta Sölla
    VonBritta Sölla
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Weilheim – Nachdem im vergangenen Jahr „Der Heiratsantrag“ auf dem Programm des Teatro Coronatos stand, wird heuer das Folgestück „Der Bär“ gespielt. Auch hier zeigt Anton Tschechow wieder seine humoristische Ader. Das Stück lebt von übertrieben dargestellten Gefühlen und er bezeichnete es zu seiner Zeit wohl als „Scherz“.

Am Anfang steht die elegante Gutsherrin und Witwe Popowa, gespielt von Sabine Lorenz, die sieben Monate nach dem Tod des Ehemannes immer noch mit Trauermiene gemessenen Schrittes durch ihr Haus wandert, dramatisch untermalt von „Lara´s Theme“ aus dem Film „Dr. Schiwago“. Diener Luka (Michael Golf) macht sich große Sorgen um den Gemütszustand seiner Herrin. Da taucht plötzlich der Gutsbesitzer Smirnow (Kolja Heiß) auf, dem der verstorbene Ehemann Geld schuldete. Wütend kommt er daher, man könnte sagen wie ein Bär, denn alle Schuldner wollen oder können nicht zahlen und er benötigt dringend Geld. Die plötzlich sehr resolut auftretende Witwe besteht darauf, erst in zwei Tagen zahlen zu können. Kurzum: Streit ist vorprogrammiert. Der endet schließlich in einem Duell, das niemals stattfindet. Stattdessen finden sich die Streithähne in einer innigen Umarmung wieder.

Es ist also so Einiges dabei, was die Gefühlswelt zu bieten hat, und die Grenzen zwischen den Emotionen sind fließend. Die übertriebene Darstellung dieser Gefühle, wunderbar auf die Spitze getrieben von den Schauspielern unter Anleitung von Yvonne Brosch, sorgt für so manchen Lacher im Publikum, bietet aber auch Raum zum Nachdenken über gesellschaftliche Konventionen. Umrahmt wird das Stück von traditioneller Musik auf Akkordeon und Bouzouki von Wolfgang Obrecht und Aleko Rantos, die das Publikum in den russischen Kulturraum versetzt. Das wiederum situationsbedingt schlichte Bühnenbild von Stadttheaterleiter Andreas Arneth tut hier sein Übriges und versetzt die Zuschauer gelungen in eine ländliche und bürgerliche Szenerie.

Weitere Aufführungstermine: 20., 22. und 28. August um jeweils 20.30 Uhr. Mehr Informationen auf der Homepage. Dort finden sich auch die Kontaktdaten zur Kartenreservierung.

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