Frühzeitig Hilfe holen

Therapienetz Essstörung e.V. berät auch wieder persönlich

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Der Verein Therapienetz Essstörung geht davon aus, dass durch die Corona-Pandemie Essstörungen zunehmen könnten.

Weilheim – Essstörung und Corona? Auf den ersten Blick ist nicht unbedingt ein Zusammenhang zu erkennen. Doch Dorothea Voß vom Therapienetz Essstörung erklärt, wie die Krise das Essverhalten beeinflussen kann – und wann man sich Hilfe suchen sollte.

Laut Meinungsumfragen hat ein beträchtlicher Prozentsatz der Deutschen aufgrund der Corona-Einschränkungen im Essverhalten und im Gewicht zugelegt. „Nun sind ein paar ‚Corona-Pfunde‘ als Folge von eingeschränkter Bewegung und ausgiebigem, genussvollem Essen zunächst keineswegs gesundheitsgefährdend“, stellt Voß klar. Riskant würden diese, wenn sich als Reaktion eine breite „Diät-Welle“ entwickeln würde, welche für die Entstehung von Magersucht und Bulimie ein neuer Nährboden wäre. „Oder aber, wenn psychisch stark belastete Menschen sich über Kontrolle des Essens und des Gewichts eine Pseudo-Sicherheit schaffen, um die gegenwärtige Unsicherheit, Angst und Ohnmacht zu kompensieren.“

Vor allem aber bestehe die Gefahr, dass in dieser Zeit starker psychosozialer Belastung Stress- und Frustessen als Ersatzhandlung zunehme. Denn sowohl diejenigen, die bis an die äußerste Belastungsgrenze eingespannt sind als auch von Einsamkeit und Leerlauf Gequälte nutzen laut Voß oft vermehrt Süßigkeiten und anderes „Hochkaloriges“, um sich zu beruhigen, zu entspannen und zu trösten – gerade wenn andere Ausgleichsmöglichkeiten nicht mehr zugänglich sind. „Aus diesem Verhalten kann sich eine dauerhafte Esssucht entwickeln.“ „Wer bei sich jetzt Ansätze zu suchtartigem Essen oder sonstigen Essproblemen beobachtet, sollte sich frühzeitig Hilfe bei einer Beratungsstelle holen“, sagt Voß. Das Therapienetz Essstörung e.V. bietet diese in der Weilheimer Beratungsstelle kostenlos an. Kontaktmöglichkeit unter Tel. 0881/9270808, weitere Infos auf der Webseite.

Auch wer schon länger von Essstörungen wie Anorexie, Bulimie, Esssucht oder ähnlichem betroffen ist und derzeit verstärkt mit den Krankheitssymptomen und den eingeschränkten Therapiemöglichkeiten zu kämpfen hat, kann aktuell beim Therapienetz Essstörung wieder neben der telefonischen auch persönliche Beratung, unter Sicherheitsauflagen, in Anspruch nehmen.

Von Kreisbote

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