15 Jahre Weilheimer Theaterfreunde: Adele Neuhauser kommt zur Jubiläumslesung

Großer Einsatz auf kleiner Bühne

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Freuen sich auf die Jubiläumslesung am 16. Februar im Stadttheater: Vereinsvorsitzende Ragnhild Thieler und Vorstandsmitglied Albrecht Witschel.

Weilheim – Als Intendantin Cordula Trantow 1998 den „Weilheimer Theatersommer“ nach der umstrittenen „Faust“-Inszenierung für beendet erklärt hatte, formierte sich eine Gruppe theaterbegeisterter Bürger und gründete im März 1999 den Verein „Freunde des Weilheimer Theaters“.

Wer waren die Vereinsgründer und was war ausschlaggebend für diesen Schritt?Thieler: „Wir waren ein theaterbegeisterter Freundeskreis und wollten dazu beitragen, dass in Weilheim weiterhin anspruchsvolles Theater auf professionellem Niveau aufgeführt wird. Um keine Riesenlücke entstehen zu lassen, haben wir schnell gehandelt und damit für einen nahtlosen Übergang gesorgt. Zu den Gründungsmitgliedern zählten noch Michael Schaetzler, Friederike Mehler, Inge Ahn, Hannelore Biener, Regine Bartl, Reinhild Röhrig und Albrecht Witschel.“

Welche Initiativen wurden seither gestartet? 

Thieler: „Unser Vereinskonzept steht auf zwei Säulen: Wir unterstützen die Stadt bei der Erstellung des Kulturprogrammes und ihrer Theaterabos. Auf unsere Initiative hin konnten renommierte Bühnen gewonnen werden; Theaterstücke klassischer und zeitgenössischer Autoren wurden aufgeführt. Die Schaubühne München, das Staatstheater Nürnberg, Metropoltheater München und TheaterLust München gastierten in Weilheim. Das Stadttheater Regensburg, dem wir besonders verbunden sind, hat hier bereits 19 Theaterstücke aufgeführt. Der Verein bereichert auch mit eigenen Veranstaltungen, wie Lesungen und Liederabenden mit prominenten Literaten und Künstlern, das Kulturprogramm. Wir arbeiten eng mit der Kleinkunstbühne Turmtheater Regensburg zusammen. Im Februar 2013 wagten wir uns mit der Aufführung der ‘Opern auf Bayrisch’ an eine Großveranstaltung.“ 

Ist es schwierig, auswärtige Künstler für einen Auftritt zu gewinnen? 

Thieler: „Alle Künstler, die mal hier waren, kommen mit Begeisterung wieder. Sie fühlen sich sehr wohl in Weilheim und schätzen das gute Publikum.“

Woher nimmt der Verein die Finanzmittel für seine eigenen Veranstaltungen?

Thieler: „Die Kosten werden im Wesentlichen mit Mitgliedsbeiträgen gedeckt. Der Verein hat aktuell 68 Mitglieder, der Jahresbeitrag beträgt 40 Euro. Wir pflegen mit den Künstlern ein freundschaftliches Verhältnis, sonst könnten wir uns so manchen Auftritt nicht leisten. Auch unser Büfett nach der Vorstellung kommt bei den Künstlern gut an.“ 

Honorieren die Weilheimer das Angebot der Theaterfreunde? 

Thieler: „Das hängt vom Bekanntheitsgrad des Künstlers ab. Bei manchen Lesungen haben wir uns mehr Publikum erhofft und können nicht sagen, warum es weggeblieben ist.“ 

Fühlen sich Jugendliche von dem Programm angesprochen? 

Thieler: „Junges Publikum in Theater und Lesungen zu bringen ist äußerst schwierig geworden. Den G8-Schülern fehlt aufgrund des dicht gedrängten Lehrplanes oft die Zeit. Das ist sehr bedauerlich.“ 

Mit Adele Neuhauser und Martin Hofer holen Sie zur Jubiläumslesung zwei frühere Mitglieder des Regensburger Theaterensembles auf die Bühne... 

Thieler: „Ja, ihre Auftritte in Weilheim sind in bester Erinnerung. Die spontane Zusage von Adele Neuhauser, einer ausdrucksstarken Schauspielerin, zeigt deutlich ihre Verbundenheit zu Weilheim. Der Kontakt zu ihr kam über das Theater Regensburg zustande. Im Gespräch sind wir dann drauf gekommen, dass sie zu dieser Zeit in Polling gelebt hat. Nach den Premieren trafen wir uns mit dem Regensburger Ensemble beim Griechen und haben auf den Tischen getanzt. Unsere Verbindung mit Adele Neuhauser hat familiären Charakter. Ihr Besuch ist auch ein Stück ‘nach Haus kommen’. In der Lesung mit Martin Hofer werden sich beide wunderbar ergänzen.“ Vielen Dank für das Gespräch.

Von Maria Hofstetter

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