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Ambulante Reha in der "Rigi-Rutsch´n" soll regionale Gesundheitsversorgung stärken

Therapiezentrum PRO öffnet im März

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So viel fehlt noch bis zur Eröffnung des ambulanten Therapiezentrums in Peißenberg (v.li.): Reinhard Huber, Ingrid Haberl und Thomas Lippmann auf der Baustelle im Obergeschoss der „Rigi-Rutsch´n“.

Peißenberg – Derzeit wird noch kräftig gewerkelt im Obergeschoss der „Rigi-Rutsch´n“.

Die Trockenbauer und die Elektriker sind mit Hochdruck bei der Arbeit, denn bis zum 1. März muss alles fertig sein. Dann nämlich öffnet das „Therapiezentrum Präventive-Rehabilitation-Oberland (PRO)“ seine Tore. Die ambulant organisierte Reha ist ein Kooperationsprojekt der Gemeindewerke Peißenberg und der Krankenhaus-GmbH des Landkreises (wir berichteten).

Die formaljuristischen Rahmenbedingungen zur Gründung der „Therapiezentrum PRO GmbH“ haben die Verantwortlichen bereits Ende vergangenen Jahres festgezurrt. Am 29. Dezember wurde die Gesellschaft in das Handelsregister eingetragen. Die Krankenhaus-GmbH besitzt eine Sperrminorität von 25,1 Prozent. Sie kann bei strategisch-medizinischen Fragen voll mitreden. Die Gemeindewerke wiederum tragen das wirtschaftliche Risiko der ambulanten Therapie, schöpfen aber auch die Erträge ab. „Nach drei Jahren wollen wir in Volllast und in der Vollgewinnzone sein“, kündigt Ingrid Haberl, die Chefin des Kommunalunternehmens, an. Die Reha-GmbH wird an die Werke für die Nutzung des Obergeschosses sowie des Hallenschwimmbeckens und der Sauna eine Miete von 180 000 Euro im Jahr zahlen. Zudem rechnet man dauerhaft mit einem Betriebsgewinn von rund 400 000 Euro vor Steuern. Die prognostizierten Erträge wollen die Werke zum Erhalt der „Rigi-Rutsch´n“ reinvestieren.

Reinhard Huber, der PRO-Geschäftsführer und Ideengeber für die Reha, ist von der Belastbarkeit der Kalkulation überzeugt. Der Gesundheitsökonom hat die Rahmenbedingungen mit den Krankenkassen ausgehandelt. „Wir können den Businessplan sehr gut berechnen. Wir wissen, was wir verdienen“, betont Huber. Der Trend gehe immer mehr in Richtung ambulanter Therapieangebote. Nach Bandscheiben-Operationen würden zum Beispiel von den Kassen mittlerweile 80 Prozent der Anträge für stationäre Aufenthalte abgelehnt – nicht nur aus Kostengründen. „Die ambulante Therapie ist einfach besser – und die Patienten hängen am Wochenende nicht irgendwo rum“, erklärt Huber. Außerdem könnten sich die Patienten im häuslichen Umfeld schneller wieder an die alltäglichen Bewegungen gewöhnen. Aber warum gibt es dann nicht schon längst mehr ambulante Rehazentren, wenn sie so lukrativ und nachgefragt sind? Huber verweist dabei auf die strengen Betriebsvorgaben. „Eine Reha kann man nicht einfach aufmachen wie ein Kino. Es müssen die Voraussetzungen stimmen.“ Das Personal sei zum Beispiel eine „gigantische Einstiegshürde“, auch brauche es ein Schwimmbad und Parkplätze. Kriterien, die die „Rigi-Rutsch´n“ perfekt erfüllen würde.

Für die Krankenhaus-GmbH wäre eine direkte Trägerschaft nicht in Frage gekommen. „Wir haben komplett andere Abrechnungsmechanismen“, erklärt Geschäftsführer Thomas Lippmann. Zudem könne man kein Investitionsrisiko tragen. Als strategischer Partner wolle man der Reha jedoch als „Know-how-Geber“ dienen. Die Einrichtung sei eine wichtige Ergänzung zum stationären Aufenthalt im Krankenhaus.

„Die Komponente hat uns noch gefehlt. Die Frage ist für uns nämlich, in welches Umfeld entlassen wir unsere Patienten“, erklärt Lippmann. Die regionale Gesundheitsversorgung werde durch die Reha weiter gestärkt. Lippmann sieht mit der Einrichtung ein Instrument, um die beiden Krankenhäuser des Landkreises noch stärker in der Gesellschaft zu verwurzeln. Damit würde man auch zeigen, dass man sich „mit aller Macht gegen den bundespolitischen Trend stemmen“ würde. „Kleinere Krankenhäuser stehen extrem unter Druck“, kritisiert Lippmann.

Die ersten Patienten werden in der Reha ab 15. März betreut – und zwar von einem zehnköpfigen Mitarbeiterstab, unter anderem mit Orthopäden, einem Psychologen, Ergotherapeuten, Sportwissenschaftler und Diätassistenten. Das Personaltableau ist bis auf einen stellvertretenden Leiter für die Physiotherapie bereits komplett.

Ärztlicher Chef wird Dr. Uwe Bellinghoven sein, der aus Bad Heilbrunn abgeworben wurde. Zu Beginn wird es in der Reha 30 Therapieplätze geben, die allerdings mit der bestehenden Infrastruktur auf 40 Plätze aufgestockt werden können.

Von Bernhard Jepsen

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